Administrator

Chui, Tyler

Webmaster

Phoenix

Die News des Tages


Es werden Bewerbungen angenommen.

Bitte beachtet das neue Tutorial!

Wir befinden uns in einer Sprungphase.

Alles lesbar unter Inplay News.



Datum:

0000

Wochentag:

0000

Wetter:

0000

Aktuelle Zeit: Donnerstag 19. Oktober 2017, 23:33

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]




Ein neues Thema erstellen Dieses Thema ist gesperrt. Du kannst keine Beiträge editieren oder weitere Antworten erstellen.  [ 4 Beiträge ] 
AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: 02 [3.-4.9.] Spannungskurve: Under attack!
BeitragVerfasst: Montag 2. März 2009, 00:38 
Chui
Chui
Benutzeravatar

Registriert: 03.2009
Beiträge: 203
Geschlecht: weiblich
Voice

Die Katze ist also aus dem Sack... dank Karl wissen die anwesenden Lehrer nun, was auf sie zukommt. Die sich nähernden Angreifer indes haben deswegen nicht innegehalten... sie begeben sich bereits so leise wie möglich daran, die Schule zu umkreisen. Der Haupteingang wird dabei natürlich ebenso anvisiert wie die Fenster des Erdgeschosses, und auf der Rückseite des Gebäudes sind einige Leute emsig dabei, die Pressluft-Wurfanker auszurichten, zu zielen und abzufeuern... getroffen werden Fenster im 2. Stock, einmal das Gangfenster neben Padraigs Zimmer und einmal das der Sternenkuppel.

Für die Bewohner des Instituts geschehen mehrere Dinge gleichzeitig: Das Klirren von Glas im zweiten Stockwerk und der Krach, mit dem die Vordertür aufgesprengt wird. Das ist nun wirklich kein Freundschaftsbesuch mehr.



Ty

Ty zog eine Wandverkleidung beiseite, hinter der sich eine der Speedröhren verbarg. Ja, offensichtlich gab es die nicht nur im Erdgeschoss, aber darüber würde sich in dieser Situation wohl niemand beschweren, oder?

Einen Herzschlag lang befürchtete Ty, dass der elektrische Sturm auch das Notfallsystem ausgeschaltet haben könnte. Warum hatte er da nicht früher dran gedacht? Aber für Ärger und Selbstvorwürfe blieb jetzt keine Zeit. Mit Erleichterung stellte er fest, dass das Tastenfeld noch mit Energie versorgt wurde. Schnell tippte er eine Zahlenkombination hinein, 944461, und drückte die Hand auf die Fläche neben den Tastenfeld.

Es dauerte keine zwei Sekunden, und die Verkleidung der Säule glitt zur Seite und gab den Weg zu den rettenden Kabinen frei. Ebenso tat es die Säule nur wenige Meter weiter. Die Jungen würden nur aus ihren Zimmern in die Kabinen laufen müssen und unten wieder aussteigen.

Ty verlor keine Sekunde, als er entfernt über sich das Glas splittern hörte. Er lief ins nächstbeste Zimmer und gab den Schülern darin klare Anweisungen.

"Schnell, holt alle anderen Jungs aus den Zimmern und fahrt nach unten. Die Schächte sind offen. Wenn ihr unten seid, lauft den Fluchttunnel entlang, bis ihr mindestens hundert Meter von den Schächten weg seid. Falls wir nicht in 10 Minuten da sind, lauf weiter und versteckt euch im Wald. Morgen müsst ihr dann die Polizei anrufen. Los jetzt, wir haben keine Zeit mehr!"

Damit liess er die Jungen stehen und rannte auf den Flur zurück, wo er sich kurz mit Padraig absprach. "Sie kommen von oben. Wir müssen den Jungs mehr Zeit verschaffen. Und wir müssen die Mädchen in diesen Flügel holen. Wie lange könntest du sie oben aufhalten?" Es war offensichtlich, dass Ty beabsichtigte, die Mädchen aus dem Westflügel herüber zu eskortieren.

Was war dasfür ein Geräusch? Es klang fast wie... berstendes Holz. Die Eingangstür!



Voice

Das Geräusch des splitternden Holzes war auch für Belle zu vernehmen, die sich immerhin auch im Erdgeschoss befand. Für alles weitere würde sie allerdings die Tür zum Flur öffnen müssen, wenn sie etwas hören oder sehen wollte.

Es war geradezu unheimlich leise, als das erste Kommando durch die Reste der Vordertür in die Eingangshalle kam. Sie trugen Restlichtverstärker vor den Augen und verständigten sich per Handzeichen untereinander, obwohl neben jedem Mund ein winziges Mikrofon schwebte. In den Händen hielten sie Gewehre, deren Kolben sie an ihren Schultern abgestüzt hatten. Es dauerte nur Sekunden, bis die vier Personen sich in der Eingangshallte verteilt hatten, sich hinhockten und aufmerksam alle Seitenwege und die Treppe im Blick behielten, um sie zu sichern.



Karl Seiffert

es war... dunkel auf dem flur. die sich ausbreitende hektik scheint ihn nicht zu treffen, zielsicher sucht er in seiner tasche nach einer kleinen diodenlampe und erzeugt einen weißen lichtkegel auf dem boden als er sie findet.

"kommt zu mir, hier ist die röhre. schnell!"

er postiert sich am lichtfleck des codefeldes und leuchtet den gang runter, damit die anderen nicht über ihre füße stolpern oder ähnlichen mist. wer nahe genug ist könnte die geweiteten augen sehen, das einzige indiz das seine willenskraft die kindliche aufregung zwar niederkämpfen kann... aber nicht auslöscht.



Belle

Belle erstarrte mitten auf dem Flur und ihr Kopf ruckte zu der Tür, die zur Eingangshalle führte. Fast unbewusst bewegte sie sich darauf zu und ihre hand lag schon auf der Türklinke, ehe sie sich eines besseren versah und zurückwich.
Allerdings war es überall dunkel und das war sehr praktisch. Dunkelheit war gut. Sie spürte das leichte Zupfen der Schatten an ihrem Geist. Eine Idee formte sich in ihrem Kopf. Die Dunkelheit um sie herum wurde dichter, düsterer und formbar. Und dann war sie fort - genauso wie Belle. Gerade eben noch da und nun?
Schwärze in all ihrer Schönheit umfing sie. Von überall her zuckten Tentakel heran, strichen über sie, drangen durch ihren Geist berührten sie. Flüsterten Gedanken von Macht und Tod. Zielstrebig lief sie los. Durch die Tür, die sie eben gemieden hatte. Aber sie wusste, dass es niemand sehen würde. Sie war im Schattenreich- verborgen vor denen, die nichts sehen konnten. In gedanken schuf sie eine Maske aus Schwärze, die sich über ihre Züge legte und nur die Augen frei lies. Genug um zu sehen, ohne gesehen zu werden.
Im Schatten der Wand mit der Eingangstür blieb sie stehen und der Schatten begann wieder zu leben. Schweiß lief ihr über den Rücken vor Nervosität, aber sie flüsterten ihr ein, dass sie keine Angst haben brauchte, niemand konnte ihr etwas tun, sie hatte die Macht, ihr gehörten die Schatten und waren sie nicht die ultimative Waffe? So süß, so verführerisch, so gefährlich.
Aufmerksam huschte der Blick der Spielerin durch die Eingangshalle und nahm die anderen wahr. Jene mit den seltsamen Nachtsichtgeräten, die sie nur aus Filmen kannte.... und sie spürte Hass in sich aufwallen. Kalten unversöhnlichen Hass.
Wieder ein fragment: Man hatte sie vergessen und da war auch dieser Hass gewesen.
Dieses Gefühl spülte alles andere mit sich fort und lies sie zurück. Kalt denkend und planend.
Vier Fremde und sie musste sich schnell entscheiden. Schneller als diese vier es tun würden.
Sie griff nach der Dunkelheit und formte sie, wie sie es schon einmal getan hatte. Diesmal war es schwieriger, aber sie hatte auch weniger Hemmungen und mehr Übung. Lautlos und tödlich begann die Dunkelheit zu leben und bildetete Tentakel aus. Vier Stück, für jeden einen. Sorgfältig platzierte sie jeden einzelenen nacheinerander vor dem Hals der einzelnen Eindringlinge, so dass sie sich nur noch darauf konzentrieren musste zuzudrücken. Alle auf einmal. Ein kleiner Moment ... und sie drückte zu, mit aller Macht, die sie hatte.
Die Schatten wisperten ihr zu zu töten und zu vernichten, aber sie kämpfte dagegen an. Bewusstlos würde reichen. Ganz sicher. Sie hoffte nur, dass sie sich nicht verschätzte. Erinner dich an den Biounterricht... und die zeit schien zu schleichen, während sie krampfhaft mitzählte. nur nicht wieder töten .... nie wieder.



Padraig

Tyler hatte einige der Jungs geweckt, während Pad zu den anderen gelaufen war. Um die Mädchen musste sich Chui kümmern, wobei er nicht verstand warum sich Ty in dieser Situation noch Gedanken um die Geschlechter machte. Und dann kam die Nachricht von Karl. Zwanzig Angreifer also die sich vom See her näherten. Nun, wenn es sich um normale Soldaten gehandelt hätte, dann wären die wohl kein Problem gewesen. Oder zumindest kein großes, aber Padraig bezweifelte, dass es ich um solche handelte. Und dann war das Klirren von Glas zu hören. Es kam von oben, was bedeutete, dass die Angreifer entweder Gasgranaten rein geschossen hatten, oder was wahrscheinlicher war, Vorrichtungen mit denen sich die Angreifer in das Gebäude begeben konnten. „Wie lange ich sie oben aufhalten kann? Hängt ganz davon ab, wie viele es sind und welche Ausrüstung sie haben. Und vor allem habe ich meine Ausrüstung gerade selbst nicht dabei. Ich müsste mich erst oben durchkämpfen um an das zeug ran zu kommen. Dann allerdings könnte ich wohl sehr lange da oben aushalten.“ Das er bezweifelte bis zu seinem Zimmer zu kommen, musste er Ty wohl nicht erst sagen. Und das bersten der Eingangstür erübrigte auch alle weiteren Kommentare. „Scheint so, als würden unsere Gäste das Buffet gar nicht mehr erwarten können. Kümmere Du Dich um die Mädchen, ich werde sehen, was sich machen lässt.“ Und damit ging er zu einem der Treppenaufgänge und benuitzte seine Gabe um die Stufen zu lockern. Jeder der sich nun darauf stellte, riskierte bei jedem Schritt abzustürzen. Und damit keiner der Schüler drauf ging, brannte er die ersten paar Stufen weg. Allerdings war sein Akku dadurch ziemlich entleert.
Beim anderen Treppenaufgang versteckte er sich so, dass er sowohl die Angreifer die von unten wie jene die von oben kamen im Auge haben konnte. Ein schwaches Kraftfeld legte sich um ihn, welches ihn vor Projektilwaffen schützen sollte. Energiewaffen wären ihm lieber, denn damit konnte er seinen eigenen Akku aufladen.

Und dann tauchte auch schon der erste Angreifer unten an der Treppe auf. Padraig ließ ihn näher kommen um ihn dann mit seinen gaben zu überwältigen. Das Ende vom Lied war, dass er letztlich über eine Feuerwaffe verfügte, mit der er gegen die Angreifer vorgehen konnte. Ihm war es dabei gleich, ob sie starben oder nicht, solange sie kampfunfähig waren und er genug Zeit schinden konnte, damit die Schüler entkommen konnten.



Diaz

Er war einer von denen die von Padraig geweckt wurden. Als plötzlich der Lärm losging und allgemeine Hektik... Panik sich ausbreitete war er auf schlag hellwach.
Das hier gehörte nicht zum Unetrricht. Auf keiner Schule. Als Pad kaum, nachdem sie das (schützende) üüberhitzte Zimmer verlassen hatten irgentwas rief und schneller weg war als Diaz gucken konnte pakte ihn selbst die Panik. Nun blieb er einfach mitten im Gang stehen.
Erinnerungen sprühten hoch... er hörte Schreie von pansichen Plantangenarbeitern und Heroinmischern
.... Hubschrauber schwirrten Knattern ind er Luft über ihm ... rufe von Soldaten ... Motoren von Jeaps heulten auf ... dann Gewehschüsse.. Salven aus alten Maschinenpistolen... Antonio war da irgentwo in den hinteren Hallen... und überall Feuer... heißes, wundervolles Feuer... nein... nicht Mexico... kein Feuer... wo sein verstand am Vormittag so elends versagt hatte gewann er diesesmal. Diaz kam sofort wieder zusich, kaum Sekunden später. Nein, er hörte es nicht es war nur in seinen Gedanken... keine Schreie, keine Schüsse, kein Feuer... oder?
Er lauschte kurz...



Orakel

Wenn jetzt irgendjemand aus dem Bereich der Jungenzimmer so etwas normales wie schweigsame Emsigkeit erwartet hätte, dann hätte er sich in diesem Moment getäuscht. Ja, es kam stattdessen so etwas wie lautes Gefluche zu stande, als Mark, der mehr passiv alles nur geschehen lies, was Stan gerade vor hatte so langsam aus seinem dämmerzustand auffuhr und sich bewußt machte, was da draußen gerade los war. Padraig hatte die Tür zu ihrem Zimmer aufgestoßen und darüber hinaus kamen dann auch noch die übrigen Geräusche von berstendem Holz und Co. nach oben. Was alles nicht gerade leise war. Leute, die jedenfalls der deutschen Sprache mächtig waren hätten vermutlich auch nicht so schnell gedacht, dass es so dermassen viele Flüche und verwünschungen aufgrund irgendwelcher Wortkombinationen geben konnte. Jedenfalls konnte man mehr oder minder mit einem mal Mark aus dem Zimmer stolpern sehen, immer noch auf einem Fuß hüpfend, weil er gerade versuchte seinen zweiten Schuh irgendwie überzustreifen. Das sah zwar alles irgendwie nach bedacht aus, aber wer genau hinsah, konnte die Panik in den Augen des Jungen schon recht deutlich erkennen.

Verdammt, warum war das Licht aus? Jedenfalls schien noch irgendjemand mit einer Taschenlampe ausgestattet zu sein... aber was hieß das in diesem zusammenhang schon, das war einfach ein Dämmerlicht, das irgendwo lag. "Los komm schon.", brüllte er in Stans Richtung, wobei man am umkippenden, schrillen Ton schon erkennen konnte, das es bei ihm gerade nicht unbedingt in Richtung Bedachtheit ging.... eher übernahm gerade der Instinkt die Überhand. Drei .... fünf Schritte weiter blieb er dann wieder wie angewurzelt stehen, als ihm ein anderes Detail mit einem mal wieder einfiel: "Fuck, Cath!"

Tja, wo war ihre dritte im Bunde?



Seana

Etwas bewegte sich am Rande ihres Blickfeldes. Sie stand noch immer in unmittelbarer Naehe des Fensters und der Halbmond warf einen seichten Schatten neben sie auf den Boden. Etwas Schwarzes sauste durch die vier langegezogenen Lichtquadrate und hinterliess einen zuckenden schwarzen Streifen. Jemand hatte eine seltsame Hintergrundmusik gewaehlt, die mehr nach Zerstoerung klang, als alles andere. Seana kam es so vor, als haette jemand den 'fast forward' Knopf am Videorecorder gedrueckt, so irritierend schnell schien alles an ihr vorbeizurennen.

Ihr Plueschtier an sich drueckend, beobachtete sie die Gestalten, die mit grossen Gesichtern hin und herhasteten. Alles fand irgendwie auf einer voellig anderen Ebene statt und sie betrachtete alles, als saesse sie unter einem Glastisch.

Unmittelbar neben ihr riss jemand eine Tuer auf. Fluchen, Poltern und verzerrte Aufforderungen.

In ihrem Hinterkopf, in dem sich sonst die verschiedensten Dinge sammelten, verschaerfte sich mehr und mehr ein einziges Bild. Es hatte unzaehlige Ausfuehrungen, aber alle hatten denselben, dunklen, beangstigenden Kern. Etwas oder jemand, wuerde die Grundmauern ihrer Geborgenheit erschuettern. Das Institut selbst, war in groesster Gefahr.

Endlich hatte auch jemand ihren 'fast forward' Knopf gefunden, zumindest schien sich alles auf einmal langsamer, wesentlich nachvollziehbar vor ihr abzuspielen.



Sophie

Sophie kriegt heute nacht keinen Schlaf... Vieleicht 10 Minuten liegt sie im Bett, da klirrt es draussen laut.
Als sie auf den Gang tritt ist noch nicht wirklich was los... Tiptap... Im Nachthemd und barfuss sieht sie wirklich ein bisschen aus wie das Nachtgespenst.
Während sie so, immer noch halb verpennt auf dem Gang steht, fangen plötzlich an, Leute an ihr vorbei zu rennen, Türen aufzureissen und Dinge durcheinander zu rufen... Darob verlor sie eigentlich völlig den Faden, wer hier wo was getan hatte...

Was für eine Aufregung... Und fragen was los ist kann sie auch nicht, für Gesten hat grade echt keiner Zeit. Dann schaut sie sich um. Okay, Sophie, bewahr Ruhe. Du hast keine Ahnung was hier abgeht, aber alle Welt flüchtet, inklusive der Lehrer. Also sieh zu, dass du helfen kannst...

Aber wo wollen die eigentlich alle hin ?

Die Stumme bewegte sich hier durch die wuselnden Schüler und hielt nach irgend jemandem Ausschau, der so aussah als wüsste er was er täte...



Regan

Regan hatte sich zwangsweise vom Fenster losgelöst als sie einen Angreifer zu erkennen glaubte. Die im Wind wehenden Bäume und das nächtliche Schattenspiel ließen es ihr nicht auf dem Gelände etwas erkennen zu können. Hier drin war es schon wesentlich besser. Dann rannte sie zum nächsten Zimmer. Das Mädchen dass darin wohnte war Catherine.

"Schnell raus hier!", brüllte sie und schaute in das Zimmer, in dem Versuch sich zu orientieren und die ihr fremde Klassenkameradin auszumachen.



Brooke

Brooke hatte schon ein oder zwei Mädels zu den Röhren auf den Weg geschickt, als sie in einer Ecke die kleine Gestallt von Seana wahrnahm, die Bob, den sie ja schon kennen gelernt hatte, im Arm dastand und das ganze zu beobachten schien. Sie fackelte nicht lange und lenkte ihre Schritte zu dem Mädchen. Sich nach vorne beugend, damit sie mit ihr auf Augenhöhe war erklärte sie „Seana, du und Bob, kommt ihr mit mir? Du brauchst dir keine Sorgen zu machen, es wird alles wieder in Ordnung kommen, aber vorerst müssen wir zu dem Fluchtweg, wie wir es alles schon einmal geübt haben, okay?“

Woher war sie nur auf einmal so einfühlsam? Hatte der Prof in NY doch etwas mit ihr angestellt, ohne dass sie es gemerkt hatte? Egal, darüber nachzudenken hatte sie jetzt keine Zeit. Sie streckte dem Mädchen sogar ihre Hand hin, an der sie noch einen Handschuh trug. Den anderen Handschuh hatte sie bereits im gehen ausgezogen, weil sie ja ihre Kräfte vermutlich brauchen würde und wenn sie die einsetzte hatte sie die Handschuhe nie an. Ihr Blick bat das Mädchen unmissverständlich, ihr einfach zu vertrauen. Und sollte Seana sich nicht wehren nahm sie das Mädchen bei der Hand und führte sie zu der Röhre, wo sie sie in die Obhut der Anderen übergab „Bin gleich wieder zurück“ versprach sie noch, bevor sie sich noch einmal entfernte.

Sie selber rannte noch einmal ein stück des Weges zurück, den sie gekommen war. Sie hatte da nämlich so eine Idee. An der Treppe traf sie schließlich auf Pad. Besser gesagt sie sah Pad, und das der dort gerade kämpfte weshalb sie es vorzog, mit Rückendeckung der Wand im Schatten eben jener noch ein Stückchen näher zu schleichen. Ein Grinsen legte sich auf ihre Lippen und sie ging in die Hocke bevor sie die Wand berührte. Pad dürfte sehen, wie sich vor ihm eine dicke Eismauer aufbaute, die es jedem, der von unten kam erschwerte, das Stockwerk zu betreten, in dem die Schlafräume lagen, da sie den Treppenaufgang komplett verschloss. Das wäre Nummer eins. Sich umschauend, ob die Luft rein war huschte Brooke möglichst leise auf die andere Seite des Gangs mit der Absicht, auch den anderen Treppenaufgang, jenen, der nach oben führte, auf diese Weise zu verschließen.



Cathrina

Cath stand mehr im Bett als das sie saß und blickte auf die Silouette in der Tür, die nur schwer auszumachen war in der Dunkelheit. Ihr Herz hämmerte bis zum Hals und schon war sie raus, in den Sachen und stand neben Regan. Sollte die sich wundern, dass Cath so schnell in ihren Sachen war, dann würde ein klärendes Gespräch helfen die Symptome der Mutation Zeitbeherrschung näher zu erklären. Aber dazu später.

"Danke" kam es leise, als sie neben Regan stand. Wofür der Dank war nicht ganz klar. Unbewußt lauerte eine Erinnerung in der Tiefe dieses Mädchen schon mal gesehen zu haben. Obwohl ihre Nerven blank lagen war sie dennoch in der Lage klar zu denken. Wenn Regan sie geweckt hatte, dann sicher auf Anweisung und auch mit Informationen, wie es weiter gehen würde. Im dunkeln konnte sie die Gestalten der anderen Schülerinnen erkennen und ihren Weg. Wie es schien, waren schon alle auf den Beinen und so huschte sie mit den anderen Richtung Flur.
Stan, Mark? Ihr Blick versuchte die Dunkelheit zu durchdringen und nur der Lichtpunkt einer Taschenlampe gab ihr einen Anhaltspunkt. Neben sich fühlte sie plötzlich an ihrer Hand dünnen Stoff, ein Nachthemd und sie faste unwillkürlich zu.
"ich bin´s, Cath..ganz ruhig, wir gehen zu den Fluchtröhren" soviel hatte sie schon mitbekommen. Es gab Ärger und nun hörte sie es auch. Splitterndes Glas. Noch wußte sie nicht, dass sie Sophie an der Hand hatte. Und da setzte ihr klares Denken wieder ein, was sie kurzzeitig im Stich gelassen hatte und eine Welle von Panik zugelassen hatte.
"Sag mir deinen Namen, übermittle ihn mir, schick ihn in meine Gedanken, was auch immer... " Ihre Angst hatte ihr fast die Luft abgedrückt und wie musste es erst für die jüngeren Schüler sein. Denen würde es vllt. sogar die Stimme verschlagen.

"Mark? Stan?" auf die Lautstärke nahm sie nun keine Rücksicht mehr, es lag dazu kein Grund mehr vor. Und sie zwang ihre Angst zurück und auch ihre Panik als sie von oben hörte, dass da wer reinwollte, der hier nichts zu suchen hatte. Was konnte sie tun um zu helfen? Das hier war ihr Zuhause und sie würde es nicht kampflos preisgeben. Sie war Schottin und die hatten es schon immer sehr übelgenommen, wenn jemand auf ihr Land wollte.



Voice

Es war das perfekte Chaos. Aus dem eben noch stillen Institut war urplötzlich eine Hölle aus Geschrei und Bewegung geworden.

Dank dem Einsatz von Karl fanden die Jungen die Zugänge zu ihren Röhren sofort. Die Kabinen selbst waren mit einem diffusen Licht erhellt, und die Benutzer taten gut daran, die darin angebrachten Handgriffe ihrem Zweck entsprechend zu gebrauchen, denn die Kabinen selbst bewegten sich mit sehr hoher Geschwindigkeit.

Etwa im selben Augenblick sanken vier Körper in der Eingangshalle bewusstlos zu Boden. Im Tumult konnte niemand das leise Zirpen in ihren Ohrsteckern mitbekommen, Kommunikationsversuche mit Leuten, die nicht mehr antworten konnten. In der darauffolgenden Sekunde in der Eingangshalle liefen zwei Mädchen die mittlere Treppe hinab. Sie kamen in Belles Sichtfeld, verschwanden aber im anderen Gang, in Richtung der Küche, zu den abgesprochenen Fluchtpunkten. Ihre Bewegung ins Dunkel des Ganges hinein war für die acht Mann noch erkennbar, als diese die Eingangshalle von der Tür her füllten. Jeweils einer kniete bei einem der regungslosen Körper ab, die nächsten liefen weiter voran. Zwei von ihnen rissen plötzlich die Gewehre hoch und es klickte mehrmals leise. Die üblichen knallenden Schussgeräusche blieben aus.

Einer der Angreifer drehte sich um, um den anderen Gang im Blick zu behalten. Er stellte dabei Blickkontakt zu seinen Kameraden her und einen Moment lang sah er dabei direkt in Belles Richtung. Dann hob er die Hand, um an seinem Sichtgerät einen Schalter zu berühren.

Im selben Moment bewegen sich zwei der Angreifer nach vorn, einer auf den westlichen Gang, einer direkt auf die Haupttreppe. Letzterer bleibt auf dem Absatz einen Augenblick lang stehen, reisst dann sein Gewehr hoch und wieder ist das Klicken zu hören. Neben Padraig zischt etwas vorbei, zerplatzt an der Wand hinter ihm. Der Angreifer bewegt sich nun schneller auf ihn zu und wird in der nächsten Sekunde vom Lehrer unschädlich gemacht.

Das Gewehr, das Padraig aufhebt scheint eine modifizierte Paintball-Kanone zu sein. Noch während der Mann es untersucht, wird die Luft um ihn herum plötzlich kälter. Brooke hat ihre Werk begonnen und vor den Augen der Personen in der Eingangshalle verdichtet sich ein eisiger Nebel am Fuß der Treppe zu einer soliden Wand aus Eis. Mittlerweile dürfte es Padraig dämmern, dass die Kugeln dieser Waffe keine Farbe enthalten. Die Frage ist nun, ob er sie auch gegen die Angreifer einsetzen will.

Im Jungentrakt füllt sich bereits die erste Kabine. Einer der älteren Schüler schiebt dabei mehrere der jüngeren hinein und weist sie an, sich festzuhalten. Dann schliesst sich die Röhre udn die rasante Fahrt abwärts in Richtung Sicherheit beginnt. [Freiwillige? Bitte per PN bei mir melden]

Im oberen Stockwerk sind Schritte zu hören, laut und schnell. Urplötzlich bricht ein Teil der Treppe direkt oberhalb der Köpfe der an den Röhren stehenden Jungen weg. Es regnet Schutt und Holzsplitter, als ein massiver Körper durch die beschädigten Stufen bricht, auf der Treppe neben den Jungen aufprallt und gleich noch einmal wegbricht. Sein Weg nach unten wird von zwei Mädchenstimmen begleitet, die irgendwo unterhalb ängstlich aufschreien.



Ty

Ty war sofort in den Mädchentrakt gelaufen, nachdem er sich mit Padraig verständigt hatte. Dort hatte er (vergeblich) versucht, die Schülerinnen an einem Ort zu sammeln, so dass sie sich leise hinüber zu den Jungenzimmern und den rettenden Fluchtwegen schleichen konnten. Im Gegensatz zu seinen Bemühungen brach jedoch die Panik aus.

Zwei der Mädchen waren hinter ihm aus Zimmer 13 herausgerannt, ohne dass er ihnen sagen konnte, dass sie nicht nach unten laufen sollten. Überhaupt liefen plötzlich alle um ihn herum wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen. Da konnte er noch so viel "Ruhe, Ruhe!" und "Sammelt euch bei mir und seid leise!" zischen, diese Schülerinnen waren ausser Kontrolle. Und in ihrer Situation konnte ihnen das auch niemand vorwerfen.

Hier zerrte Brooke die kleine Seana Hayward durch den Gang, dort kam Cathrina mir dem stummen Mädchen an und irgendwo weiter hinten brüllte Regan unverkennbar umher. Das war ein Hexenkessel.

"Genug!" donnerte er schliesslich. "Niemand geht mehr nach unten! Lauft hinüber zu den Jungenzimmern, aber haltet euch von den Treppen fern! Los, los, los!"

Er konnte nur hoffen, dass seine Stimme einigermaßen durchkam, und auch wenn die Kids ihn für seinen Befehlston hassen würden, er tat es doch nur zu ihrem Besten. Nun kam der wohl komplizierteste Teil: nachsehen, ob wirklich alle draussen waren. Zügig ging er den Gang hinunter zum Ende, um jedes Zimmer nochmals zu überprüfen.



Silje

Und von einem Moment auf den Anderen oeffnete sich die Tuer des Zimmers (Nr.10 im Maedchenflur) in dem sich die Norwegerin noch bis vor kurzem hastig angezogen hatte...

Als Regan sie geweckt und ihr kurze Anweisungen gegeben hatte, brauchte sie einen kurzen Moment um ueberhaupt die Muedigkeit und die Schlaftrunkenheit von sich zu schuetteln. Irgendwie war Silje so was von dermaßen durch den Wind, dass sie nicht mal die aufkommende Hektik auf dem Flur wahrgenommen hatte. Die Norwegerin hatte wirklich keinen Plan wie und was da draußen vor sich ging. Und dann... brach ein Teil der Treppen weg, das war kaum zu ueberhoren und kurz darauf...vernahm sie schlagartig Ty's Anweisungen. ...Nicht mehr nach unten... zu den Jungenzimmern ... von den Treppen fernhalten... Was zum Teufel... Schlagartig hatte sie ihre Gedanken beieinander und eilte aus ihrem Zimmer. Ty wuerde Silje, deren Name er eigentlich nur auf dem Papier kannte, dann wohl gerade abfangen. Immernoch mit einem Anflug von Schlaf und zusaetzlicher Verwirrung versuchte sich die Norwegerin etwas Orientierung zu verschaffen.... Hilfe?!



Regan

"Die beiden sind bestimmt schon in Sicherheit, das sehen wir wenn wir zu den Jungenzimmern gehen, los los!", brüllte Regan zu Cath und Sophie hinüber.

Versuchte eine der beiden am Arm zu erwischen und mit sich zu Silje zu ziehen, dem Mädchen dass sie schon einmal im Unterricht gesehen hatte, ohne überhaupt zu bemerken wie laut sie schrie oder wie schnell sie ging. Es war als würde sie bewusstlos handeln.

"Komm schnell, in den anderen Flur!", sie versuchte sich auch sie am Arm zu packen und auch sie mitzu zerren, wohin Ty es ihnen befohlen hat.

Ihr Puls raste, die Bilder des hektischen Geschehens und die agierenden Personen verzerrten sich alle paar Sekunden und wurden ersetzt durch einen anderen Flur, andere junge Mutanten. Es kam ihr vor als hätte sie all das schon ein Jahr zuvor erlebt.



Chui

Chui hat inzwischen die restlichen Mädchenzimmer überprüft, denn in der Hektik hat sie sich selbst nicht mehr erinnert, welche davon bewohnt sind und welche nicht. Zum Glück lässt sich das mit einem kurzen Blick (und kurzem Schnuppern) schnell herausfinden. In dem Gewirr braucht aber sogar sie die Hilfe des Zufalls, überhaupt noch Tylers Anweisungen zu verstehen. Nicht die Treppe? Oh... es muss ja auch hier im ersten Stock Zugänge geben. Das ist natürlich praktisch.

Da sie von ihrem Zimmer aus erst die eine Seite und dann die andere retour gemacht hat, steht sie jetzt wieder am Musikzimmer, als Tyler herankommt. Etwas fragend sieht sie ihn an (noch immer ist sie wohl eine der wenigen, die wirklich etwas erkennen können). "Ich hab schon nachgeschaut... es ist niemand mehr drin." sagt sie ihm, als sie seine Absicht erkennt. Vermutlich kann er ihr das durchaus glauben, verfügt sie ohnehin über bessere Sinne als er.



Seana

[Am anderen Ende des Ganges zum Musikzimmer - beim Maedchenzimmer Nr. 10]

Brooke, das Maedchen, dass sie vor wenigen Wochen im Flugzeug richtig kennen gelernt hatte, kam um die Ecke geschossen und erklaerte ihr, dass es Zeit war dem Protokoll der Fluchtuebungen zu folgen. Ohne grosse Worte griff sie dann auch nach Seanas Hand, die sie dann aber mit dem Kommentar, sie waere gleich zurueck, wieder losliess. Um die Ecke spaehend sah sie, wie Brooke zurueck in das Chaos hechtete und bei den Treppen dann gaenzlich aus ihrem Blickfeld verschwand.

Fluchtweg.
Aber der fuerhte laut Plan ins Erdgeschoss.

Am Ende des Ganges, direkt vor dem Musikzimmer sah sie dunkle Gestalten, es gab allerdings viel zuviel Geschrei, so dass sie nichts verstand. Wenn sie sich recht erinnerte, war Chui an ihr vorbeigehuscht und hatte jede einzelne Zimmertuer begutachtet, einige von ihnen aufgerissen und die darin meist verstoert dreinblickenden Maedchen angewiesen zu den Fluchtwegen im ersten Stock zu fliehen.

Im ersten Stock?
Das hiesse ja hier.

Neben sich auf dem Boden, verdunkelte ein grosser Schatten die vier Lichtquadrate des Fensters. Eine verhuellte Gestalt kletterte in schnellen Zuegen ein Zeil hoch. Die Person hatte ein Nachtsichtgeraet auf und das wenige Licht, liess sie aussehen, als haette sie monstroese Zuege. Seanas Koerper schuettete eine Ueberdosis Adrenalin aus, die nicht nur zur Folge hatte, dass sich alles um sie herum auf einmal mit halber Geschwindigkeit weiterbewegte, sondern auch dazu, dass sie einen Illusionsflash verursachte.

Mit einem Mal kamen all die gesammelten Horrorvorstellungen ihrer panischen Mitschueler aus dem hintersten Winkel ihres Gehirns hervor und breiteten sich wie ein uebler Rotweinfleck in ihrem ganzen Koerper aus. Ihr Kopf fuehlte sich an, als wuerde er jeden Moment platzen, von dem rasanten Kopfkino, aber ihre Beine hatten bereits einen Entschluss gefasst.

Flucht!

So schnell sie ihre kleinen, nackten Fuesse tragen konnten, rannte sie den Flur entlang, bog um die Ecke, die auch Brooke genommen hatte, an der Krankenstation vorbei und hinein in die angesammelte Masse an Jungs, die sich hektisch vor den rettenden Speedroehren zusammen draengten.

Im selben Moment fiel der ploetzlich erstarrte Schatten, wie eine reife Pflaume von seinem Kletterseil und wuerde, sollte er den Sturz ueberleben, erst einmal eine Weile liegen bleiben.



Sophie

Sophie hatte die Schnauze endgültig voll. Sie hasste umherbrüllende Leute... Erst packte sie Cath am Arm... Das war ja noch okay, da die halbwegs zu wissen schien, was hier los war... Cath ? Achja... Marks Freundin... Das Mädchen mit dem Zeitproblem. So schüttelte sie deren Hand ab, folgte ihr aber trotzdem... Während Cath in ihren Gedanken Spphies Namen in Leuchtbuchstaben aufblitzen sah. Während sie weitergingen, bekam Sophie aus dem Umhergebrüll auch endlich einmal mit, was hier los war... Ihr Adrenalinpegel stieg ziemlich und sie hielt sich mühevoll davon ab, einen lauten Schrei zu lassen...
Das hätte nicht nur die Gegner, sondern auch so ziemlich jeden anderen um sie herum ausser Gefecht gesetzt.

Dann kam Regan dazu. Sophie wich der nach ihr grabschenden Hand aus und - versetzte dem Mädchen eine schallende Ohrfeige. Das war nicht die feine englische Art, aber sie hatte grade nicht wirklich Zeit für lange Beruhigungsmaßnahmen... Und Regan brachte mit ihrem Geschrei und der hektischen Art noch alle anderen in Gefahr, Aufregung war jetzt das schlechteste was man tun konnte. Nach dem lauten klatschen blickte sie entschuldigend drein und bewegte die Hände nach unten...

Cool down... Beruhig dich.

Dann deutete sie in Richtung des Jungenflügels.

Nun dreht sie sich zu Cath... Auf deren Worte hin begann sie sich doch Sorgen zu machen... Mark...

In Caths Kopf erscheint derweil ein Bild von Mark, dann ein verschwommener Lageplan des ersten Stocks, durch den ein Pfeil zum Jungenflügel verläuft, ein Ausschau haltendes Gesicht und ein Fragezeichen... Offenbar war Sophie ebenfalls dafür, die Jungs zu suchen.



Tara

Tara ist den Flur in Richtung Musikzimmer entlang gegangen von ihrem Zimmer [Nr. 9] aus; zu dem Zeitpunkt, an dem Chui Karl's Worte vernimmt, steht Tara vor der Bibliothek.
Kurz schliesst sie die Augen und atmet durch -- leider war die in ihr aufkommende Anspannung nicht nur durch die Muedigkeit bedingt, scheint ihr...

Es klirrt, und kurz darauf folgt das Geraeusch der berstenden Eingangstuer. Tara faehrt erst herum, und da bricht die Panik aus im Maedchentrakt. Ihr kommt der Fluchtweg in den Sinn, aber sie hat wenig Geduld dazu, sich durch die Schuelerinnen durchzuzwaengen, die aufgeregt, verwirrt und verschreckt wie wild durcheinander laufen.
Und ein kleiner Funken Hoffnung glimmt da irgendwo in ihrem Geist; wenn sie schneller unten ist als "der Mob", kann sie vielleicht helfen (je nachdem, ob bereits schon Widerstand geleistet wird), den Schuelern etwas Zeit zu verschaffen auf ihrem Weg zu den Roehren.
Doch wie sie es einst gelernt hat, schiebt sie den Gedanken an Heldentaten und Handlungen, die sie aufgrund mangelnder Kenntnis der Lage nicht genuegend einschaetzen, erst noch beiseite und nimmt den fuer sie momentan schnellsten Weg ins Erdgeschoss. Sie wirbelt wieder herum und stuermt in die Bibliothek, um dort die Treppe hinunter zu eilen -- flink, aber mit moeglichst wenig Schrittgeraeuschen.

Ty's Befehl hoert sie nur noch als verschwommenes Gebruell, die einzelnen Worte versteht sie nicht mehr.

An den letzten Stufen angelangt, stoppt sie ihre schnellen Bewegungen und nimmt eine geduckte Haltung ein.

[Nochmal als Festellung: Tara befindet sich hiermit am Fuss der Treppe in der Bibliothek im Erdgeschoss.]



Padraig

Gerade als Brooke auch den Treppenaufgang nach oben vereisen wollte, hielt Padraig sie zurück. "Warte, ich muss dringend noch mal nach oben und ein paar Sachen holen. Ich kümmere mich um die Angreifer die oben sind.“ Das mochte jetzt irgendwie merkwürdig klingen, aber er konnte dort oben mit Sicherheit für genug Verwirrung sorgen und damit den Kids hier unten die nötige Zeit erkaufen. Er bezweifelte, dass er wirklich in Gefahr war, aber ein gewisses Risiko musste er eingehen. Ins einem Zimmer waren einige seiner Gegenstände aus der Zeit bei Psi-Force und mit dem Spielzeug ließ sich noch so einiges anstellen. Ty hatte hier unten hoffentlich alles im Griff und es gab nur noch einen Treppenaufgang, den man überwachen musste und das war der in der Bibliothek. Bevor Brooke noch irgendwelche Widerworte geben konnte, und genau solche erwartete er von ihr, rannte Pad die Stufen nach oben, das Gewehr im Anschlag. Und er musste nicht lange auf seinen ersten Gegner warten, denn schon als er um die Ecke bog, rammte er mit ihm zusammen. Der Kampf war kurz, denn Pad stieß den Gewehrlauf in den Magen des Soldaten um danach den Schaft seitlich auf dessen Kopf krachen zu lassen. Als der Soldat am Boden lag, zielte Pad in dessen Gesicht und drückte ab. Ohne weiter nachzudenken griff er sich auch das zweite Gewehr und rannte weiter.

Oben angekommen blickte er sich schnell um. Die Soldaten durchsuchten die Zimmer, was ihm ein wenig die Möglichkeit gab, sich näher an seine Unterkunft zu schleichen, ohne sich gleichzeitig durch eine Horde von Feinden zu kämpfen. Schnell aber dennoch leise bewegte er sich, froh darüber, dass er gerade barfuss war. Als er kurz vor der Abbiegung zu seinem Trakt war, hörte er das Tapsen von schweren Schuhen. In Lauerstellung wartete er um dann dem Anderen den Gewehrkolben in Halshöhe entgegen zu rammen. Der Mann kam nicht mal dazu einen Laut von sich zu geben. Und nun rannte Pad zu seinem Zimmer, welches leider nicht leer war. Doch zum Glück bückte sich der Soldat gerade über die Truhe, in der Pad einige seiner Gerätschaften aufbewahrte. Es war also nicht weiter schwer ihn von hinten zu überwältigen. Das Knacken seines Genicks verriet, dass man sich um ihn keine Sorgenmehr machen musste. Schnell raffte Padraig alles nötige zusammen. Und hätte ihn in diesem Moment einer seiner Schüler gesehen, er hätte ihn wohl nicht wieder erkannt. Aus der Truhe holte er eine kurze Maschinenpistole mit Schalldämpfer und einige Magazine heraus. Zusätzlich noch eine unauffällige dunkle Tasche, wegen der er allerdings hauptsächlich heraufgekommen war.



Karl Seiffert

mit einem erstaunlich festen griff bugisert er die anderen in seiner altersklasse zuerst in die röhren hinein, ohne sich selber gerade dazu zu zählen. mit einem eiskalten blick begegnet er aufgelösten und hektischen blicken. seine stimme klingt harsch und leise, wenig beruhigend aber mit einem authoritären ton darin welchen er von den lehrern seines internats noch kannte.

"nicht so laut! je weniger von euch zu hören ist um so länger dauert es bis sie hier sind. geh schon, halt dich fest da! du, hier rüber. zum licht."

seine hände bewegen sich leicht fahrig, ein weiteres indiz dafür das die tatsächliche gefahr für leib und leben ihn unter enormen stress setzt den er gerade darin kompensiert andere herumzukomandieren damit die flucht schneller vonstatten geht... wie einen leichten sog klingt in seinen ohren ein leichter anflug von musik wieder und er glaubt einen augenblick neben sich zu stehen. sich aus einer distanzierteren position zu betrachten. mit einem entschlossenen blinzeln drängt er den anflug zurück sich auf diese lächerliche weise vom stress zu befreien und geht nur um so entschlossener zur sache, zieht leute heran die nahe genug sind und positioniert sie in den röhren.



Belle

Sie hatte gerade zu zählen aufgehört und da waren schon wieder welche von den Eindringlingen. Wieder durchflutete sie Wellen von Hass und sie presste die Zähne aufeinander.
Mädchen rannten vorbei und dann sah sie die Männer schießen. Ein innerer Damm in ihr brach in zwei und sie lies ihrer Kraft einfach freien Lauf. Welle um Welle des tiefen schwarz kam aus ihr hervor und flutete regelrecht die Eingangshalle und ein Stück des Flurs, während Belle anfing zu rennen. In Richtung der Mädchen. In Richtung der Rettung und in Richtung des einzigen verbliebenden Weges nach oben. Die Bibliothek.
Sie spürte, dass die Schatten Raubbau mit ihren Energien betrieben und wie sie sich gleichzeitig mit bestialischer Freude auf alles Lebende in ihrem Bereich stürzten.
Innerlich verschloss Belle sich gegen das Geschehen und rannte so schnell sie konnte um die beiden Mädchen vielleicht zu finden und sie mit sich zu schleppen.
Sie musste auf sie achten und sie schützen. Das hier war immer ihre Familie - ihre wahre Familie.



Voice

Im Keller, unter der Nordosttreppe, die eben an zwei verschiedenen Stellen zusammengebrochen war, duckten sich zwei Mädchen, klammerten sich aneinander und bemühten sich, trotz der Angst, die sie beide verspürten, nicht laut zu schluchzen oder zu jammern. Ihnen liefen dennoch dicke Tränen an den Wangen herunter, als sie sich panisch in die Dunkelheit drückten, um nicht gesehen zu werden. Sie hatten alles richtig gemacht, hatten sich bis zum Fluchtpunkt durchgeschlagen und waren wie durch ein Wunder nicht gesehen worden. Doch sie waren allein, denn niemand stand vor der Küche an den Säulen. Sie waren panisch in den Keller geflüchtet und hatten sich dort unter der Treppe versteckt.



Ein Stockwerk höher, im Erdgeschoss barsten in diesem Augenblick die Türen des Wintergartens, als ein weiterer Sturmtrupp sich in das Gebäude hinein bewegte. In wenigen Sekunden würden die Soldaten auf den Flur treten, und eventuell die beiden Mädchen im Keller hören. Noch bewegten sie sich systematisch vom Wintergarten durch das Esszimmer, um danach Küche und Flur zu sichern.

Inmitten der Schatten der Eingangshalle blieb Belle stehen. Die Lebenszeichen um sie herum schwanden, das konnte sie fühlen und ein Angreifer nach dem anderen sackte zu Boden. Der Soldat an der Ecke, der eben noch an seinem Sichtgerät etwas eingestellt hatte, brachte eine halbe Silbe hervor, die von seinem Funktransmitter weitergeleitet wurde. Dann schob sich die Schwärze auch in sein Bewusstsein.

Tara würde den dumpfen Aufprall der Körper zweifellos hören, selbst wenn sie nicht an der Tür lauschte, denn einer der Angreifer hatte sich weiter in den Westkorridor vorgewagt. Weit gekommen war er allerdings nicht, denn die Schatten fanden ihn auch hier.



Im ersten Stock drängten sich die Jungen um die beiden Säulen. Die erste Kabine war gefüllt worden, nicht zuletzt dank Karls tatkräftiger Mithilfe und kaum dass die Tür sich geschlossen hatte, sauste die Kapsel wie ein Projektil in die Tiefe, wo es letztendlich von seinem eigenen Luftpolster wieder gebremst wurde.
Die Türen öffneten sich und entliessen die Jugendlichen (unter ihnen der Junge mit dem Panzer und den Krallen) in einen langen Tunnel, in dem nur ein paar Orientierungslämpchen brannten. Ihnen gegenüber, keine sechs Meter entfernt, befand sich ein großer runder Durchgang, der von einer schweren metallenen Luke, ebenfalls kreisrund, verschlossen war. Die Orientierungslämpchen im Fluchttunnel begannen plötzlich zu blinken, rhytmisch, sie wechselten sich dabei ab. Eins, zwei, drei, vier; eins, zwei, drei, vier. Es war offensichtlich, dass die Signale eine Art Leitsystem darstellten, das tiefer in den Tunnel hineinführte, der übrigens an der anderen Seite an einer glatten Metallwand endete. Es blieb den Jungen also nur ein Weg. Hinter ihnen schoss die leere Kabine wieder nach oben zum ersten Stock hinauf.

Oben war die zweite Kabine erst zur Hälfte gefüllt, als die ersten Mädchen eintrafen. Der Gang füllte sich rasch immer mehr, da nun auch die Schülerinnen zu den Röhren drängten. Es waren rasche Entscheidungen gefragt, wer nun mit einsteigen sollte. In der Kabine waren noch vier Plätze frei.

[Bitte entscheidet euch schnell, wer mit einsteigt. Die betreffenden Spieler müssten explizit schreiben, dass sie in die Kabinen einsteigen. Wer den Tunnel sicher erreicht hat, darf sich dann schon im nächsten Thread betätigen]

Weitere Mädchen bewegten sich durch den Gang, an Brooke vorbei, die ihre Bemühungen noch verstärkte und die Eismauer noch dicker werden liess. Plötzlich hörte sie über sich Schritte, die sich der Treppe näherten. Es waren schwere Stiefel und ein Knarren verriet ihr, dass die Person unmittelbar über ihrem Kopf auf der ersten Stufe stehen musste. Dann klickte es schnell mehrere Male hintereinander und urplötzlich zerplatzte etwas, nur einen Meter neben Brooke entfernt. Es gab dunkle Flecken auf dem Boden, und oben konnte sie deutlich hören, wie ein winziger metallener Gegenstand (Eine Nadel? Ein Schlüssel? Ein Ohrring?) auf die Treppenstufen klickte.

Dann splitterte irgendwo am Ende des Flurs Glas, aus Richtung des Musikzimmers, vor dessen Tür gerade Chui und Ty standen. Mit einem Kreischen stürzten die letzten Mädchen los, den anderen nach in Richtung der Jungenzimmer. Bei der zerstörten Treppe im Jungentrakt polterten mit einem Mal zwei schwere Gegenstände über die restlichen Stufen hinunter. Sie waren leicht genug, so dass diese nicht zerbrachen und polterten gegen die Wand am Treppenabsatz. Eine blieb dort liegen; die andere prallte zurück und kullerte nun die zweite Hälfte der Treppe herab, auf die versammelten Schüler zu. Einen Moment später zischten die Granaten und in Windeseile breitete sich ein dichter Nebel im gesamten angrenzenden Bereich aus. Karls kleine Taschenlampe, die eben noch hilfreich gewesen war, verwandelte die Szene plötzlich in eine Hölle aus Qualm und blendendem Licht.


Im Dachgeschoss erwartete Padraig eine unangenehme Überraschung, als er wieder auf den Flur wollte. Unter dem Flurfenster neben seinem Zimmer, wo bereits die ersten Angreifer eingedrungen waren, kam ebenfalls eine Granate zu liegen, die nun Rauch ausstiess. Der unbeleuchtete Flur hatte eine Orientierung schon schwer genug gemacht, aber durch den Nebel gingen nun auch die letzten Orientierungshilfen verloren. Und irgendwo weiter hinten, wo der Gang seinen Knick machte, begannen die Nachtsichtgeräte der Angreifer leise und hoch zu sirren, als sie dort ihre Thermalfilter einschalteten. Für deren Augen änderte sich fast nichts: das Bild blieb so klar wie bisher, lediglich war es nun rötlich statt grün. In den Zimmereingängen und der hinter der Flurbiegung Deckung suchend, knieten drei der Angreifer ab, ihre Gewehre im Anschlag, auf jede noch so kleine Bewegung wartend.


Oben, auf dem Dach des Gebäudes, bewegte sich eine Gestalt. Schnell löste der Mann die Gurte des Fallschirms, mit dem er präzise auf dem Dachfirst gelandet war, nachdem er dem Institut sein ganz persönliches Geschenk in Form eines hochgeladenen Elektromagnetischen Impulses überreicht hatte. Schnell rollte er die Stoffbahnen des Schirms zusammen und stopfte sie in den Rucksack, den er dann mit Schwung vom Dach hinunter irgendwo vor die Eingangstür schleuderte. Die schwarzen Augen des Mannes glitzerten im Sternenlicht, als er sich aufrichtete und in Richtung des Sees starrte. Er zog eine Lampe vom Gürtel der kurzen Hose, die sein einziges Kleidungsstück zu sein schien, richtete diese zum See hin aus und gab ein Signal. Als von einem der riesigen Schatten, die am anderen Ufer des Sees standen, ein entsprechendes Blinken zurückkam, steckte der Mann die Lampe wieder weg. Das dichte Fell, dass seinen Rumpf und seine Arme und Beine umgab bewegte sich kaum in der nächtlichen Brise. Langsam und barfüssig, aber mit sicherem Schritt schritt er auf dem Dachfirst entlang, in Richtung der Sternenkuppel.

Hinter ihm schwang ein flexibler Schwanz hin und her, ruckartig, wie eine Peitsche.



Ty

Ty wollte Chui gerade zunicken, als er das Glas auf der anderen Seite der Tür zerspringen hörte. Dem Klang nach hatte da gerade etwas ein Fenster vollkommen zerstört. Ty konnte sich schon denken, was das gewesen sein mochte. Nun galt es zu handeln, und zwar schnell. Er musste zunächst Chui aus der Gefahrenzone bekommen, darum hielt er sich nicht lange mit großen Reden auf. "Verschwinde, schnell, bring dich in Sicherheit!"

Damit zog er sich selbst in das Zimmer hinter sich zurück, um dem Angreifer in die Seite zu fallen, optimalerweise sogar in den Rücken. Kaum im Raum sah er sich um, was er als provisorische Waffe benutzen konnte. Lampe, nein, Tisch, nein. Stuhl, nein. Dann fiel sein Blick fiel die Gardinenstange über dem Fenster. Keiner seiner Kampfstäbe, aber dennoch besser als gar nichts. Er schob die Tür noch dichter in den Rahmen, ohne sie zu schliessen, hoffend, dass sie kein Geräusch von sich gab. Dann beeilte er sich, zum Fenster zu kommen. Dort löste er die Stange samt Gardine aus der Halterung, wobei es natürlich ein unvermeidliches Geräusch gab. Tja, hatte sich was mit Überraschungseffekt. Wer auch immer im Musikzimmer lauerte, wusste nun, dass hier jemand war.

Mit Stange samt Gardine bewegte sich Ty wieder zur Tür und hockte sich seitlich neben den Eingang.



Chui

In dem hier dank der Schüler herrschenden Lärm wird auch Chui durch das Splittern von Glas im Musikzimmer überrascht. Aber natürlich weiß sie, was das zu bedeuten hat. Natürlich hat Tyler mit seiner Aufforderung recht, dennoch rutscht ihr erstmal heraus: "Und du?"

Er bleibt ihr die Antwort schuldig, aber sie sieht dass er wohl gegen die Eindringlinge kämpfen will. Wenn das Musikzimmer einen Schlüssel hätte, würde sie ihn noch rasch umdrehen, aber der hängt vermutlich bei der Sammlung in irgendeinem Lehrerzimmer. Sie wendet sich daher um und läuft den Gang entlang, in dessen vom Musikzimmer aus sichtbaren Abschnitt sie hoffentlich die einzige ist, weil alle anderen schon in der Nähe der rettenden Röhren sind.

Bei der Bibliothekstür jedoch bremst sie ab und lauscht... dann reisst sie die Tür auf. "Hey." ruft sie halblaut, ehe sie lieber in den zweistöckigen Raum voller Bücher hineinhuscht und die Tür zumacht, ehe noch die Tür des Musikzimmers aufgeht und jemand sie sieht. "Hallo? Tara?" Sie erkennt sie am Geruch, ehe sie muckskätzchenleise zur Treppe läuft und auch dort hinunter. "Nicht rausgehen!"



Orakel

Tja, Mark war wohl nicht wirklich in Richtung der offenen Speedröhren gehüpft... oder wie auch immer er sich gerade bewegte. Zuerst war er nur stierend dort stehen geblieben, wo er sich in dem Moment wie angewurzelt geblieben war und hatte blinzelnd sich umgesehen, als er noch darüber nachdachte, was er tun sollte. Zum einen war da natürlich die klare Anweisung einfach schnell die Speedröhre zu betreten und ab dafür... aber zum anderen war da noch das dringende Bedürfnis nach Cath zu sehen ... und noch ein gewisses anderes Gesicht, dass erst seit heute wieder da war. Wußte Sophie überhaupt irgendwas von den Fluchtplänen? Sie hatte ja immerhin nichts davon mitbekommen, dass hier Fluchtwege und dergleichen abgesprochen worden waren. Zumindest hatte er weder beim ersten mal noch heute ihren Lockenkopf dabei gesehen.

"Verdammt.", entschloss schließlich das ungute Bedürfnis Nachzusehen alle vorsicht fahren zu lassen. Zumal die erste Speedröhre gerade in diesem Augenblick eh ihre Türen schloss... und da würde wenigstens noch ein paar mal das verdammte Ding rauf und runter fahren müssen, ehe sie alle unten waren. Ergo: Zeit einen Schutzhund bereit zu halten.... Nur für Notfälle.

Also: Gang bis zum Aufspalten loslaufen und anschlließend Rechts abbiegen. Einen Blick um die Ecke werfend, ob da nicht schon jemand kommen würde. [Also die Ecke zum Gang zum Mädchentrackt, so dass er jetzt irgendwo an der Stelle zwischen dem Zimmer 5 und dem Zimmer von Logan stand.... fest an die Wand gepreßt] Was scheinbar tatsächlich der Fall war. Zumindest hetzten gerade die ersten Mädchen an ihm vorbei... und das würde wohl endgültig eine überfüllten Fahrstuhlbereich bedeuten. Verdammt! Aber irgendwo in diesem ganzen Chaos waren dann auch Sophie und Cath.

"Da seid ihr ja.", meinte er nur, die letzten paar Meter mit den beiden einfach zurückrennend. Und das was folgte war dann einfach nur.... Scheiße! Rauchgranaten., dachte Mark noch, als der ganze Qualm sich ausbreitete. Warum mußte das alles hier nur in ein solches Klischee ausarten?


Sophie

Sophie wandte dem herbeieilenden Jungen das Gesicht zu, einen Moment erleichtert aussehend, als Wolle sie ihm um den Hals fallen... Aber, schlechter Moment, darum lässt sie es. Dann klappern auch schon die Rauchgranaten her. Klasse. Weiter hinten hörte sie Glas splittern. Was für ein Fiasko.

Das rotglockte Mädchen hielt sich den Hals, während sie beinahe lautlos hustete, bevor sie dann versuchte, den Rauch zu durchdringen... Jetzt müsste sie irgendwas nützliches können... halt, konnte sie ja. Beim Computerspielen achtete sie ja auch nur selten auf den Hauptbildschirm beim Autorennen, sondern das Minipünktchen auf der Karte daneben...

So sehen Mark, wie auch Cath in ihrem Kopf wieder die Krate aufblinken... Ein Glück dass Sophie heute nicht im Unterricht war und ihre Kenntnisse über das Gebäude auffrischen konnte. Perfekt ist sie natürlich auch nicht besonders was den Masstab angeht und sie zeichnet die Karte aus dem Gedächtnis... Aber der blinkende Pfeil, mit Miniaturn ihrer selbst darunter ist besser als nichts... Trotzdem sehen die beiden anderen ihr fragendes, konzentriertes Gesicht... Sie kann einen Lageplan einblenden, aber sie hatte noch immer keine Ahnung, wo sie nun eigentlich hinsollte.



Tara

Es gibt einen dumpfen Aufprall, ganz so, als wuerde jemand zusammensacken, und sie muss gegen das Beduerfnis ankaempfen, zur Tuer zu rennen und sie zu oeffnen -- fuer sie ist voellig ungewiss, ob dieses Geraeusch von einem "freundlichen" oder einem "feindlichen" Koerper verursacht wurde.

Der Ruf nach ihr lenkt sie ab, und sie spaeht nach oben, erkennt Chui und atmet auf. "Ich bin noch nicht einmal in der Naehe der Tuer." erwaehnt sie ueberfluessigerweise, mit einem leichten von Galgenhumor zeugenden Grinsen. Ihr Blick richtet sich wieder auf die Tuer, die geduckte Haltung gibt sie langsam auf.

"Was ist da draussen los?" kommt es schliesslich gefluestert von ihr.



Belle

Belle spürte das reißen der Schatten, die mehr Leben wollten und stemmte sich dagegen. Konzentriert blieb sie stehen und lauschte. Ja da war ein Geräusch und dann klirrte es von oben ziemlich laut. Die beiden Mädchen waren immernoch hier und sie musste sie wegbringen. Unbedingt.
Sie wirbelte herum und sog die Schatten wieder in sich hinein und verbannte sie an den ort wo sie eigentlich hingehörten. Schnell und leise warn ihre Schritte auf dem Boden. Okay barfuß wäre besser, aber Sneaker waren auch gut.
Da war es wieder dieses leises schluchzende Geräusch. Blut rauschte in ihren Ohren und übertönte es fast. Unten. Sie wich zur Seite in die Schatten und rannte so schnell sie ihre Beine trugen in den Keller der Schattendimension.
Vorsichtig steckte sie den Kopf in die normale Welt und da entdeckte sie die Mädchen auch schon. Eigentlich glich sie momentan mehr einem Monster aus einem Horrorfilm. Schwarze Schlieren zogen sich über ihre Haut und sie wirkte immernoch so, als wäre sie halb von der Dunkelheit verschlungen. Es war vermutlich ganz gut, dass es hier so düster war, dass man sie kaum sehen konnte.

"Hey. Ich bins Belle. Kommt mit mir. Ich bringe euch von hier weg."

Ihre Stimme klang leise, aber merkwürdig gefühllos. Darüber machte sie sich aber keine Sorgen, während sie den beiden ihre Hände entgegen streckte um sie an der Hand zu nehmen.



Diaz

Erst als die, selbst im dunkeln, deutlich vom Rest zu unterscheidende Gestalt mit den serh gürteltierähnlichen Zügen in der Speedröhre verschwunden war konnte Diaz sich durchringen sich weider von dem Fluchttrieb leiten zu lassen.
Er hatte einen riesen Schreck bekomemn als Cathal gen Speedröhre an Diaz vorbeigerannt war, vermutlich ohne ihn im dunkeln zu bemerken. fast hätte er laut aufgeschrien... zum Glück nur fast. Das währe ihm dann doch zu peinlich gewesen.

Seine wirren Erinenrungen an damals, als die Plantangen von den Amerikanern gestürmt wurden schwirrten ihm noch immer im Kopf, aber das heir war bis auf die allgemeine Panik total anders. Leise, düster, schnell statt ohrenbetäubend laut und einschüchternd. Aber weniger gefährlich würde es hier sicher nicht sein.
Noch ein Blick.. war der Dämon wirklich weg? Ja. Zu der Röhe an der dieser Junge mit dem Klapp-Computer aus dem Unterricht stand und in energischem Ton irgentwelche Befehel von sich gab.

Da wurde es auf einen Schalg voll als die Mädchenschaft sich in windeseile dazugesellte. jetzt wurd es eng.
Diaz rannte mit in die Gruppe von Schülern ohne wirklich zu wissen was da abging. Aber auf jedenfall war es sicherer als jede Alternative... hoffentlich.
Er hatte keinen Drang hier irgentwelche Heldentaten zu begehen und wusste das er eh nutzlos währe wenn nicht gerade ein Feuer ausbrechen würde... Ha! Das Mädchen mti den roten Haaren... wie... hießt sie... Mika! Sie konnte sicher helfen! War sie hier? Ein Blick durch die Reihend er Flüchtlinge... da gingen die ersten Granaten nieder.
Die kannte Diaz... viel zu gut. Er warf sich den Wildelderannorak über den er noch immer bei sich hatte und hielt sich die Kaputze als provisorischen udn vermutlich wenig nützichen Atemnschutz vors Gesicht.
Den nächsten Liftplatz der ihm angeboten wurde würde er nehmen und mit nach unten fahren... Hoffentlich wartete der Dämon nicht schon auf ihn....



Chui

Chui kommt unten an und berührt Tara an der Schulter... die kann vermutlich nicht halb soviel sehen wie sie. "Wir werden angegriffen... im Erdgeschoss sind sie schon. Tyler hat die Fluchtröhren im ersten Stock geöffnet. Du musst wieder hinauf." flüstert sie ihr und horcht zugleich auf das, was da draussen passiert. Irgendwas geht da vor, die Leute da draussen brechen zusammen und rühren sich nicht mehr... ihr läuft es kalt den Rücken hinunter.



Stanley

Ein Herz und eine Seele - trotz dessen das es ein Deutscher und ein Engländer war..
Stan war Mark keine sekunde von der seite gewichen und hatte seine augen und ohren +berall - der Angriff kam just in dem Augenblick als er das fenster geöffnet hatte um zu rauchen..
Die zigarre hatte er in weiser vorraussicht dann sofort aus dem fenster geworfen und war seinem Zimmerkollegen nachgeeilt...
Er hörte die Anweisungen, die Speedröhren...
Doch genau wie Mark - hielt es eine weiblichkeit zurück.. seine bessere hälfte.. Cath..
Als mark sich dann entschied sie zu suchen - war Stan wohl schon einen schritt vorraus.. dieser Hickhack hier hatte den geist tatsächlich benebelt...

Doch das sie so schnell gefunden worden waren, erleichterte die Sache.. jedoch war - wie sophie es von sich aus bemerkt hatte - ein schlechter Zeitpunkt für ein um den hals fallen und sich kosen und den moment vergessen.. diesen moment vergisst man besser nicht.. dann der Rückweg. und die Rauchgranaten..
Eine verpestung der Luft - etwas das Stanley so garnicht leiden konnte.. dann der blinkede gebäudeplan im Kopf.. er blinzelte und sah erst Cath, dann Mark, dann Sophie an.. bei letztere blinzelte er einige male mehr...

Gut.. sie zeichnete den Plan... er würde mit Mark vorrausgehen.. aus einem logischen grund - kam etwas von vorne, würde es erst die Männer erwischen und die Frauen hätten zeit sich zu retten.... Edel...



Orakel

Hustend blieb Mark kurz stehen, als mit einem mal die Karte in seinem Hinterkopf aufleuchtete. Wie? .... Ach ja, Sophie. O.K., wo waren sie jetzt und wo mussten sie hin? Verdammt, dieser seltendämliche Nebel. Das dürfte noch was werden, wenn sie tatsächlich die Speedröhren noch halbwegs rechtzeitig erreichen sollten. Verflucht, warum konnte er nicht sowas wie Röntgenblicke entwickelt haben. Vierbeinig wäre er im Moment jedenfalls auch nicht gerade von Vorteil.... sogar eher von Nachteil. Echt: Ganz großes Kino.

Hustend gab er deshalb Sophie ein paar Angaben, während er sich selbst in eine hockendere Position begab. Angeblich sollte das ja bei Gebäudebränden was bringen. "Jungenzimmer .... ich glaub bei dem 9er Raum ist eine der Öffnungen. Und dann ist irgendwo ganz in der Nähe die Zweite.... links und Recht von der Treppe. Oh verdammt.", Mark viel gerade eine andere Kleinigkeit ein. Treppe. Hoffendlich hatten sich die "Großen" auch um eben diese gekümmert. Sonst könnte das eine Flucht in .... nein, denk nicht dran. Nicht jetzt, nicht hier.

"Ist nicht mehr weit. Nur noch ein paar Meter, um die Ecke und so....", kam dann noch zum Abshcluss ein von Husten untermauerte ergänzung hinzu. Sie konnten nicht mehr stehen bleiben. Also los, weiter.



Tara

Ein gezischtes "ach shite" entfaehrt ihr, und mit einer Mischung aus Wut und Veraengstigung sieht sie wieder die Tuere an.

"Ach, es gibt noch solche Roehrenoeffnungen an anderen Stellen? Hm, gut zu wissen." Nach einer kurzen Sprechpause fuegt sie noch hinzu: "Vor allem jetzt." Sie nickt und bewegt sich wieder, so leise wie sie hinunter ging, die Treppe wieder hinauf. Ein letzter Blick ueber die Schulter in Richtung Tuer, unter anderem, um sicherzustellen, dass nicht gerade in diesem Augenblick jemand hereinplatzt und Chui und sie ueberwaeltigt.



Regan

Regan zeigte auf die Ohrfeige keine offensichtliche Reaktion. Sie atmete tief durch, versuchte die BIlder in ihrem Kopf zu verdrängen. Im selben Moment in dem sie glaubte klar denken und sehen zu können kamen die Rauchbomben... sie hustete und hielt sich wenig hilfreich die Hand vor den Mund um so wenig Qualm wie möglich einzuatmen. Ihr Magen begann sich wieder zu drehen, obwohl es darin wohl nichts mehr gab was sie hätte erbrechen können, hatte sie das Gefühl sich jeden Moment übergeben zu müssen.

Der Rauch begann ihre SInne zu vernebeln, ihre Bewegungen wurden langsamer und mittlerweile konnte sie keine Personen mehr um sich herum erkennen.

Blindlings tastete sie um sich herum, wo zu Cath und Sophie sein müssten,(die stehen da doch noch?) und zwei Jungs dazugekommen waren.

Waren sie noch da? Neue Panik stieg in ihr auf. Eine weitere Ohrfeige könnte da nicht schaden. War sie hier jetzt alleine, der Qualm brannte in ihren Augen die sie zu Schlitzen verzogen hatte, was ihr jedoch nichts nützte, sie konnte nur noch Dunkelheit sehen.

_________________
Von Katzen versteht niemand etwas, der nicht selbst eine Katze ist. - Natsume Sôseki (japanischer Dichter)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: 02 [3.-4.9.] Spannungskurve: Under attack!
BeitragVerfasst: Montag 2. März 2009, 00:40 
Chui
Chui
Benutzeravatar

Registriert: 03.2009
Beiträge: 203
Geschlecht: weiblich
Brooke

Den Mädchen, die an ihr vorbei kamen rief sie ein „Macht das ihr zum Treffpunkt kommt…“ zu. Auf Pads Worte hin nickte sie nur. Wenn er meinte, dann würde sie aber hier unten warten, als mögliche Rückendeckung und so. So ganz alleine wollte sie ihn doch nicht lassen irgendwie. Auch wenn er manchmal nerven konnte, er hatte Geduld mit ihr gehabt in seinem Fach, indem sie grottenschlecht war, und sie saßen alle in einem Boot in diesem Ernstfall.

Wieder sahen sich die eisigen Augen um und ihre Miene war mehr als unterkühlt. Fast brannte sie darauf, einen der Angreifer in die Finger zu bekommen. Adrenalin sauste durch ihren Körper und sie verspürte komischer weise weniger Panik als elektrisierende Aufregung.

Die Schritte und das Klicken entgingen ihr nicht und ihr Kopf ruckte sofort in die Richtung in der etwas zerplatzte. Sie würde sich hüten die nassen flecken auf dem Boden auch nur zu berühren. Das konnte nichts gutes sein, das war ihr klar. Weitaus weniger eindeutig war das andere Geräusch, weshalb es ihr auch etwas mehr Kopfschmerzen bereitete. Sie konnte sich noch nicht wie Bobby einen Eispanzer zulegen aber nun wuchs aus einem ihrer Unterarme ein regelrechter Schild, den sie halb vor sich hielt.

Sich mit dem Rücken immer noch an der Wand entlang bewegend überwand sie Zentimeter um Zentimeter den Abstand zum Treppen Aufgang. Sie Streckte die freie Hand aus, so dass man von oben höchstens ihre Fingerspitzen sehen konnte und sofort begannen sich von eben jene Fingerspitzen ausgehend eisige Nebelschwaden zu verbreiten. Eisnebel machen hatte sie ja geübt und inzwischen klappte das sogar gezielter. Ihr ziel war es, den Treppenaufgang zu benebeln. Pad kannte sich zur Not sicher auch ohne viel zu sehen im Treppenhaus aus, während die Angreifer… hier eben nicht den Heimvorteil genossen. So, und nun, passierte noch was?



Sophie

Ja, sie waren noch da... Regan bekam plötzlich unmittelbar vor sich einen roten Lockenschopf und ein schneeweisses Nachthemd zu sehen - die Sich grade in Bewegung setzten um Marks Angaben zu folgen. natürlich ging sie hinten, aus einem bestimmten Grund... Wenn sie etwas von hinten angriff, traf es zuerst sie und die Jungs konnten sich dünne machen.. .Ausserdem musste sie die anderen im Blickfeld haben um weiter die Karte senden zu können.



Padraig

Padraig hatte das Aufschlagen der Granaten gehört und sich in Deckung gebracht. Doch als sie nicht explodierten sondern nur Rauch absonderten, wagte er sich wieder hervor. Die Angreifer wussten was sie taten und es schien als wollten sie sie lebend haben. Das war ihm nur Recht, aber es bedeutete nicht, dass er ihnen den selben Gefallen tun wollte. Doch hatte er nun das Problem, dass er nichts mehr sah. Und wahrscheinlich besaßen seine Gegner Nachtsichtgeräte… ebenso wie der Typ, den er in seinem Zimmer ausgeschaltet hatte. Schnell hastete er dorthin zurück und erkannte, dass er sich nicht geirrt hatte. Nun, dann würde er den Männern eine kleine Überraschung bereiten. Mit dem Nachtsichtgerät ausgestattet trat er wieder auf den gang. Jetzt galt es nur noch, die richtige Einstellung zu finden und so probierte er ein wenig herum. Und endlich konnte er auch im Rauch wieder was erkennen. Ein hastiger Blick um die Ecke verriet ihm, dass drei Angreifer auf ihn warteten, Gewehr wohl im Anschlag. Sofort schossen sie in seine Richtung, aber verfehlten ihn zum Glück. Es nutzte nichts, er würde sich nicht so einfach da durch kämpfen können.

Nun, dann musste eines seiner kleinen Spielzeuge herhalten um für die nötige Ablenkung zu sorgen. Seine Hand verschwand in der Tasche und kam kurz danach mit einer kleinen Vorrichtung, die entfernt an eine Granate erinnerte wieder hervor. Hinter der Ecke versteckt, warf er es über Bande in Richtung der Männer. Der Magnesiumblitz würde selbst durch den Rauch eine verheerende Wirkung erzielen und da die Nachtsichtgeräte wohl auf thermaler Basis eingestellt waren, würden die extremen Temperaturen entweder als Lichtimpuls die Augen zerstören oder aber die Sicherung war gut genug, und dann würden die Sicherungen rausfliegen. Und selbst wenn die Sicherungen gut genug waren, dann würde er ein oder zwei Sekunden haben, die er nutzen konnte und musste. Er selbst hatte das Nachtsichtgerät kurz vorher deaktiviert und die Augen geschlossen.
Und trotz dieser Vorsichtsmaßnahme und dem Umstand, dass er um die Ecke stand, konnte er die Wirkung spüren. Dass die drei Soldaten vor Schmerz aufschrieen, zeigte ihm, dass sein Plan aufgegangen war. Und sofort aktivierte er sein Gerät und sprang um die Ecke. Drei kurze Feuerstöße und die Soldaten stürzten zu Boden. Er bezweifelte, dass sie tot waren, aber zumindest waren sie vorerst außer Gefecht gesetzt. Als er an ihnen vorbei rannte, sah er, dass der Hinterste sich schon wieder zu regen begann. Es dauerte nicht einmal einen Lidschlag und er stand neben ihm. Der Mann konnte gar nicht mehr reagieren als Pads Fuß ihm ins Gesicht trat und bei ihm so die Lichter ausgehen ließ.

Ziemlich unbeschadet kam er so zum Treppenaufgang und auf halber Höhe blieb er stehen um etwas an den Wänden unterzubringen. Und dann lief er in eisige Nebelschwaden. Hatten die Angreifer etwa irgendwelche kryonischen Waffen eingesetzt? Und dann sah er im ersten Stock Brooke knien. Eine interessante Idee, allerdings nicht unbedingt die Beste, denn ihre Gegner besaßen diese Thermalfilter. Und damit wäre jedes lebende Wesen, das um so vieles wärmer als seine Umgebung war ein leuchtendes Ziel. „Brooke, ich bin es. Du kannst diesen Treppenaufgang jetzt auch vereisen.“ Padraig sah jetzt ziemlich surealistisch aus, wie er da mit seinem Nachtsichtgerät und den Waffen vor ihr stand. Das er dabei nur eine Hose und ein T-Shirt trug machten das Ganze ein wenig abstrus.



Voice

Das Dach war nun leer. Keine Spur mehr von dem Mann mit dem Fell, denn er hatte sich mit einem kühnen Sprung vom Hauptdach direkt durch das zerstörte Fenster der Sternenkuppel ins Innere des Gebäudes begeben. Er war zwar dort auf allen Vieren angekommen, aber er war da. Langsam richtete er sich auf und legte den Kopf leicht schief, als würde er lauschen. Dann hob er die Hand zum linken Ohr, in dem sein Transmitter steckte.

"Status" befahl er knapp und lauschte auf die Antworten. Offensichtlich gefielen sie ihm nicht, denn sein Gesicht verzog sich mit Ärger. "Gremlin an alle: der Zeitplan muss eingehalten werden! In spätestens 60 Sekunden bin ich beim Missionspunkt Fünf, und dann will ich ein paar Resultate sehen, klar?" Die Befehle bellte er förmlich in sein Mikrofon, wobei er dennoch ein nahezu akzentfreies Englisch an den Tag legte. Dann hob er gelassen einen Fuß und begann in der fast absoluten Dunkelheit der Sternenkuppel die Glassplitter aus seinen dicken, hornigen Fußsohlen zu ziehen. Es blutete dabei nicht ein einziges Mal.


Im Dachgeschoss, keine 20 Meter von der Sternenkuppel entfernt, hörte der vierte Einsatztrupp die Befehle doppelt, einmal in ihren Ohrsteckern und einmal als Echo vom Gang hinter der Ecke. Oh ja, der Boss war sauer. Der Squadleader gab ein kurzes Signal ins Mikrofon, dann erhielt jedes seiner Mitglieder eine Folge kurzer Handzeichen. Sofort danach nahm er eine weitere Granate vom Gürtel. Sie war sechseckig in der Grundform, länglich und hatte viele Runde Löcher an der Seite, durch die ein weisslich-silbriger Metallkern schimmerte. Er zog den Stift, hielt aber den Pin fest. Mittlerweile hatten die anderen Teammitglieder ihre modifizierten Gewehre durchgeladen und auf Dauerfeuer gestellt. Dann postierten sie sich mit dem Rücken zur Treppe, hockten sich hin und hielten sich die Ohren zu, während sie zeitgleich die Augen zusammenkniffen. Im selben Moment warf der Squadleader die Granate gegen die Wand oberhalb des Treppenabsatzes, so dass sie zurückprallte und die Stufen abwärts zwischen die versammelten Schüler purzelte. "Fire in the hole!" hörte man noch seine Stimme, bevor auch er sich abwandte und die Ohren abdeckte.

Eine Ecke weiter stand Padraig gerade zwischen den eisigen Nebelschwaden von Brooke am oberen Absatz der Treppe, als er von weiter entfernt das Kommando hörte. In derselben Sekunde kam auch etwas auf ihn zugeflogen, direkt auf seinen Oberkörper. Egal ob er seinen Reflexen folgen und das Objekt fangen oder sich ihnen widersetzen und ausweichen würde, die Granate würde direkt zwischen ihm und Brooke ihre Wirkung entfalten.

Der Soldat, der eben noch auf Brooke geschossen und dann die Granate entsichert hatte (wobei ihm der Sicherungsstift auf die Stufen gefallen war), hatte sich nach dem Schusswechsel linkerhand leise in das Zimmer gegenüber der Treppe zurückgezogen und durch die halboffene Tür aus dem Dunkel heraus Padraigs Weg bis auf den Treppenabsatz mitverfolgt. Das Kommando des anderen Squads in seinem Ohrknopf kam genau im richtigen Augenblick, denn so warf er die Granate in seiner Hand aus dem Zimmer heraus bis auf den Absatz, wo Padraig gerade stand. Dann hatte auch er den Kopf weggedreht.


An den Fluchtpunkten hatte sich inzwischen der zweite Lift entfernt. Ashley war mit den jüngeren Schülern nach unten gefahren, um sie dort im Blick zu behalten. Die erste Kapsel hatte sich wieder oben in der Röhre eingefunden, die sich direkt an der Treppe befand. Sofort drängten weitere Schüler nach vorn, um hinein zu gelangen, wobei aber die gesamte Gruppe in Bewegung geriet und sich in die betreffende Richtung. In diesem Augenblick polterte die Granate zwischen die Beine der Jugendlichen und oben wurde etwas gebrüllt.

An der Mitteltreppe hatte Brooke nach dem Klimpern des Metalls nichts mehr gehört, aber sie hatte den Eisnebel um sich herum zu einer Fläche aushärten lassen, die an einem ihrer Arme festzuwachsen schien. Nur wurde dieser provisorische Schild zu schwer zum halten, weshalb sie in die Hocke gehen und ihn mit der unteren Kante auf dem Boden absetzen musste. So fand sie auch Padraig vor, der nun auf dem Treppenabsatz über ihr auftauchte. Gerade, als er sie ansprach, zuckte ein dunkler Gegenstand zwischen sie beide hinunter - die von oben geworfene Granate.

Im Westflügel öffnete sich die Tür des Musikzimmers einen Spalt weit nach innen und eine Hand schob sich durch den Rahmen. Sie hielt ebenfalls eine fast zylindrische Kapsel mit Löchern an der Seite, was der wartende Ty aber erst bemerkte, als die Granate losgelassen wurde. Doch festhalten konnte der feindliche Soldat sie beim besten Willen nicht mehr, denn Ty hatte aus dem Mädchenzimmer heraus das Ende der Gardinenstange auf das Handgelenk des Angreifers sausen lassen. Der Mechaniker stürzte nun vor, riss den Soldaten ins Musikzimmer hinein und legte den anderen dabei mit einem Elektroschock schlafen. Dann warf er einen Blick zurück, bereit weiter zu hechten und sich vor der Explosion zu retten, als er die Granate erkannte. Seine letzten Worte waren ein reflexartig gebrülltes "White Fire!" während er sich den Plan des anderen zunutze machen und hinter der Tür zum Musikzimmer in Deckung gehen wollte.


Im Erdgeschoss war das dritte Kommandoteam gerade aus dem Esszimmer in den Flur getreten. Sie hatten ebenfalls das Kommando von Gremlin gehört und schritten weiter vor. Mit einem Kopfnicken schickte der Führer des Trupps seine Männer den Gang entlang, als er links auf den Stufen einen Körper bemerkte. Er ging näher heran, um den Mann zu identifizieren, als der ein leises Wimmern von unten vernahm. In diesem Augenblick kam die Meldung von auch die Meldung von Squad Vier. Ohne zu zögern griff der Mann an seinen Gürtel.

Im Westflügel war es in dieser Sekunde totenstill, ebenso in der Eingangshalle. Allerdings schob sich außerhalb der Eingangstüren ein dunkler Schatten über den Himmel und je näher er kam, desto größer wurde er, während auch das Rotorengeräusch des schweren Transporthelikopters langsam immer deutlicher zu hören war.


Im Keller konnte Belle über ihrem Kopf genau hören, wie die Tür geöffnet wurde. Ein kurzes Wimmern kam jedoch von den beiden Mädchen direkt vor ihr, denn die beiden waren hier neu, erst seit zwei Tagen hier und ob sie Belle unter all den anderen Personen beim Abendessen bemerkt hatten, war doch fraglich. Sie starrten sie jedenfalls angsterfüllt an, aber sie schienen ihr genug zu vertrauen, um tatsächlich ihre Hände zu greifen. Eine Stufe knarrte direkt über ihren Köpfen und Belle dürfte sich dunkel an das Geröll aus Holz und an den bewusstlosen Körper erinnern, über den sie auf ihrem Weg nach unten gestiegen war. Deutlich hörte sie, wie oben Metall klickte und klimperte und dann etwas die Stufen hinabpolterte.


In der nächsten Sekunde geschah mit allen geworfenen Granaten dasselbe. Sie zischten nur ganz kurz vor sich hin, dann explodierten sie mit einem dumpfen aber extrem lauten Knall, während sie einen blendenden Lichtblitz von sich gaben, als der innere Kern aus Ammoniumperchlorat und Magnesium in Sekundenbruchteilen verdampfte.

[Wirkungsinformationen zu taktischen Blendgranaten sog. "flashbangs": Schrapnelle gibt es bei diesen Granaten keine, aber sie sind auch gar nicht dazu gedacht, Leute zu verletzen. Stattdessen wird jeder im Wirkungsbereich, der den Lichtblitz gesehen hat, die nächsten fünf Sekunden lang dasselbe Bild vor Augen haben, da der Lichtblitz die Zäpfchen der Retina überstimuliert hat. Darüber hinaus wird sich die gesamte Umgebung wie wild im Kreis zu drehen, da durch das Knalltrauma von mehr als 170 db der Gleichgewichtssinn komplett gestört wird. Bis die Flüssigkeit in den Bogengängen sich wieder vom Aufruhr beruhigt hat, werden alle Betroffenen des Knalls sich anfühlen, als hätten sie sich drei Minuten lang im Kreis gedreht und wären dann plötzlich stehen geblieben.]


Kaum war der Knall vorüber drehten sich die Angreifer des vierten Squad um, hielten ihre modifizierten Gewehre so weit sie konnten über die Brüstung und ließen sie in vollautomatischer Einstellung blind in den Nebel unterhalb ihrer Stellung feuern. Das wilde Klicken hielt mehrere Sekunden lang an.

Der Soldat, der die Granate zu Padraig geworfen hatte, stürzte nun nach vorn und nahm dabei den Treppenabsatz mit kurzen Salven unter Beschuss. Die ersten trafen noch nicht, aber eine der letzten Salven streifte den Lehrer. Es war nur seinem kinetischen Schild zu verdanken, dass das Kapselgeschoss schon vorher zerplatzte und die Flüssigkeit auf sein T-Shirt versprühte. Irgendwann in den nächsten Sekunden jedoch würde sie durchweichen und seine Haut erreichen. Die Frage war nun, ob er seine Sinne rechtzeitig wieder fand, um es zu bemerken.
Glück im Unglück: Der Soldat kam nicht mehr dazu, weitere Salven abzugeben, denn die Eisnebel unter seinen Füßen verflüchtigten sich in diesem Augenblick. Der plötzlich rutschige Boden zwang ihn dazu, selbst nach Halt zu suchen


An den Fluchtpunkten sackten plötzlich mehrere der anwesenden Schüler zu Boden. Sie hatten sich auf den ersten Lift zu bewegt und waren wegen der Granatenexplosion desorientiert stehen geblieben. Dann klackerten oben den Gewehre und mehrere Kapselgeschosse flogen in alle Richtungen. Lilly fiel mit einem Seufzer um, dann Tom, der sie an der Hand gehabt hatte. Nicolas, kippte als nächster, dann Caleb, der Komponist, und zu guter Letzt noch Colin und Nikolai, die sich seit ihrer Ankunft vor einem halben Jahr ein Zimmer geteilt hatten. Über den Köpfen der anderen Schüler und auf dem Boden zerplatzen weitere Kapseln. Es war lediglich eine Frage der Zeit, bis der nächste getroffen wurde.

[Und beim nächsten Mal wird auch genau das passieren, wenn ihr noch länger wartet. Die Zeit läuft gegen euch...]

Brooke mochte es vielleicht gerade noch schaffen, den Kopf zu drehen oder hinter den Schild zu ziehen, so dass die blendende Explosion sie nicht vollends erwischte. Dafür war der Knall im wahrsten Sinne des Wortes ohrenbetäubend gewesen und ihre ganze Welt drehte sich seitlich weg, als sie die Balance verlor und nach hinten auf den Rücken kippte. Ihre Eisnebel verschwanden dabei augenblicklich und ließen nur noch eine feuchte Schicht aus Raureif auf den Stufen zurück. Auf ihr war der Soldat von oben ausgerutscht.


Das dritte Kommandoteam sicherte den östlichen Korridor im Erdgeschoss, während einer der Angreifer Salven ins Dunkel schießend die Treppe herab kam. Irgendwann würden die Kapseln Belle oder eines der Mädchen treffen. Die betäubende Wirkung der Granate hatte die Schattenspielerin jedenfalls wieder in die Realität zurück gezwungen. An einen Einsatz ihrer Gabe konnte sie in den nächsten Minuten jedenfalls nicht mehr denken, zu sehr war ihre Konzentration durch den Knall gestört. Sie hatte allerdings zwei Mädchen an den Händen, die sie nun von der Treppe fortzogen. Auch sie taumelten und schwankten von links nach rechts, aber immerhin schienen sie zu wissen, wohin sie wollten, denn sie hatten die Augen ängstlich kreischend zusammengekniffen, als die Granate die Stufen herabpolterte. Somit konnten sie sich visuell orientieren, und nun führten sie ihre Retterin am Fotolabor vorbei den Kellergang entlang, ins Dunkel. Ob sie wussten, dass es eine Sackgasse war? Oder würde es Belle bis dahin wieder einfallen, dass Brooke an der Haupttreppe nur den Weg nach oben mit der Eiswand verschlossen hatte?

Die Explosionen der Granaten hatten auch Tara und Chui gehört und es war schon fast unheimlich, wie nahezu synchron die Geräusche waren. Besonders für Chui dürften die dumpfen unterdrückten Klänge deutlicher zu hören gewesen sein. Aber dann hätte sie gewiss auch das Kreischen der beiden Mädchen im Keller gehört...



Ty

Ty hatte die Augen zugekniffen, aber die Ohren hatte er nicht mehr schützen können. So hatte er zwar ein paar visuelle Anhaltspunkte, aber die Tür hatte den Knall der Granate nicht wirklich gedämpft. So taumelte er auf die Füße und hinaus auf den Flur, wobei er über den bewusstlosen Angreifer stolperte. Erneut richtete er sich auf, zog sich dabei am Türrahmen hoch und hoffte, dass die Welt um ihn herum möglichst bald aufhörte, sich zu drehen.

Das Geräusch hinter sich liess ihn herumfahren. Das Seil bewegte sich; jemand kam das Seil hochgeklettert. Schnell sank er auf die Knie, um den bewusstlosen Angreifer aus dem Türrahmen zu rollen und die Tür zu schliessen. Aber wie sollte er sie abschliessen? Er hatte den Schlüssel nicht. Und etwas davorschieben ging nicht, weil sie nach innen öffnete. Alles was in Griffweite war, war die ausgebrannte Granate und ... die Gardinenstange, inklusive der Gardine. Wenn er nur diese Klinke damit blockieren könnte.

Die Idee kam ihm, als er gerade dabei war, die Gardinenstange in der richtigen Länge zu zerbrechen, um sie unter die Klinge zu klemmen. Er liess die Stange ganz, stattdessen riss er die Gardine ganz ab. Er drehte sie eilig zusammen und knotete ein Ende fest um die Klinke. Innerlich dankbar dass diese europäischen Klinken doch zu irgendwas gut waren, prüfte er den Knoten. Das andere Ende der Gardine schlang er um die Gardinenstange, machte einen weiteren Knoten und drehte die Stange quer vor dem Rahmen, bis die Gardine sich in ein fest gespanntes Seil verdreht hatte. Gerade, als er die provisorische Konstruktion losliess, hörte er hinter der Tür das Knirschen von schweren Stiefeln auf Glas. Jemand lief auf den Scherben des Fensters herum.

Ty wartete nicht ab, bis der Eindringling hinter der Tür feststellte, dass sich die Tür nicht ohne weiteres öffnen ließ. Er zog sich zurück. Sein nächstes Ziel war die Bibliothek, denn dort hatte er niemanden zur Sicherung eingeteilt, weil er sich bis zum Zwischenfall mit dem Musikzimmer vorgenommen hatte, darin ein oder zwei Bücherregale gegen die Türen kippen zu lassen. Aber dann war das mit dem Musikzimmer passiert.

Es wunderte ihn schon, dass bislang niemand über die Bibliothek hinaufgekommen war. Vielleicht wussten die Angreifer ja nicht, dass es darin eine Treppe gab? Ty würde nicht nachfragen, er war einfach dankbar. Hoffentlich kam er noch hinunter, ohne dass er bemerkt wurde.



Chui

Einen Schrei kann Chui selbst nicht unterdrücken, als glücklicherweise einen Sekundenbruchteil vorher doch oben die erste Granate losgeht, so dass sie sich schon die Ohren zuhält, als es auch im Erdgeschoss knallt. Klar, Tara und sie sind eigentlich ausserhalb des Wirkungsbereichs, aber Chuis empfindliche Ohren sind nunmal genau das: empfindlich. Sie taumelt auch wieder die ersten Treppenstufen hinunter, die sie Tara bereits gefolgt ist und prallt gegen ein Bücherregal.

"Explosionen." bringt sie hervor und schüttelt sich, um wieder klarzukommen. Es hat sie letztlich doch nicht so schlimm erwischt wie einen Menschen, der direkt danebengestanden hätte. Sie horcht sogar schon wieder. "Da sind Mädchen, da draussen! Ich glaub sie laufen in den Keller..." Sie sieht zu Tara auf... und beschließt, etwas Dummes zu tun. "Ich geh sie holen." informiert sie Tara und wendet sich um, läuft weiter in die Bibliothek hinein. Über eine Verbindungstür kann sie ins Wohnzimmer gelangen, und je weniger sie im Gang steht umso besser. Fast traut sie sich nicht, von dort aus dann in den Gang zu lauschen, aber was bleibt ihr übrig...



Tara

Laut ist es in jedem Fall, und wieder sind es die Reflexe, die Tara's Haende schnell an ihren Ohren sein lassen. Wenn auch natuerlich nicht rechtzeitig genug, und da kein zeitversetzter Knall mehr erfolgt, war diese instinktive Handlung auch nur bedingt sinnvoll.
Es hallt schon deutlich nach in den Ohren, aber Tara erlangt ihr Gleichgewicht etwas schneller wieder -- dieses eine Mal beneidet sie Chui nicht um deren scharfe Sinne.
Angespannt erwartet sie weitere Geraeusche -- krachendes Holz, polternder Stein... Als diese Geraeusche aber ausbleiben, ist sie zunaechst verwirrt. Bis ihr, durch die vielen vielen Stunden der Beschaeftigung mit dem Gebiet beinahe schon intuitives, biologisches Verstaendnis anschlaegt: Auch wenn sie keine Kenntnis ueber Kriegsfuehrung und Waffeneigenschaften besitzt, so spuert sie eindeutig, was diese Knallkoerper an ihrem eigenen Koerper selbst auf diese Entfernung mit Hindernissen dazwischen verursachen, und sie sieht, welche Folgen diese ploetzliche, kurze Lautstaerke fuer Chui hat. Von diesem Punkt aus ist es nicht mehr schwer, zu ahnen, wie sich Wesen verhalten, die naeher an diesen Explosionen dran waren -- und Schluesse darauf zu ziehen, welche Absicht von den Angreifern offenbar verfolgt wird... Komplette Desorientierung, um leichtes Spiel mit der Beute zu haben.
Natuerlich, denkt sie ein wenig verbittert, wenn sie uns einfach haetten umbringen und das Institut zerstoeren wollen, waeren sie gaenzlich anders vorgegangen...

In diesem Moment registriert sie, was Chui da gerade gesagt hat. Auch sie dreht sich auf der Treppe wieder herum und macht Anstalten, Chui zu folgen. "Du kannst da doch nicht allein raus!" fluestert sie aufgeregt. "Was, wenn sie nur abwarten, bis die naechsten von uns aus ihren Verstecken kriechen, und dir dann so ein Knalldings vor die Fuesse werfen... oder dich sonstwie ueberwaeltigen."
Sicher ist das dumm, jetzt dieses Zimmer in die 'falsche' Richtung zu verlassen, und am liebsten wuerde sie Chui einfach wieder mit nach oben ziehen. Auf der anderen Seite will sie die Maedchen auch nicht ihrem moeglichen Schicksal ueberlassen, ebensowenig wie Chui.

So ist Tara hin- und hergerissen zwischen Vernunft und "Rettungstrieb", und bleibt auf halbem Wege zum Wohnzimmer stehen (jedoch in 'sprungbereiter' Koerperhaltung), als Chui dieses betritt.



Padraig

Padraig registrierte die auf ihn zufliegende Granate und warf sich reflexartig in den Gang hinein während er gleichzeitig seine Augen schloss. Der folgende Knall setzte seinen Gehörsinn und auch den Gleichgewichtssinn außer Gefecht, doch zumindest die Sehfähigkeit war nicht vollständig beeinträchtigt. Und so bemerkte er die Kapselgeschoss und er spürte auch ihre Aufprallwirkung an seinem Schutzfeld. Was auch immer in dieser Flüssigkeit drin war, Padraig hatte keine Lust die Wirkung an sich selbst auszutesten. Zumindest nicht in dieser Situation. Doch zuerst musste er sich um den Aggressor kümmern. Die MP ruckte nach oben als der Mann gerade nach Halt suchte. Natürlich war es Pad nicht möglich mit seinem gestörten Gleichgewichtssinn einen präzisen Schuss abzugeben, aber für eine kurze Salve in Richtung des Ziels reichte sein früheres Training durchaus. Mehrere der Kugeln trafen und Pad begab sich in Sicherheit. Gleichzeitig versuchte er sein T-Shirt auszuziehen ohne mit der Flüssigkeit in Kontakt zu kommen. Kurz nur hatte er erwogen die Temperatur mittels seiner Gabe zu erhöhen um das Shirt weg zu brennen, aber er wusste nicht, wie die Flüssigkeit dabei reagierte. Diese Variante war am Sichersten. Und nun stand er mit nacktem Oberkörper da und fror. Ein Blick auf das Magazin seiner Waffe verriet ihm, dass er es unbedingt wechseln musste. Viel Ersatzmunition hatte er nicht, gerade mal noch vier Streifen, aber das musste reichen. Er hätte jetzt echt eine der Feuermutantinen gebrauchen können, damit sie seine Energien wieder aufluden, denn sein Akku war ziemlich aufgebraucht. In seiner Nähe lag Brooke auf dem Rücken. Sie wirkte unverletzt, was ein großes Glück war, aber jetzt galt es wirklich, alle Schüler und auch die Ehemaligen in die Subs zu bekommen. Vorsichtig, um nicht auszurutschen, hockte er sich neben sie und drängte sie zu den Speedröhren



Belle

Es dauerte einiges an Zeit bis Belle das Trauma der Granate verwunden hatte und wieder gerade gehen und sehen konnte. Sie blinzelte heftig und verdankte es wohl nur den beiden neuen, dass sie noch stand. Ein ziemlich herzhafter aber leiser Fluch verließ ihre Lippen.
Sie waren fast an der Treppe vorbei, als Belle wieder richtig denken konnte. Kurzerhand blieb sie einfach stehen und deutete auf die Treppe. Sie musste nach oben. Dringend.
Die Mädchen hinter sich herziehend schlich sie vorsichtig die Treppe hinauf, wobei sie sich an den Wand drückte. Rasender Schmerz tobte durch ihren Kopf und sie knirschte unwillkürlich mit den Zähnen. Die Fluchtröhren waren ihr erklärtes Ziel und sie hoffte, dass sie ihre Mutation bis dahin nicht nochmal einsetzen musste.



Orakel

Grah, wäre die Lage nicht so verdammt erst gewesen: Er hätte am liebsten laut losgeschrien. Zum verzweifeln, wirklich. Und das schlimmste an all dem: Er kam sich so verdammt hilfslos vor. Die wirkung der Rauchbombe, die sich um sie alle herum ausbreitete machte die ganze Lage nicht gerade einfacher. Und dann kam der nächste Klops. So gebückt wie ihr kleines Grüppchen gerade durch den Gang jagt, um die beiden, verdammten Speedröhren noch irgendwie zu erreichen, sind sie gerade eben natürlich willkommene Opfer für den plötzlichen Blitz, der das Gedränge und Gestolpere vor den beiden Aufzügen noch perfekter macht. Mark versucht sich irgendwie an eine der Wände zu drücken, um auf diese Weise wenigstens einen Anhaltspunkt zu haben, wo er sich befindet, während er andauernd blinzelnd gegen die gähnende Schwärze vor seinen Augen ankämpft. Tränen rinnen dabei aus seinen Augenwinkeln. Und immer mehr schreit etwas in seinem Inneren einfach endgültig lauthals schreiend loszurennen, egal was kommt. Beruhig dich Junge. Im Fernsehen sehen die Leute doch angeblich nach einer solchen Geschichte auch "schnell" wieder was., der letzte Funken rationalität, der gegen die anbrechenden Flut asu Angst kämpft.

Der Knall dabei ist Glücklicherweise noch in seiner menschlichen Gestallt von ihm erwischt worden. Als Hund.... naja, reicht es wenn man sagt, dass er sich wahrscheinlich in dem Fall am liebsten hingesetzt hätte um laut los zu jaulen? Das Chaos ist jetzt endgültig perfekt, so das er mehr stolpernd als irgendwas anderes voran kommt. Die letzten Meter bis zur Speedröhre.... so ganz kann er immer noch nicht sicher sein, dass er wirklich dort ankommt, wo er eigentlich hin will. Sind die anderen noch hinter ihm? Keine Ahnung, außerdem ist noch alles in seinem Sichtfeld ganz verschwommen. .... mal ganz davon abgesehen, dass noch irgendwas in seinen Gehöhrgängen nachhallt. Naja, wenigstens hat die Karte im Hintekropf sie an die richtige Stelle geführt.

Weiter also, versuch dich nicht so direkt als Zielscheibe anzubieten. Aber wie sollte man das bei diesem Chaos aus Rauch und Dunkelheit überhaupt noch machen können? Mark stolpert über irgendetwas... und das kurz vor der "rettenden" Röhre. Verdammt, was war das? Mark versucht in der Eile nachzutasten, findet aber gerade rein gar nichts.... mal ganz davon abgesehen tritt ihm kurz darauf ein anderer "Schulkamerade" auf eben diese Hand. Ein lauter Schmerzensschrei. Mark prest die malträtierte Hand gegen seine Brust und kommt wieder auf die Beine. Nur noch ein paar Schritte und er steht mit einem mal ebenfalls in der Röhre. Eher gehetzt blickt sich Mark um. Wo sind die anderen? Auch hier?



Diaz

Als die Granaten explodierten stand Diaz noch immer in der Schlange jener die in en Lift wollten und wurde von den Auswikungen der Granate voll getroffen. Das ihn keines der Geschosse traf war purer Zufall. neben ihm sackten seine Mitschüler zusammen ohne das er davon .. oder von allem anderen etwas mitbekam. Er taumelte nur mit den schmerzverzerrtem Gesicht und den Händen auf die Ohren gepresst an der Stelle hin und her und konnte weder denken noch handeln.
Nur hoffen das ihn igrentwer erwischt und aus der Gefahrenzone bringen würde... ihn wie wohl auch alle anderen Schüler die noch vor dem Lift standen und denen es vermutlich kaum besser ging.



Silje

Irgendwie war Silje dem rothaarigen Maedchen fuer die Ohrfeige, die Regan wohl oder uebel abbekam, sehr dankbar. Denn das loeste aus, das Regan vermutlich aufhoerte an Silje zu zerren. Nun, was soll man in solch einer Situation tun? Die Norwegerin war einfach nicht wirklich bei der Sache und konnte all das was hier gerade ablief nicht verstehen... oder eher - sie wollte es nicht. Natuerlich erkannte sie, dass hier so einiges schief lief. Das Institut wurde angegriffen, das war ihr nun auch bewusst, aber sie hatte einfach absolut keine Orientierung mehr. Vor allem nicht , als der Rauch auftrat.
Na, klasse. Jetzt war alles futsch. Sie war eine der Neuen, hatte zwar am Tag zuvor eine Fuehrung zu den Fluchtwegen bekommen, aber der Jungentrakt kam dort ganz und gar nicht vor, weshalb sie auch nicht ganz verstand weshalb sie dort hin sollten, aber wenn das Ty und die anderen sagten... muesste das schon richtig sein.
Wie die anderen auch, duckte sie sich und versuchte einigermaßen die ihr noch fremden Schueler, die sie bisher nur beim Abendessen oder im Unterricht gesehn hatte, "im Auge zu behalten". Zumindest Regan, die eigentlich noch ganz in ihrer Naehe sein muesste.

"Heey, seid ihr noch da?"

...war dann wohl das Erste, was sie von sich gab und tastete sich vorsichtig und unsicher nach vorne. Falls sie irgendjemand noch hoeren konnte, wuerde man einen deutlichen Unterton von Unsicherheit und einen Anflug von Angst vernehmen. Dennoch war sie erstaunlich ruhig, im Gegensatz zu manch anderen. Silje stoppte und kniff ihre Augen zusammen und auch ein Husten blieb nicht aus. Ihre Haende fanden sich an ihren Augen wieder, die diese nun heftig rieben um die aufkommenden Traenen zu vertreiben.....

Als sie sich grade wieder gefangen hatte kam das naechste Unheil. Ihre Haende hatten wieder den Boden erfasst, als auch sie von dem ploetzlich aufkommenden Blitz "getroffen" wurde . Silje duckte sich reflexartig mit dem Gesicht zu Boden und drueckte ihre Arme dagegen. Sie kniete also mit dem Gesicht nach unten total orientierungslos mitten im Gang am Anfang des Jungentrakts auf dem Boden und bewegte sich kein Stueck. Sie konnte einfach nicht....



Regan

Regan hatte Silje dicht hintersich rufen gehört, nur kannte sie den Namen des Mädchens nicht.

"Wir sind hier", eine wunderbar aussagekräftige Antwort. Sie hoffte dass das Mädchen sich vllt an ihrer Stimme orientieren konnte, falls sie überhaupt etwas hoffte oder dachte. Die neue Panik die in ihr aufgestiegen war konnte Regan kaum bändigen. Sie zitterte am ganzen Körper, ihre Augen tränten immernoch die Lungen füllten sich zunehmend mit Rauch, was zur Folge hatte, dass ihr Gehirn langsamer arbeitete und höllische Angst hier nie wieder rauszukommen sank.

Doch dafür wirkte es lähmend, ihr Gehirn arbeitete langsamer und es schien ihr als wären ihre Sinne völlig verklärt.

Am liebsten hätte sie sich am Boden zusammengerollt und geweint. Aber so war alles was sie tat, dümmlich neben Silje dazustehen, darauf zu warten dass irgendjemand etwas anweisendes sagte, Licht ins Dunkel brachte. Im wahrsten Sinne des Wortes.



Victor

Victor gehörte zu denen, die sich schon in dem Aufzug befanden, der sich gerade das zweite mal in die Tiefe aufmachen wollte, als die Granaten ihre Hülle sprengten, und die Tür der Kapsel, die Einige der Kids in Sicherheit befördern wollte stoppte, da Victors Hand wie wild nach einigen der Mitschülern griff, dann nur noch nach dem Einen.

Er hielt die Luft an, und spührte in seinem Kopf schon dieses dumpfe Gefühl, die Leere, und doch spürte er, wie sich ein paar Hände mehr bewegten, um noch ein paar Mitschüler in die Kapsel zu ziehen. Zufall war es nicht, das Victor ausgerechnet Diaz mithilfe eines blonden Mädchens hineingezogen hatte, die offensichtlich auch keinerlei Probleme mit dem Gas hatte, und dafür sorgte, das alle Hände und Füße aus der Lichtschranke der Tür verschwanden, als Victor nach hinten einem weiteren Jungen gegen die Beine kippte, von dem ganzen Szenario, das so unwirklich wirkte nichts mehr mitbekam und sich dann mitsamt der Kapsel in die Tiefe stützte...

Eigentlich hatte er gewartet. Auf Jemanden. doch auch in der Gruppe von Schülern, die sich drängten einen Platz in der Kapsel zu bekommen war sie nicht bei gewesen. Victor hatte einigen Vortritt gewährt, sie selbst noch in die Zweite Kapsel geschoben, in der Hoffnung, nein, in dem Glauben sie würde gleich auftauchen. Aber sie war auch in der Menge nicht auszumachen gewesen, und die Schreie nach ihr, so leise sie auch waren, weil es einfach an der Luft zum atmen fehlte, was zu dem Zeitpunkt noch nicht an dem Gas gelegen hatte, blieben unbeantwortet, und so griff Victor das andere, erste bekannte Gesicht, das ihm noch vor die Augen gekommen war, als es schon zu Boden sank.
Vielleicht hatte er sie gesehen? Irgendwer?



Sophie

Sophie indess hatte Glück im Unglück gehabt... Es brachte tatsächlich was, dass alle anderen vor ihr gingen - Sie musste sie ja im Blick behalten um die Karte senden zu können. Als dann irgendetwas vor ihr poltert, denkt sie an eine weitere Rauchgranate und - WUMM!

Marks und Stans Rücken verdecken ihr den Großteil der Sicht auf den Blitz, so dass es zwar vor ihren Augen in allen möglichen bunten Farben schillert, sie aber nicht völlig blind ist. Und noch etwas kam ihr tatsächlich zu gute - Ihre Mutation. Genauer gesagt, ein eher unbeachteter Teil ihrer Mutattion. Die inneren Gehörgänge des Mädchens verschliessen sich, als die ersten heftigen Schallwellen an ihr Ohr treffen reflexartig - Eigentlich davor gedacht sie selbst zu schützen, wenn sie schreit, damit sie nicht sich selbst ausknockt.

Die Karte indess flackert in den Köpfen aller anderen und ist weg - an Konzentration ist nicht mehr zu denken. Nach vieleicht 10 Sekunden kann Sophie wieder hören - Doch schon vorher merkt sie, dass die Granaten wohl keinen so guten Einfluss auf ihre Kameraden hatten und plötzlich sieht sich das stumme Mädchen in der Situation ihren Kameraden helfen zu müssen, die sie doch eigentlich immer alle als so viel stärker empfunden hat...

So drängt sie die taumelnde Cath in die Speedröhre, wo offenbar alle hineingewollt hatten.
Dannach befassen wir uns mit Mark und Stan - Auch wenn die beiden herren vermutlich doch etwas schwerer zu bewegen sind von jemandem der mindestens zwei Köpfe kleiner ist...
Moment mal, Mark ? Wo steckt der eigentlich ? Ach, er ist schon drinn, gutgut...

Müsste ich nicht eigentlich panisch sein ? Aufgewühlt ? Hysterisch ?

Aber das ist sie nicht... Für Sophie stellt sich im Moment einfach nur da, was getan werden muss... Und, dass sie niemanden hier im Stich lassen kann. Der Blick geht in die andere Richtung, wo sie Silje und Regan hört... Zwei Stimmen die sie wenn überhaupt, nur nebenbei kannte, aber...

Sophie zögert einen Moment, hin und hergerissen zwischen dem Wunsch, von hier zu verschwinden und ihrem Gewissen, dass ihr riet, zu helfen...



Karl Seiffert

irgendwas war geschehen. er war eben noch völlig in seinem schema, dabei alles unter kontrolle zu halten... als plötzlich die welt den bach runter ging. er hörte irgendwo das leise "fire in the hole!" und hatte bilder von einem spiel im kopf das irgendwie jetzt so garnicht passen wollte. mit einem blinzeln und desorientierter haltung klammert er sich an der wand fest und versucht die umgebung wieder für sich zu erschließen... als ihn eine kräftige hand packt und ein stück bewegt. er befindet sich in einer der röhren und greift reflexiv nach dem haltegriff als er sich ihm in die seite bohrt. immer stärker zerrt der drang an ihm loszulassen, die klarheit seiner sinne durch eine einfache entkopplung wiederzuerlangen... aber irgendwie erscheint ihm die option als hilfloser körper in der röhre oder sonstwo während der flucht herumzuliegen nicht sonderlich attraktiv.



Chui

Was, wenn sie nur abwarten, bis die naechsten von uns aus ihren Verstecken kriechen, und dir dann so ein Knalldings vor die Fuesse werfen... oder dich sonstwie ueberwaeltigen.

Ja, was dann? Sie weiß nicht, wer die Angreifer sind. So wie sie vorgehen und was sie an Ausrüstung haben wirken sie militärisch. Aber welches Militär würde hier ihre Schule stürmen? Warum? Was wollen sie eigentlich von ihnen allen? Chui hat keine Ahnung, sie weiß nur, dass sie gar nicht scharf darauf ist, es herauszufinden.

Sie könnte natürlich darauf bauen, die Angreifer zuerst zu bemerken... aber nachdem sie diesen Knall gehört hat ist sie unsicher. Wenn sie so einem zum Opfer fällt, brauchen sie sie nur noch aufzusammeln. "Sie wissen nicht, dass wir beide hier sind, sonst wären sie längst da. Ich glaub, sie wissen auch nicht, dass es in der Bibliothek eine Treppe gibt." kommt sie zu denselben Gedankengängen wie Ty weiter oben. "Sie dürfen mich nur nicht bemerken."

Ihre Stimme klingt etwas unsicher... sie hat sich noch nie in einer solchen Situation befunden. Und dann bleibt da noch eine Frage. Gelb funkeln Chuis Augen Tara im Dunkeln an. "Du könntest oben bescheidgeben." sagt sie leise. "Ich geh über die mittleren Treppe in den Keller und versuch auch über die nach oben zu kommen." Vernunft oder Hilfe. Chui erspart ihr die Entscheidung nicht. Dafür öffnet sie die Tür vom Wohnzimmer zum Gang und schleicht tatsächlich hinaus.



Voice

Squad Vier unterbrach den Angriff nach etwa 20 Sekunden, um nachzuladen. Dabei lauschten die Soldaten auf Geräusche unter ihnen, die nun bedeutend weniger geworden waren. Dann begannen sie, kurze Seile an ihren Gürteln zu befestigen. Offensichtlich planten sie, durch das zerstörte Treppenhaus nach unten ins erste Stockwerk zu gelangen.

Nur Augenblicke später gab es eine weitere Explosion bei der anderen Treppe. Der Soldat, der Padraig unter Beschuss genommen hatte, hatte am Treppengeländer nach Halt gesucht, weil Brookes Eisnebel die Stufen bis zum Dachgeschoss rutschig gemacht hatten. Dadurch konnte er aber nicht mehr schießen, und bis er sich entschieden hatte, lieber das Gewehr loszulassen als seinen Halt zu verlieren, hatte er bereits das Gleichgewicht verloren. Er stolperte, nein, fiel die erste Hälfte der Treppe hinunter, zumindest anfänglich. Kaum näherte er sich jedoch dem Kästchen, das Padraig hinterlassen hatte, zirpte dieses dreimal und schleuderte den Angreifer durch die Luft. Ihm folgten dabei die Trümmer des obersten Teils der Treppe, die den nun bewusstlosen Mann unter sich begruben.


Der Grund für die vorübergehende Stille bei den Fluchtpunkten war, dass dort mehrere Körper im Nebel auf dem Boden lagen und keine Geräusche mehr von sich gaben. Aber auch die Tatsache, dass nun nicht nur die erste, sondern auch die zweite Liftkapsel ein weiteres Mal auf dem Weg nach unten waren, um jeweils ihre Insassen in Sicherheit zu bringen. Die Röhre an der Treppe transportierte Victor, Karl, Diaz und Levander.
In der anderen Röhre standen Mark und Stanley und hielten Cathrina fest, die wohl irgendwie einen Spritzer aus einem der zerberstenden Kapselgeschosse abbekommen haben musste. Erst schwankte sie, dann drehten sich ihre Augen nach oben, so dass nur noch das Weiß ihrer Augäpfel zu sehen war und sank schlafend in die Arme ihrer Freunde. Bevor die Tür sich allerdings vollends schloss, wurde noch jemand hineingereicht: Seana Hayward.
Das kleine Mädchen hatte genau wie Cathrina neben der zerplatzenden Kapsel gestanden und war sofort eingeschlafen. Corban Wright, der wie auch Sophie noch wartend da stand, hatte es trotz des Nebels mitbekommen und sie aufgehoben. Erst wollte er mit ihr einsteigen, dann überlegte er es sich jedoch anders und drückte Mark den erschlafften Körper des Mädchens in die Arme, so dass Stanley allein Cathrinas Gewicht halten musste. Dann war die Tür zu und lediglich das lilafarbene Plüschvieh zeugte noch dumm aus den Knopfaugen in den Nebel glotzend von vormaliger Seanas Anwesenheit.

[Die betreffenden Spieler können ab sofort im neuen Thread weiter schreiben. Dieser Thread hier soll dann bitte nur noch von hier aktiven Spielern benutzt werden, so dass wir den Überblick behalten können. Bisherige bestätigte Schülerchars, die es nach unten geschafft haben: Victor, Diaz, Karl, Levander durch die Röhre bei Nr. 8; Mark, Stanley, Cathrina, Seana durch die Röhre bei Nr. 9; Cathal und Ashley bei den ersten beiden Fahrten.]

"Kommt schon, ihr seid die nächsten" wisperte Corban gedämpft in den sich langsam verflüchtigenden chemischen Nebel hinein. Das durfte dann wohl Regan, Silje und Sophie gelten, oder? Nein, offensichtlich nicht, denn zwei weitere Gestalten standen im Flur, bis eben noch starr vor Entsetzen aufgrund der Ereignisse. Es waren Ragnar und Layleen.
"Wir passen da nicht hinein" erklärte der Skandinavier mit einer Grabesstimme, die so kalt war wie die Luft um seinen Körper herum. "Wir müssen einen anderen Weg nehmen. Wir finden euch schon wieder; schnell, rettet euch!"
Und noch bevor Corban oder irgendwer sonst einen Widerspruch einlegen konnte, nahm er das Falkenmädchen am Arm und zog sie ins nächstgelegene Zimmer. Es war das von Logan. Dort machte er sich sofort am Fenster zu schaffen, riss es ganz auf und ging dann zum nächsten, um es ebenfalls ganz zu öffnen. Dann stiegen beide auf die Fensterbänke, um sich nach draußen zu stürzen, wobei beide ihre Schwingen ausbreiteten. Durch die offenen Fenster konnte man nun deutlich das Geräusch von Rotoren hören und der Luftzug sorgte dafür, dass sich der Nebel im ersten Stock noch schneller verflüchtigte.

Im selben Moment gab es direkt hinter den Schülern eine weitere Explosion. Die Trümmer der Haupttreppe flogen den Gang entlang bis an die offen stehende Tür von Logans Zimmer. Padraig würde einige davon auf seinen Rücken aufprallen spüren und auch Brooke blieb nicht unversehrt. Ihr Kopf und Oberkörper waren noch hinter dem Schild aus Eis verborgen, aber mehrere der Trümmerteile trafen ihre ungeschützten Beine. Ein Schmerzensschrei entfuhr dem Mädchen, das wohl die nächsten zwei Tage würde humpeln müssen, da ihr linker Knöchel zwischen zwei kleineren Balken eingequetscht wurde. Glücklicherweise war ihr sonst nichts geschehen, denn ohne den Eisschild hätte ein weiteres Trümmerteil ihren Kopf erwischt.


Kaum dass Chui die Tür des Wohnzimmers öffnete, spürte sie den Windhauch, und sie hört auch überdeutlich das Geräusch des landenden Helikopters. Doch die Katzenohren fingen noch mehr auf. Draußen rief jemand etwas, es könnte "Ogies!" gewesen sein, oder "Hoagies!" Noch während sie sich vorwärts bewegte, hörte sie mehrere hohle Geräusche in schneller Folge, als würde jemand den Deckel einer leeren Chipsdose absprengen, wie in dieser einen Fernsehwerbung. Als sie dann das Geräusch zweier aufschlagender Körper draußen im Kies vernahm, war sie bereits an der Treppe angelangt. Und an einer gewaltigen, dicken, matt glänzenden Mauer aus Eis, die den Weg nach oben unmöglich machte. Dann dürfte sie auch den Atem von unterhalb vernehmen, wo gerade Belle und zwei Mädchen in ihren Sichtbereich gerieten.
Dann gab es direkt über ihren Köpfen eine markerschütternde Explosion, die selbst Tara zweieinhalb Zimmer weiter hören konnte. Es regnete Geröllbrocken gegen die Innenseite der Eismauer und die Treppe über den Köpfen der Mädchen krachte bedenklich. Zumindest vom Krachen dürfte Chui aber nicht mehr viel mitbekommen, denn in ihren Ohren machte sich gerade ein hochfrequentes Fiepen breit, dass die nächsten Sekunden anhalten würde. Hören wurde ihr dadurch nicht unmöglich, aber bedeutend erschwert.


Draußen vor dem Haupteingang war ein massiger Helikopter gelandet. Er erinnerte an einen dieser Transporthubschrauber vom Typ Chinook, die man aus Kriegsfilmen kannte: zwei Rotoren, länglicher Rumpf, große Seitentüren. Dahinter näherten sich bereits zwei weitere Schatten, offensichtlich Verstärkung. Vier Soldaten waren gerade damit beschäftigt, die reglosen Körper zweier geflügelter Mutanten in den ersten Helikopter zu laden, während ein weiterer Trupp gerade heraussprang. Die Männer gingen jedoch nicht ins Gebäude hinein, sondern versammelten sich an der Hauswand neben dem Eingang. "Flag Team in Position" meldete der Anführer des kleinen Trupps über seinen Transmitter.



Ty

Ty hörte die Explosion und wandte sich von der Bibliothekstür ab, die er gerade öffnen wollte. Er spähte um die Ecke und erkannte schemenhaft Gestalten am Boden liegen. Vorsichtig näherte er sich, bereit zuzuschlagen, falls es sich dabei um Feinde handeln sollte. Dabei stellte er fest, wie schwer es ihm plötzlich fiel, eine Ladungsverschiebung zu erzeugen.

Der Elektroschock von vorhin war also nur durch die Ladungsverschiebung seiner eigenen Elektronen geschehen. Nun, da er neue Ladung ansammeln wollte, stellte er fest, dass es kaum möglich war. Schlimmer noch, er musste bald aus dem Einflussbereich dieses Feldes heraus, so dass seine eigenen Moleküle sich normalisieren kommen. Er spürte schon das Kribbeln in den Armen, dass die Überbelastung andeutete, der er sich gerade aussetzte.

Dann erkannte er in den Liegenden Brooke und Padraig, und die schwelenden Überreste der Mitteltreppe. "Seid ihr okay? Sind alle evakuiert?" fragte er, während er Brooke und Padraig Hilfe beim Aufstehen anbot.


Sophie

Sophie hatte sich schlussendlich entschieden, nicht mit in den Lift zu steigen, das Gewissen hatte gesiegt...
Sie rannte Silje und Regan entgegen um sie mit zur Röhre zu bewegen... Sie kannte ja nun endlich den richtigen Weg. Das rotgelockte Mädchen wirkte irgendwie vollkommen emotionslos... Auch wenn es in ihr brodelte... Sie verfolgte die Szene um den Engel und das Falkenmädchen, dann versuchte sie Regan, wie auch die Skandinavierin mittels Gestikulieren in die Röhre zu bewegen... Ein Blick ging zu Corban, dann zu Brooke... Und ohne auf irgendwen anderen zu hören hastete sie zu der Eisprinzessin um ihr aufzuhelfen... Und vor allem, weg von dem Loch, durch dass man bestimmt prima durchschiessen konnte...
Womit auch Tys Frage beantwortet wäre... Kurz geht ihr Blick zu Ty. Sie deutet in den Mädchenflügel und macht ine verneinende Geste, deutet ein Lächeln an um anzuzeigen dass das alles positiv gemeint ist - dort also leer und niemand mehr... Nickt dann zur Speedröhre. Indess nickt sie auch die Treppe hinunter, hebt dann die Schultern...

Jedenfalls will sie nicht mehr lange hier bleiben... Sie hat getan was immer in ihrer Situation möglich war... Sie wird als nächste in die Röhre steigen, helfen kann sie grade niemand sonst in Reichweite mehr.



Tara

Sie gibt es auf, Chui aufhalten zu wollen -- ganz abgesehen davon, dass diese sowieso bereits die Tuer oeffnet.

Also wird sie Chui's Vorschlag folgen; einfach herumstehen und warten, bis es vorbei ist, ist keine Option (auch wenn ein Teil von ihr, irgendwo tief in ihr, am liebsten ins Bett zurueckkriechen wuerde, die Decke ueber den Kopf ziehen und warten, bis sie aus dem Albtraum erwacht). Die Chance, der Katze zu folgen, hat sie verstreichen lassen, und allein wird sie mit Sicherheit nicht ueber den Gang stiefeln, womoeglich direkt in die Arme des naechstbesten "Feindes". Also ist es ein zweites Mal die Treppe, die sie emporschleicht -- wenn die Angreifer tatsaechlich nicht wissen, dass sich hier noch eine Treppe befindet, dann soll das auch so bleiben.
In diesem Moment dringt das Geraeusch der Explosion an ihre Ohren, ihre Augen weiten sich vor Schrecken, und sie hastet die letzten Stufen der Treppe hinauf.

Oben angekommen lehnt sie sich einen Moment gegen die Wand und atmet einige Male tief durch, dann durchquert sie das Zimmer und drueckt vorsichtig, leise, die Tuerklinke nach unten. Sie oeffnet die Tuer so weit, dass sie den Kopf hindurch stecken kann und Ty eben um die Ecke verschwinden sieht. Sie unterdrueckt einen erleichterten Seufzer ob der Tatsache, dass hier oben offenbar noch Leute am Leben beziehungsweise in 'Freiheit' sind, verlaesst die Bibliothek und schliesst die Tuer so geraeuschlos hinter sich, wie sie sie geoeffnet hat.

Einige Momente spaeter erreicht sie mit raschen Schritten Ty, Brooke, Sophie und Padraig, und platzt direkt los, wenn auch mit gedaempfter Stimme: "Die Treppe in der Bibliothek ist scheinbar noch unentdeckt. Ich habe einen Weg ins Erdgeschoss gesucht, Chui ist mir gefolgt -- sie hat ausserdem gehoert, dass wohl ein paar der Maedchen da unten sind, und will sie finden. Ich wollte sie abhalten, aber... hm, Katzen eben?"
Die letzten Worte kommen ein wenig unsicher. Sie fuehlt sich jetzt, wo sie das erzaehlt, schon in gewisser Weise schlecht, dass sie Chui tatsaechlich allein gelassen hat. Aber wer wuerde dann ueberhaupt vom Verbleib der Versprengten wissen? Sie hofft nur, dass es noch nicht zu spaet ist, vor allem nach dieser Explosion.



Brooke

Brooke staunte nicht schlecht als sie Pad in diesem Aufzug sah, das war mal klar, auch wenn sie es nach außen ja nicht zeigen wollte. Wie um ganz sicher so gehen, das es auch wirklich Pad war betrachtete sie ihn eine Sekunde bevor sie nickte „I’m on it“ Sie wollte tatsächlich gerade loslegen, den Treppenaufgang mit Eis zu versperren, aber dann ging auf einmal alles furchtbar schnell und sie kam nicht mehr dazu.

Geräusche ertönten erneut und plötzlich ging die Granate zwischen ihr und Pad los. Sie schaffte es gerade noch, den kopf hinter ihr Eisschild zu ziehen und reflexartig die Augen halbwegs zu schließen als der Ohrenbetäubende Knall ertönte. Sie taumelte und kippte nach hinten über, wo sie für einen Moment lang Orientierungslos auf dem rücken lag. Ihr war schwindelig, so schwindelig.

Dann hörte alles langsam auf sich zu drehen und sie sah Pad, der neben ihr Kniete. Sie versuchte so gut es ging, sich aufzurichten. Das hier war kein Platz um sich auszuruhen und sie ärgerte sich, dass es sie so umgeworfen hatte. Sie ärgerte sich nicht nur, ihre Wut auf die Angreifer wuchs noch. Und wehe dieses leichte Pfeifen in ihrem Ohr würde nicht mehr weggehen. Sie brauchte ihr Gehör doch für ihre Musik.

Bevor sie ganz auf den Beinen war detonierte es erneut und die Trümmerteile flogen durch den Raum. Ihr Oberkörper mochte unter ihrem Eisschild recht sicher gewesen sein, das allerdings nachdem es sie beschützt hatte nicht einmal mehr ein schatten seiner selbst war und große Risse bekam, so das ganze Stücke abbröckelten. Ihre Beine allerdings waren ungeschützt und das bezahlte sie teuer. Sie wollte sich noch auf die Zunge beißen, als ein stechender Schmerz sie durchfuhr, aber dann entschlüpfte ihrer Kehle doch ein Schrei.

Sobald sie den Schmerz wieder etwas unter Kontrolle hatte versuchte sie selber, so gut es ging, die Balken weg zu schieben, wobei sie die Zähne fest zusammen biß. Verflucht, ihr Knöchel… Sobald sie ihren Knöchel freigelegt hatte zog sie das verletzte Bein etwas an. Sie legte ihre freie Hand auf den Schmerzenden Knöchel und schon bildete sich eine Schiene aus Eis um den Knöchel herum, während Brooke schon wieder aufsah und schaute, wie es Pad ging. Der hatte ja sicher auch etwas abbekommen.

Da tauchte Ty auf der Bildfläche auf und auch wenn sie ihn noch nie sonderlich gemocht hatte, so war die Eisprinzessin nun doch froh, ihn zu sehen, auch wenn sie das nicht zeigte „Wir haben beide Trümmerteile abbekommen… Mein Knöchel ist hin…“ erklärte sie Ty schnell und warnte „Vorsicht, der Boden hier ist etwas rutschig“ Ty konnte sich sicher denken wieso. Während sie noch sprach versuchte sie, irgendwie auf die Beine zu kommen, verzog dann aber vor Schmerz das Gesicht und musste schließlich Tys Hilfe beim aufstehen in Anspruch nehmen.

Sie wollte gerade ansetzen, um Tys nächste Frage, ob alle evakuiert seien, zu beantworten, doch da kam Tara auf sie zu. Ihre Augen verengten sich, als sie hörte, das Chui noch irgendwo im Gebäude war und versuchte, Mitschüler zu rette. So eine mutige aber auch dumme Katze, so auf eigene Faust loszugehen, ohne Rückendeckung. Sie seufzte und wollte schon in Richtung Bibliothek davon stürmen, als sie sich ihres kaputten Knöchels, den sie kurzzeitig vergessen hatte, wieder bewusst wurde und sehr undamenhaft fluchte. Wieder war sie unfähig, etwas zu tun. Na toll. Ihr Groll auf die Angreifer wuchs nur noch mehr an.

_________________
Von Katzen versteht niemand etwas, der nicht selbst eine Katze ist. - Natsume Sôseki (japanischer Dichter)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: 02 [3.-4.9.] Spannungskurve: Under attack!
BeitragVerfasst: Montag 2. März 2009, 00:41 
Chui
Chui
Benutzeravatar

Registriert: 03.2009
Beiträge: 203
Geschlecht: weiblich
Chui

Ein Hubschrauber. Das heisst, dass sie wohl wirklich nicht mehr viel Zeit hat, ehe es hier von neuen Horden der Angreifer gerade so wimmelt. Ausgestiegen sind schon welche, wie sie an dem Ruf hört. Sie hält im Gang inne, als sie das Klickgeräusch hört. Da sieht sie auch die Eismauer. Aha... das war sicher Brooke. Sie muss die anderen Mädchen in die Bibliothek lotsen. Unsicher fragt sie sich, was das Geräusch fallender Körper zu bedeuten hat. Das hat sich irgendwie nicht so angehört als wäre da nur jemand umgefallen.

Sie kommt nicht dazu, sich weiter darum Gedanken zu machen, denn die Explosion ist äußerst ablenkend, und sogar mehr als das. Mit einem schmerzerfüllten Ächzen geht Chui in die Knie und presst einmal mehr die Hände auf die Ohren... zu spät, wie sich erweist. Umso rascher läuft sie jetzt die Treppe hinunter, getrieben von der Gewissheit, dass sie nur wenig Zeit hat und der Panik, dass sie für immer dieses Pfeifen in den Ohren haben könnte.

"Belle!" ist diejenige, die sie als erstes erkennt. Es hört sich furchtbar dumpf an, was sie sagt. Keine Zeit, dem Gehör kann sie später nachtrauern. Vermutlich sieht sie so schlimm aus wie sie sich fühlt, aber das dürfte sie mit den anderen gemeinsam haben. Sie sieht die drei an. "Los, kommt mit mir zur Bibliothek... da ist noch niemand, da können wir rauf."



Regan

Regan hockte sich neben Silje hin. Ihre Bewegungen waren langsam.

"Hey...ist, ist alles in, in Ordnung? Bist du, du ver-letzt?",stammelte sie leise.

Sie hustete wieder. Würgte dann leicht, konnte sich aber erstaunlicherweise beherrschen.

"Wir müssen von hier weg", sagte sie leise ohne auch nur den geringsten Anstand zu machen Silje und sich zu den rettenden Röhren zu bugsieren. Es war mehr eine in den Raum geworfene Feststellung als eine wirkliche Aufforderung.

Die Panik und die Auswirkungen der Rauch-Reizbomben hatten überwältigt, und das erklärter warum sie sich hier geduckt bei einem fremden Mädchen, dass ebenfalls unfähig war irgendetwas logisches oder rationales zu tun, so geborgen, fast sicher fühlte.

Immernoch blitzten hunderte von Bildern vor ihrem geistigen Auge, Bilder aus der Vergangenheit, gemischt mit welchen aus der Zukunft, doch sie konnte sie längst nicht mehr trennen oder deuten. Manche nicht einmal mehr bewusst wahrnehmen. Das innere Chaos war perfekt.



Silje

Silje war erleichtert als sie Regan neben sich hoerte, antwortete aber nicht... sondern blieb in ihrer gebueckten Haltung. Sie saß auf ihren Fersen und drueckte ihr Gesicht gegen ihre, auf dem Boden verschraenkten Arme. Ihr Oberkoerper hob sich stark, es schien als versuche sie tief einzuatmen. Was darauf zu folgen war, dass sie ebenfalls wie Regan begann zu husten. Ihr war immer noch etwas schwindelig, aber so langsam schien sie sich wieder zu fangen.

Auf Regan's Feststellung setzte sich die Skandinavierin langsam auf und blickte zu ihr. Sofern Regan etwas erkennen konnte, wuerde sie sehen, dass Silje's Augen von dem Rauch sehr gereizt waren und die Haut um diese herum, auf Grund der mittlerweile vergangenen Traenen, glaenzend nass war. Sie nickte ihr zustimmend, tat aber ebenso nichts weiter. Erst als das rothaarige Maedchen auf sie zuhastete und ihnen verdeutlichte, dass sie hinueber zu den Jungenzimmern, bzw. zu den Speedroehren sollten, ergriff Silje die Hand des ihr eigentlich noch fremden Maedchens und zog sie, immer noch etwas wacklig auf den Beinen, mit sich nach oben in den Stand.

Regan mit sich ziehend, naeherte sie sich dem ihr ebenfalls unbekannten Jungen, der an den Speedroehren stand. Silje hatte Ty, Padraig, Brooke, Tara und die zwei Befluegelten nicht mehr wirklich wahr genommen. Sie wollte einfach nur noch weg. Von Außen schien sie ruhig bzw. wirkte sie als stuende sie einfach neben sich.
Bei Corban angekommen, stieg sie auf schnellstem Weg in die Roehre und ließ Regan los, ehe sie sich gegen die Wand lehnte. Ihr Kopf legte sich etwas in den Nacken, sodass dieser ebenfalls an der Wand lehnte. Sie starrte nach oben und wartete darauf, dass sich die Roehre in Gang setzte...
Ob die anderen Schueler schon in Sicherheit waren, konnte sie nur hoffen oder mehr oder weniger vermuten. Sie hatte nichts von dem Ganzen mitbekommen. Das Einzige, dass sie bemerkt hatte, war dass sich der Flur immer schneller geleert hatte.. Ihre Gedanken schweiften, als sie ploetzlich nach unten sank und auf dem Boden saß.
Und da kam er ihr in den Sinn... war er auch schon unten? Eigentlich muesste er, zusammen mit den anderen Schuelern. Um ehrlich zu sein, war er der Einzige, den sie hier eigentlich kannte... Sie hatten sich am Tag zuvor viel erzaehlt und Silje fuehlte sich gut dabei....
Ja.... sie hoffte instinktiv ihn unten anzutreffen... aber wahrscheinlich hatten sich alle, die in den Roehren vor ihnen waren, schon lange nach draußen aufgemacht und so wohl auch Victor.
Es stand noch sovieles offen. Ebenso die Ungewissheit was sie außerhalb des Institutes erwarten wuerde....



Regan

Regan hatte sich mehr als bereitwillig von der Klassenkameradin zu den Speedröhren mitziehen lassen. Dort angekommen schaute sie mit immernoch verklärtem Blick drein. Nachdem Silje eingestiegen war um es ihr gleich zu tun.

Ihre Arme hingen schlaff hinunter, als sei die Anspannung in ihrem Körper, einer komatösen Leblosigkeit gewichen. Die Bilder in ihrem Kopf verschwanden alle.



Belle

Sie zuckte zusammen als das Katzenmädchen so lautlos vor ihr auftauchte und hätte sie beinah mit einem ihrer Schatten geschlagen, ehe sie sie erkannte und tief Luft holte.
Auf Chuis Worte nickte sie blos.

"Sie sind dicht hinter uns"

Meinte sie leise und winkte dann den beiden Mädchen ihnen zu folgen. Leise schlich sie die Treppe entgültig herauf und sah durch die Eingangshalle. Sie zog die Augen zusammen und sammelte noch einmal zitternd Kraft. Relativ zügig erschuf sie einen Tunnel, der sie sicher in den Flur bringen würde.

"Lauft!"

Zischte sie den anderen scharf zu und würde ihnen nachhetzen, wobei sie den Tunnel hinter sich verschloss und er mit jedem Schritt kürzer wurde. Sie spürte das Blut durch ihre Adern rasen und wie der bohrende Kopfschmerz zusehens stärker wurde. Sie war es einfach nicht gewohnt soviele große Dinge mit ihrer Gabe in einer derartigen Zeit zu vollbringen.



Padraig

Padraig spürte die Explosion mehr als dass er sie hörte. Die Nachwirkungen der Detonation waren noch sehr stark. Der Druck riss ihn von den Beinen und schleuderte ihn in Logans Zimmer rein, aber sofort stand er wieder auf. Die Schmerzen in seinem Rücken verrieten ihm, dass einige Trümmerstücke wohl noch in seinem Fleisch steckten und er spürte, wie sich sein warmes Blut über seinen Rücken verteilte. Gleichzeitig hatte ihn die Energie der ihn treffenden Druckwelle auch ein wenig Kraft zurück gegeben. Er würde sich allerdings fürs Erste so stellen, dass Brooke seinen Rücken nicht sehen konnte, es war vielleicht kein Anblick, der in der jetzigen Situation angebracht war. Es galt Brooke zu helfen, deren Fuß unter einem größeren Trümmerstück eingequetscht war. Doch bis er bei ihr war, hatte sie sich schon selbst befreit und sich eine Eisschiene verpasst.

Und in diesem Moment kam Tyler angerannt. Er sagte irgendetwas, aber Pad konnte kein Wort verstehen. Wenn er den Blick richtig deutete, dann wollte jener wohl wissen, ob alle in Sicherheit waren. Wie sollte er das wissen? Er war immerhin oben gewesen und hatte dort für Verwirrung gesorgt und ihnen so Zeit erkaufen wollen. Was hier in diesem Stockwerk passiert war, dass mussten andere wissen. Und wieso hatte Tyler keinen ComLink? Dann hätte man sich jetzt viel besser absprechen können. Immerhin waren sie die beiden letzten des X-Odus-Teams, die noch hier waren. Und dann kam Tara an, und er verstand nur was von wegen Chui noch unten. Langsam kehrte sein Gehör wieder, aber noch war alles ziemlich von Fiepen und Pfeifen übertönt.

„Ich kann nach ihr schauen gehen, und Du kümmerst Dich darum, dass die anderen alle sicher nach unten kommen.“ Von allen hier hatte er zur Zeit wohl die am besten geeignete Ausrüstung um sich ihren Gegnern entgegen zu stellen. Zumindest solange er sich vor ihren Farbkugeln in Acht nahm.



Ty

Padraig sah wirklich nicht gut aus, das erkannte Ty auf den ersten Blick. Aber er bot sich dennoch selbstlos an, nach den letzten Schülern zu sehen. Ty fragte sich, ob er in der Situation dasselbe getan hätte. Wahrscheinlich schon.

"Nein, es ist besser, wenn du sie alle runter bringst. Ich ... Sekunde..."

Er hob den Kopf, zischte und winkte Corban zu. Als er dessen Aufmerksamkeit hatte, gab er ihm die Anweisung, schon den Lift samt Insassen zur Abfahrt bereit zu machen. Damit wären außer ihm drei weitere Schüler in Sicherheit. Vier, wenn Tara oder Brooke sich noch mit hineinquetschen würden. "Ein Platz ist da noch, wenn ihr zusammenrückt" sagte er in Richtung der beiden Mädchen. "Macht das unter euch aus, die andere fährt beim nächsten Mal mit."

[Silje, Regan, Sophie und Corban dürfen sich schonmal als gerettet betrachten und in den nächsten Thread wechseln]

Dann wandte er sich wieder Padraig zu. "Ich brauch' dich unten. Du musst die nächste Gelegenheit nehmen, dann beide Kabinen nach rufen und zerstören. Ich werd' die anderen holen und komm' als Letzter. Warte mit der da noch 60 Sekunden länger. Falls ich sie brauch', kann ich sie hochfahren lassen, ansonsten sind die Zugänge erstmal nicht sofort sichtbar. Wir müssen in jedem Fall beide Röhren stillegen, sonst haben wir sie gleich wieder am Hals." Ty gestikulierte dabei mit den Händen, so dass Pad mitbekam, welche der beiden Röhren schon mal demoliert werden sollte, nämlich die an der Treppe. Die südlichere der beiden Röhren würde als letzter aktiver Fluchtweg dienen, bis auch Ty unten war - oder bis die Frist um war.

"Wir haben keine Zeit mehr; die Tür am Musikzimmer wird nicht ewig halten. Notfalls komme ich mit dem Rest über einen anderen Weg nach unten. Bring alle, die jetzt im Moment hier sind runter, und mach alles bereit."

Ty hatte ihm nicht gesagt, wie er die Röhren zerstören sollte, aber Padraig kannte ja die Kombinationen der Lifte, auch den für eine Spannungsüberlastung in Nullstellung. Falls er nichts effektiveres in seiner kleinen Tasche dabei hatte.

Dann griff Ty nach einem der Gewehre, die Pad erbeutet hatte. Ohne lange zu überlegen, entsicherte er es und machte sich auf den Weg zurück in den Mädchenflügel. Er spähte eine halbe Sekunde um die Ecke, aber da er nichts sah und euch keine Geräusche aus der Richtung kamen, bog er in den Korridor ein, nahm dann die Tür zur Bibliothek und schlich sich die Treppe hinunter.



Sophie

Sophie war es, die länger zögerte und die zweite Fuhre nahm... Nicht weil sie besonders heldenmutig wäre... Sondern weil sie für einen Moment daran dachte, Vorsicht Vorsicht sein zu lassen und ihrer besten Freundin zu Hilfe zu eilen, die also immer noch im Untergeschoss war...

Allerdings, auf den zweiten Gedanken, sie hätte vermutlich die gute Chui eher behindert als ihr geholfen... Sophie nahm sich vor, sich im Sportunterricht mehr anzustrengen. Während der Wartezeit schnappte sie sich aus einem Reflex heraus das immer noch dort herumliegende Plüschtier von Seana... Das Mädchen würde noch verängstigter sein als sonst und da half es sicher, einen pelzigen Freund an sich drücken zu können... Schliesslich glitt die Röhre ein zweites mal nach unten.



Voice

Den beiden Mädchen, die Chuis Ankunft nach dem ersten Schreck mit einem Funken Hoffnung betrachteten, musste Belle die Aufforderung zum Laufen nicht zweimal geben. Leider war der geschaffene Tunnel nur noch recht faserig und löchrig, die Schatten schienen flüsternd über sie hohnzulachen und mit spitzen, öligen Fingern an ihrem Gehirn zu kratzen, als suchten sie eine Lücke, einen Weg hinein... die Kopfschmerzen verstärkten sich. Aber er genügte zumindest dafür, dass die Verstärkung der Angreifer vor dem Haupteingang nur ein ominöses schwarzes Wallen zu Gesicht bekamen anstatt fliehender Mutanten und etwas über ihr Headset durchgaben, aber sonst keine Maßnahmen ergriffen. Tatsächlich konnten sie so die Bibliothek erreichen und so auf Tyler treffen.
Noch an der Treppe jedoch konnte Belle unten im Keller etwas hören: Ein Stolpergeräusch, das wütende Zischen einer männlichen Stimme und etwas, das wie der schmerzhafte Schrei einer Katze klang. Chui hörte wegen ihrer Beeinträchtigung auch nicht mehr, außer dass sie die Katze als Angelique erkennen konnte.
Kurz nachdem die Mädchen mithilfe des Schattenphänomens geflohen waren, kam Bewegung in das Flag Team. "Verstanden. Wir rücken vor." wurde durchgegeben, gleich darauf kamen vier Mann durch die zerstörte Eingangstür, gingen nahe der Wände in die Knie und scannten mit erhobenen Waffen die nähere Umgebung, ehe die nächsten vier den Puls ihrer leblos hier liegenden Kameraden fühlten und nach Verletzungen suchten. Vier weitere spähten in die Gänge zu West- und Ostflügel sowie die Treppe hinunter.

Hinter der Tür zum Musikzimmer waren nun Stimmen zu hören. Die Festigkeit dessen, was die Tür weiterhin blockiert hielt, wurde angetestet. Über kurz oder lang würde wohl eine weitere kleine Sprengladung zum Einsatz gebracht werden, wie sie auch dem Haupteingang zum Verhängnis geworden war.
Von oben feuerten die Soldaten weiter auf die Stelle unter der zerstörten Treppe. Noch wurde blind geschossen, aber ein Stockwerk höher bereiteten sich zwei der Mitglieder des Squad Vier bereits auf das Abseilen vor. Sicher würden sie wieder Granaten werfen, bevor sie den Zugriff durchführten. Die bewusstlosen Schüler zu retten, ohne selbst getroffen oder gefangengenommen zu werden, war unmöglich.



Chui

Als sie unten Angeliques Schmerzensschrei hört, erstarrt Chui, noch während die anderen loslaufen. Dann blitzen ihre Augen unheilvoll und sie fährt die Krallen aus den Fingern, kratzt damit einmal über die nahe Wand - keine Schiefertafel, aber so sicher ebenfalls ein beunruhigendes Geräusch. "Ich komm nach." sagt sie leise, mit beinahe fauchendem Unterton. Kurzes Ducken, ein schneller Sprung durch eine Lücke in dem Schattenschirm, dann läuft sie wieselflink und ohne hörbares Geräusch die Treppe hinunter. Wahrscheinlich wird auch Belle einsehen, dass es besser für sie und die anderen beiden Mädchen ist, wenn sie sich mit ihnen zur Bibliothek zurückzieht.

Ihr dringt in unseren sicheren Hafen ein, zerstört unser Institut, verschleppt meine Freunde und jetzt tretet ihr auch noch meine Katze?!
Nein, das sind nicht Chuis Gedanken. Das wäre lächerlich. Aber dieser Schmerzensschrei hat eine ganz eigene, lange wohlverborgene Saite in ihr angeschlagen und kann tatsächlich als der Tropfen betrachtet werden, der das Fass zum Überlaufen bringt. Sie denkt gar nicht daran, dass es hochgradig unvernünftig und gefährlich ist, was sie tut. Sie achtet nicht darauf, dass ein Zufallstreffer mit einem der nadelbewehrten Projektile ihr Ende bedeuten kann - oder zumindest das Ende als freier Mensch. Sie ist wütend. Niemand am Institut hat Chui bisher wütend erlebt. Es dauert auch sehr lange, sie dorthin zu bringen, aber dann sollte person in Deckung gehen.

Der eine Eindringling im Institut, der sich im Keller befindet und den Fehler begangen hat, nach einer weissen Katze zu treten, geht nicht in Deckung. Er sieht Chui zu spät kommen, erst als er direkt die Treppe ansieht, der er nicht mehr fern ist, denn gehört hat er sie nicht. Mit antrainiertem Reflex reisst er die Waffe hoch und drückt ab, doch die Gestalt vor ihm weicht blitzschnell aus. Dreimal schwenkt er den Lauf und schießt wieder, doch da Chui sieht wann er den Finger am Abzug bewegt, kann sie immer ausweichen. Dann ist sie heran und drückt mit einer Hand das Gewehr beiseite, während sie ihm mit der anderen Hand eine saftige Ohrfeige gibt - mit Spezialeffekt, denn die Krallen sind immer noch ausgefahren.

Seine Abwehr kommt zu spät, auf diese Art von 'wischendem' Schlag war er auch nicht gefasst. Er verliert sein Headset und schreit auf, stolpert einen Schritt zur Seite, während Chui ebendiese Bewegung nutzt, um das Gewehr nun mit beiden Händen zu packen und dann einen hohen Tritt gegen seine Brust zu führen. Das hat sie im Capoeira eigentlich nicht gelernt... aber doch einige Grundlagen mitbekommen.

Das ihm entrissene Gewehr lässt sie fallen... sie hat noch nie mit soetwas geschossen, und außerdem ist ihre Sicht immer noch wie von roten Schleiern vernebelt, genauso wie ihr Gehör von diesem nervtötenden Fiepen. Wie eine Furie fällt sie fauchend über den Eindringling her. Seine Abwehr sitzt, aber sie ist auf Schläge und Tritte ausgerichtet... nicht Krallen. Nach wenigen Sekunden sind seine Arme und Beine übersät von blutigen Striemen die durchaus tiefgehen - Chuis Krallen sind ja auch fast so lang wie ihre obersten Fingerglieder. Sie ist zu schnell, als dass seine Gegenwehr sie treffen könnte und entwindet sich leicht einem Umklammerungsversuch. Bald bricht er einfach zusammen und rührt sich nicht mehr.

In dem Moment kommt auch Chui zum Stillstand, schwer atmend, und ihre Sicht klärt sich... sie starrt den Mann an, den sie so zugerichtet hat, dann ihre blutigen Hände, und dann zu Angelique, die hinter einer Kellerwand hervorlugt. Wie benommen geht Chui zu ihr und nimmt sie auf den Arm, wobei sie noch ein paar Herzschläge lang die roten Flecken ansieht, die ihr Griff auf dem weissen Fell hinterlässt. Dann geht sie zurück zur Treppe, hält aber an deren Fuß inne. Sie hört die Kommandos und Meldungen der Eindringlinge in der Eingangshalle. Sie ist vom Fluchtweg in die Bibliothek abgeschnitten.

Sie wendet sich um und hastet zur anderen Treppe, aber auch von da vernimmt sie trotz ihres Handicaps noch genug um zu merken, dass sie da nicht rauskommt. Sie sitzt im Keller fest. Aber ihr kommt etwas in den Sinn, was die Eindringlinge sicher nicht wissen: Der Siegelraum! Der versteckte Raum in dem sich das Zeittor befand... oder immer noch befindet. Sie läuft zu der Tür, hinter dem sich das Lager an Whiskyfässern befindet. Irgendein vorausschauender Gott hat dafür gesorgt, dass sie sich öffnen lässt. Sie sucht und findet das Fass mit dem geheimen Zugang, dann lauscht sie nochmals. Kommen die Eindringlinge in den Keller herunter?



Tara

Tara wird definitiv Brooke den Vortritt lassen zum Hinunterfahren, beziehungsweise bei Widerstand versuchen, die Eisprinzessin davon zu ueberzeugen, dass es besser ist, wenn sie mit ihrer Verletzung schneller in relative Sicherheit kommt.

Noch dazu ist es Tara im Moment in gewisser Weise wichtiger, andere im Sicheren zu sehen, als ihre eigene Haut zu retten. Das hat sie gerade schon einmal getan.



Brooke

„Kommt gar nicht in Frage, du fährst. Du hast getan was du tun konntest und bringst dich jetzt in Sicherheit“ Brooke sah Tara entschlossen an. Sie würde es sich nicht im Traum gefallen lassen, wie ein Invalide behandelt zu werden nur wegen ihrem verknacksten Knöchel. Und wehe Tara gab noch irgendwelche Widerworte. Dabei nickte sie Corban zu, der sicher auch froh war wenn Tara sich nun in Sicherheit begeben würde und schubste Tara Regelrecht in Corbans Richtung.



Tara

Macht hier eigentlich auch irgendeiner mal nicht was aus Sturheit?
Der Gedanke entfaehrt ihr zum Glueck nicht laut, aber sie atmet in gewisser Weise entnervt durch, waehrend sie sich in Richtung Kapsel begibt. Einzig ueberzeugt von dem Gedanken, dass es absolut unnoetig und am duemmsten und stursten von allem waere, sich jetzt hier darueber zu streiten, wer wem den Vortritt laesst.



Belle

Ihr Blick ruchte zu Chui und als sie deren Zorn wahrnahm nickte sie nur.
Entschlossen trieb sie die beiden Mädechen weiter vor sich her.
Sie hatte die Tür bereits hinter sich geschlossen ehe sie Ty wahrnahm und für einen Moment erstarrte ehe sie ihn erkannte. Erleichtert atmete sie auf.
Sie war noch bleicher als sonst und auf ihrer fast weißen Haut fielen die dunklen Flecken und Linien noch viel mehr auf. Sie hatte momentan einfach nicht die Ernerdie sich von den Schatten zu lösen.

"Hi. Chui ist noch da hinten irgendwo"

Ihre Stimme klingt hohl und irgendwie ... flach. Auch wirkt sie so als hätte sie gerade eine ziemlich schwere Krankheit hinter sich. Ihre Bewegungen sind langsam und fahrig, jetzt wo nicht mehr das Adrenalin wie ein Rausch durch sie fährt.
Zu mehr konnte sie sich dann auch nicht durchrigenen. Sie wand sich den Mädchen zu und begann sie nach oben zu scheuchen um möglichst bald in einen der Lifte zu kommen. Sie wusste nicht ob Tyler sich um Chui kümmern würde oder mitkommen, aber sie war momentan nicht mehr wirklich zu was zu gebrauchen. Sie spürte schon wie ihr Magen aufgrund der Schmerzen rebellierte und biss entschlossen die Zähne zusmamen.



Ty

Ty hatte angespannt im Dunkeln gewartet, als er die Bewegung gesehen hatte. Er zögerte, weil er nicht sicher sein konnte, ob das Chui war oder vielleicht schon die erste Gruppe der Angreifer, die nun doch den letzten Weg nach oben entdeckt hatten.

Dann erkannte er Belle und die beiden Mädchen. Und sie haben schlechte Nachrichten über Chui.

"Bin ich froh, dich zu sehen" sprudelte er heraus, während er das Gewehr wieder senkte, das er vorsichtshalber in Anschlag gebracht hatte. "Geht schnell nach oben. Bei den Jungenzimmern sind die Fluchtröhren offen. Sobald ihr aufdem Flur seid, lauft, so schnell ihr könnt. Und haltet euch von den Treppenaufgängen fern."

Das war jetzt eher an die beiden Mädchen gerichtet gewesen. Belle hielt er noch einen Augenblick länger zurück. "Geht es dir gut? Hast du deine Kräfte benutzt? Ist die schwindlig oder kalt?"

Er musste schnell einschätzen, wie es ihr ging. Erst dann konnte er sich Sorgen um Chui machen. Aber die machte er sich ohnehin schon. "Wann hast du Chui zuletzt gesehen?"

Sobald er die Antwort hatte, gab es eine letzte Anweisung für Annabelle. "Lauf nach oben, Padraig O'Diarmuid müsste noch an der Röhre sein. Er nimmt euch mit in den Fluchttunnel. Falls ihr ihn nicht mehr seht, versteckt euch in einem der Zimmer, ich bin gleich bei euch. Ich muss nur sehen ob ich Chui helfen..."

Das Klicken der Tür zum Wohnzimmer war überdeutlich zu hören gewesen, bis in die Bibliothek hinein.

"Keine Zeit mehr" flüsterte er der jungen Frau zu. "Sie sind hier. Geh!"

Und dann war es an Ty die Entscheidung zu treffen, vor der er sich die ganze Zeit gedrückt hatte: würde er sich zurückziehen, oder würde er angreifen? Er ging hinter dem nächsten Bücherregal in die Hocke, das erbeutete Gewehr im Anschlag.



Padraig

Padraig musste sich wieder in Erinnerung rufen, dass Tyler ebenfalls eine militärische Ausbildung genossen hatte. Er würde sioch seiner Haut schon zu wehren wissen und außerdem war er nun auch noch dazu bewaffnet. Und solange sich Ty nicht in zu offensichtliche Gefahr begab, sollte ihm auch nichts passieren können. Ein frommer Wunsch, den Pad nicht wirklich glauben konnte, aber er würde das zumindest den Schülern so vermitteln. Zusammen mit Tara und Brooke ging er zu den Speedröhren. Die beiden waren somit in Sicherheit und Corban stand noch dort und wartete auf sie. Und das obwohl die Kapsel schon fast voll war. Das sich dann Brooke noch ein wenig Machismo erlaubte, verzögerte ihre Rettung noch ein wenig, aber das war dann nicht zu ändern. Dafür zeigte sich Tara vernünftiger. „Ok, Brooke, in der nächsten Fahrt geht es mit Dir nach unten. Ich werde mitkommen und hoffentlich ist Ty dann auch schon wieder da.“ Während er das zur Eisprinzessin sagte, begann er Sprengsätze anzubringen. Die Wirkung war eher minimal zu nennen, sollte aber ausreichen, dass die Röhren unbenutzbar wurden. Und als die Kapsel wieder da war, schob er Brooke hinein, ohne dabei irgendwelche Widerworte von ihr zu beachten. Er wartete noch 10 Sekunden ehe er mit ihr zusammen den Weg in die Tiefe antrat. Unten angekommen schob er sie raus und aktivierte den Zeitzünder. Die Röhre, die sie gerade verlassen hatten, würde in fünfzehn Sekunden detonieren, während die auf Tyler wartende Kabine noch eine Minute länger aktiviert bleiben würde.



Chui

Sie kann ihrem Gehör nicht mehr vertrauen. Alles klingt dumpf und wird von diesem Pfeiffen begleitet. Sie vermeint, Schritte zu hören die sich hinunter in den Keller bewegen, und das ist genug um sie endgültig in das Versteck zu treiben, vor dem sie fast genausoviel Angst hat wie vor den anrückenden Feinden. Denn das Siegel, oder genauer gesagt das, was es versiegelt hält, ist unberechenbar. Was, wenn sich noch irgendwo im Keller ein winziger Splitter Rubinquarz befindet, von der damals zerstörten Brille, und das Tor genau jetzt darauf reagiert? Wer weiß, in welche Zeit sie dann geschleudert werden könnte... vielleicht sagt sie den Dinosauriern Guten Tag, und diesmal wird es keine Rettung aus der Zukunft geben.

Dennoch kriecht sie durch das falsche Whiskeyfass, Angelique fest an die Brust gedrückt, welche sich an ihrer Kleidung festkrallt, und verschließt hinter sich alles wieder. Hier im Siegelraum ist es völlig dunkel... kein Lichtstrahl verirrt sich hierher, und somit sind auch Chuis Augen blind. Das dumpfe Pochen und ein leises, lauerndes Fiepen in den Ohren sind das einzige was sie hört, und es riecht nach altem Staub. Es fühlt sich an, als wäre da etwas hinter der Rückwand, etwas das auf und ab läuft und sie anstarrt und bedrohlich die Zähne zeigt. Sogar Angelique, als Chui sie loslässt, bleibt nahe der Vorderseite und miaut etwas kläglich.

Chui setzt sich auf den kalten Steinboden und zieht die Beine an, umschlingt sie mit den Armen. Ihre Schultern zittern, und bald schafft sich ein Schluchzen Bahn. Es bleibt nicht bei einem... die Wände sind dick genug, dass sie draussen wohl nicht gehört wird, und die Tränen müssen jetzt einfach raus. Auch wenn es alle geschafft haben, auch wenn sie lebend und unversehrt hier herauskommt... es ist alles zerstört. Der Frieden und die Sicherheit, die sie hier erleben durfte, sie waren nur eine Illusion. Es gibt keine sichere Zuflucht für eine wie sie. Nach kurzer Zeit spürt sie Angeliques Vorderpfote auf ihrem Arm... wie immer, wenn sie nach Aufmerksamkeit verlangt. Aber diesmal ist es anders. Eine kleine Katzennase stupst ihr Gesicht an, dann leckt eine kleine, raue Zunge ihre Wange. Nach einer Weile hört sie auf zu weinen und nimmt die Katze, schmiegt ihr Gesicht an das weiche Fell.



Belle

Sie jagte die Mädchen die treppen hinauf und dann den Flur hinunter. Momentan war wohl Geschwindigkeit das einzige was sie noch retten konnte. Kleine helle Punkte tanzten vor ihren Augen und Schweiß rann über ihre Haut. Sie spürte, dass sie sich ziemlich verausgabt hatte. Entschlossen presste sie die zähne aufeinander und rannte weiter.
Hinter sich konnte sie Tylers Schritte hören. Und dann war da auch schon die rettende Röhre. Eilig drängte sie sich hinter den Mädchen hinein und war dann auch schon in Sicherheit. Kurz bevor die Röhren zerstört wurden.



Ty

Tyler hatte sich in der Tat für den Rückzug entschieden. Es war ihm nicht leicht gefallen, weil er wußte, dass Chui noch irgendwo da unten war. Aber nachdem sich die Eingangshalle mit immer mehr Soldaten gefüllt hatte, war Rückzug die einzige Option, die ihm blieb.

Und keine Sekunde zu früh, wie es schien, denn kaum, dass er die Bibliothek im ersten Stock verliess, hörte er linkerhand die Explosion, als die Tür zum Musikzimmer fachmännnisch von einem kleinen Sprengsatz in viele kleine Holzteile zerlegt wurde. Er lief sofort schneller.

Vor sich sah er Belle und die beiden Mädchen, sie standen am Fluchtpunkt vor Logans Zimmer. Ty schloss zu ihnen auf, riss die Verkleidung zur Seite, hämmerte den Code in das Tastenfeld und keine drei Sekunden später war die Transpostkabine zur Stelle.

"Rein, rein, rein!" wies er die Mädchen an, aber das war völlig unnötig, denn die drei stiegen schon von allein ein.

In der Kabine erwartete ihn die nächste Überraschung: ein blinkendes Lämpchen an einem Sprengsatz. Offensichtlich die Arbeit von Padraig. Es waren noch mehr als 30 Sekunden übrig, aber Ty verschwendete keine Zeit. Gerade als die Röhre sich schloss, hörte er von draussen einen Ruf, den er gerade noch als "Fire in the hole!" wiedererkannte. Als die Granate zündete, war der Lift bereits im Subgeschoss. angekommen.

Ty verlor keine Sekunde, als er Belle und die Mädchen in Richtung des Ausgangs jagte. "Lauft, gleich fliegt hier alles in die Luft!" Okay, das war übertrieben, aber es funktionierte, denn die anderen nahmen die Beine in die Hand.

Als die Explosion den zweiten Schacht demolierte, waren sie bereits weit genug weg, um die Druckwelle gerade noch als Windstoss im Rücken zu spüren.

_________________
Von Katzen versteht niemand etwas, der nicht selbst eine Katze ist. - Natsume Sôseki (japanischer Dichter)


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: 02 [3.-4.9.] Spannungskurve: Under attack!
BeitragVerfasst: Montag 2. März 2009, 00:42 
Chui
Chui
Benutzeravatar

Registriert: 03.2009
Beiträge: 203
Geschlecht: weiblich
Voice

Gremlin spürte die letzte Explosion mehr, als dass er sie hörte. Um genau zu sein, sah er sie förmlich vor sich, als die Magnetlinien vor seinen Augen kurz zitterten, wie eine durchbrochene Wasseroberfläche. Ärgerlich zuckte seine Hand zum Transmitter und betätigte die Taste. "Bericht! Was geht da unten eigentlich vor?" Er verließ in diesem Augenblick die Sternenkuppel und bog in den Gang des Dachgeschosses ein.

Was Gremlin da gespürt hatte war der letzte von Padraigs Sprengsätzen, der nun auch die zweite Röhre wirksam außer Kraft gesetzt hatte. Während die letzten Fahrgäste so schnell sie konnten den Fluchttunnel entlang jagten, setzte vor dem Institut auch der letzte der drei Transporthubschrauber auf. Gleich darauf kamen die Berichte über das Funknetzwerk herein. "Hier Flag Team. A-Route gesichert." - "Hier Einheiten Alpha und Bravo. Abtransport eingeleitet." - "Scorch Team. Bereit zum Einsatz." Zumindest schien der zweite Teil der Operation reibungslos zu laufen. Durch das gesamte Erdgeschoss liefen nun Soldaten. Sie waren unbewaffnet und trugen zunächst ihre bewusstlosen oder toten Kameraden ins Freie. Währenddessen hatte sich Squad Vier abgeseilt und stand nun über den bewusstlosen Körpern mehrerer Schüler, die sich im nordöstlichen Teil des Gebäudes im Flur häuften.

Chui liegt immer noch in ihrem Versteck und wartet, lauscht... und hört enervierend wenig. Immerhin, es ist schon nicht mehr ganz so schlimm... sie schöpft Hoffnung, dass ihr Gehör irgendwann wieder ganz das alte ist, aber noch ist es nicht soweit... das mehr fühl- als hörbare Grollen von weiteren Explosionen (andere als die fiesen Granaten allerdings) blieb auch ihr nicht verborgen, aber sie weiß nicht, was es zu bedeuten haben mag. Ob sie schon die einzige Mutantin am Institut ist? Ob sich alle anderen retten konnten? Sie hofft es... aber sie weiß es nicht. Schlimmstenfalls, malt sie sich aus, bleibt sie verschont und kommt aus ihrem Kellerversteck nur um festzustellen, dass alle anderen, Tyler, Padraig, Sophie, Tara und so weiter, sie alle tot oder gefangen sind und in irgendwelchen Labors stecken oder wer weiß wo. Sie wüsste nicht, was sie dann tun würde. Also klammert sie sich an die Hoffnung. Bestimmt ist den anderen die Flucht gelungen. Bestimmt wird sie sie wieder finden, wenn sie erst hier raus ist. Die Angreifer können nicht ewig dableiben... irgendwann sind sie weg und sie kann nach draußen. Bestimmt...

Decay starrt aus dem Hubschrauberfenster. Seine Augen sind aber leer. "It all returns to nothing..." murmelt er vor sich hin. "it all..." Es scheint, als würde er dieses altehrwürdige, ehemalige Kloster gar nicht wahrnehmen, welches das Ziel ihres Fluges ist. Nur ein kleiner Hopser über den See, jenseits dessen sie in Warteposition standen. Jetzt sind sie näher am Ziel und doch immer noch in Warteposition. Solange die Teams nicht ihre Arbeit getan haben und abgezogen sind, darf er sich nicht gehen lassen. Er muss den Drang unterdrücken. Noch so lange. Ein gequältes Aufstöhnen. Warum nur haben sie ihn fortgeholt, warum nur hierher, in diese vergängliche Maschine... er darf nicht mal ausruhen, seine Konzentration muss ungetrübt bleiben. Darum hat er ein Sortiment an Aufputschmitteln zur Hand, aber er hat noch keines genommen. Sie sind nicht gut für ihn. Und sein Husten will ohnehin nicht weggehen. Also sitzt er weiterhin verkrümmt auf seinem komfortablen Sitz, der flüchtiger ist als der gefräßige Sturm, den er jede Sekunde lang bändigen muss, und wartet... er hat schon so lange gewartet... bald kann er nicht mehr.

Gremlin merkte, wie der Ärger sich langsam verflüchtigte. Je mehr der guten Nachrichten über das Headset eintrafen, desto zufriedener wurde sein Blick. "Flag Team. Stellen sie sicher, dass Alpha und Bravo die Zielobjekte fachgerecht verstauen. Sobald sie die letzten verladen haben, beginnen sie mit Phase drei." Er hörte die Bestätigung und auch die weiteren Meldungen hereinkommen. Squad Fünf meldete, dass die erste Ebene sauber war. Squad drei gab dasselbe für die unterste Ebene durch, und dass sie sich nun dem Keller widmen würden. Das lief gut. Weniger gut allerdings war die Tatsache, dass zwei ganze Squads ausgeschaltet worden waren. "Einheit Vier, wie viele haben sie?" fragte er ohne den Transmitter nach unten, als er sich über die Kante beugte. Die Antwort lag unter seinem Erwartungswert. "Nur zehn? Es sollten fast dreißig hier sein, wo ist der Rest? Verdammt!" Ja, es machte ihn wütend, verdammt wütend sogar. Und dabei hatte es eben so gut ausgesehen. "Bravo, geben sie mir sofort einen Bericht über die B-Route.... Wieso? Was heißt, nicht zugänglich? Dann sprengen sie diese verdammte Eiswand!" Jetzt wurde Gremlin laut, und wenn er laut wurde, dann hatte das nichts Gutes zu bedeuten. "Einheit Drei, gehen sie an Missionspunkt eins und räumen sie das Hindernis aus dem Weg, unverzüglich!" Dann griff er nach einem der Seile, die noch am Geländer hingen und ließ sich ebenfalls in den ersten Stock hinab. Squad Vier trat ehrfürchtig zur Seite, als sie sein wütendes Gesicht sahen. Gremlin stolzierte über die nun sorgfältig zum Abtransport hingelegten Körper der Mutantenkinder hinweg und sah jedes einzelne an.
Warum hier? Warum haben sie sich hier gesammelt? Warum nicht im Erdgeschoss?

Hastige Schritte hallten nun durch alle Gänge, jemand brüllte etwas und danach gab es einen weiteren gedämpften Knall, dann ein lautes krachen und die von Brooke errichtete Eismauer fiel in sich zusammen. Sofort wurden die Reste aus dem Weg geräumt und die Treppe in den ersten Stock von Trümmern befreit. "Bravo hier, die B-Route ist sauber." Nur Momente später erschienen die Soldaten bei Gremlin, nahmen die reglosen Körper der Jugendlichen mit sich, um sie in die wartenden Helikopter zu bringen. Währenddessen bereitete sich draußen das Scorch Team auf seinen Einsatz vor. Flammenwerfer wurden entzündet, das leise Klimpern von Glas ließ sich gedämpft vernehmen. Im Keller wurden nun alle Räume systematisch abgesucht. Squad Fünf hatte die zweite Ebene über die Bibliothek verlassen und meldete nun, dass auch das Erdgeschoss im westlichen Gebäudeteil sauber war. Sofort gab Gremlin die Anweisung weiter, dass das Flag Team und die Scorcher dort mit ihrer Arbeit beginnen sollten. Die Bibliothek ging als erste in Flammen auf, als die Scorcher einen Flammenstoß durch die Regale jagten. Zeitgleich begannen draußen die Mitglieder des Flag Teams, die Außenwand mit Spraydosen zu bearbeiten.

Chui sitzt immer noch auf dem Boden in ihrer finsteren Kammer, während Angelique etwas entdeckungsfreudiger ist und vorsichtig die Wand entlanggeht, dann halb die daran grenzende, ehe sie wieder zurückscheut und es mit der anderen Richtung versucht. Es ist das Siegel, dem Chui - sie weiß es noch - fast genau gegenübersitzt. Dass es so dunkel ist, ist eigentlich ein gutes Zeichen... das Zeittor scheint erloschen zu sein. Vielleicht nur temporär (sic!), aber es ist zumindest jetzt inaktiv. Sie sagt kein Wort und auch Angelique ist eher still, auch wenn ihre Unruhe wächst. Sie will nach draußen, auch wenn sie die Fremden scheut und Chuis Angst spürt, über die Pheromone. Die weiße Katze ist die erste, die aufhorcht als sich etwas im Keller, jenseits der geheimen Wand, tut... Chui folgt ein wenig später. Sie sind da, sie durchsuchen den Keller. "Angelique... komm her..." wispert das Katzenmädchen so leise, dass sie selbst es kaum hört. Tatsächlich spürt sie die Katzenpfoten der Kleinen, die in ihre Arme gesprungen ist und sich dort niederlegt. Zusammenbleiben und verstecken, das hat sie dank der Pheromone verstanden. Beide verursachen kein Geräusch mehr außer dem des Atmens...

Decay wiegt sich ein wenig vor und zurück... seine Augen sind glasig, er braucht seine Kraft für sein Inneres. "Drum besser wär's, dass nichts entstünde... nichts entstünde..." murmelt er vor sich hin ohne es selbst zu hören. Dafür hört er die Kommunikation mit, die im Funk seines Hubschraubers eingeht, damit der Pilot ihm den Einsatzbefehl weitergeben kann. Sie sind unterwegs, sie tun ihre Arbeit... dilettantisch zwar, wie Menschen nun mal sind wenn es um das Vergehen geht, aber Feuer... Feuer ist gut. Er fürchtet sich vor dem Feuer. Er kann es mit seiner Kraft nicht bezwingen. Er wird erst hineingehen, wenn das Feuer erloschen ist. Der Gedanke gibt ihm Kraft, er stellt sich vor, wie er seine Ladung und Last mit einer Wand aus Feuer einschließt. Ein befriedigender Gedanke, wenigstens für eine Weile.

Gremlin blickte erst auf, als der letzte der Schüler abtransportiert war. "Alpha und Bravo, bergen sie unsere restlichen Einheiten von oben. Benutzen sie die andere Treppe" lautete seine mündliche Anweisung an die Träger. "Squad Vier, sie helfen ihnen dabei. Wir haben nicht mehr viel Zeit, bis die Sonne aufgeht, also beeilen sie sich." Nachdenklich ging er die Gänge rund um die Fundstelle der Schüler ab. Dann griff er entschieden zum Headset. "Decay, sind sie da? Wir brauchen sie jetzt. Treffen sie mich auf der ersten Ebene, Missionspunkt Fünf." Dann begann er, ein Zimmer nach dem anderen gründlich zu durchsuchen. Irgendwo musste es Hinweise geben. Sie wussten von den zusätzlichen Fluchtwegen, nur wo sollten sie mit der Suche beginnen? Jede verschwendete Minute brachte die Flüchtigen weiter fort.

Die mittlere Treppe wurde provisorisch gesichert und auch die Soldaten aus den obersten Stockwerken wurden geborgen. Irgendwann erhielt Gremlin dann über den Transmitter die Nachricht, auf die er gewartet hatte "Alle Einheiten und Ziele wurden aus dem Gebäude entfernt, Sir." Seine Antwort klang zufrieden, als er den Kampfeinheiten und den Transportsquads den Rückzugsbefehl gab. Je weniger Leute bei Sonnenaufgang noch hier waren, desto besser. Zwei der Helikopter hoben sofort ab. Das Flag Team und die Scorcher bekamen die Anweisung, ihre Arbeit auf den Rest des Erdgeschosses auszudehnen. Keine Minute später brannten auch die Büros und die Klassenräume. Das Flag Team bewegte sich zügig um das Gebäude herum und verzierte dabei mehrere Stellen der Außenwand mit Sprüchen und Graffity. Die Scorcer beendeten ihre Arbeit und nahmen außerhalb des Gebäudes Aufstellung. Sie legten die Flammenwerfer ab und tauschten sie gegen die Rucksäcke aus, in denen Glasflaschen aneinander prallten.

Chui verharrt in Dunkelheit und Stille, während draußen im Keller und oben in den anderen Stockwerken die Teams ihrer Arbeit nachgehen. Anscheinend ist die Durchsuchung des Kellers schon bald abgeschlossen, denn die Stimmen und Schritte verziehen sich. Dafür hört sie oben fauchende Geräusche. Es hört sich an wie Angelique, in den seltenen Gelegenheiten eines Konflikts mit einer anderen Katze, oder wie ein Gasherd. Zünden sie etwa alles an, fragt sie sich erschrocken. Hier im Keller ist sie noch am sichersten, ist nur eine sehr schwache Beruhigung. Häuser können auch bis zu den Grundmauern niederbrennen. An einer Rauchvergiftung zu sterben... wäre das ein passendes Ende für sie in ihrem Versteck? Sie will aber nicht sterben. Wenn es soweit ist, wird sie versuchen, entweder irgendwie das Zeittor zu aktivieren oder hinausrennen - vielleicht in ein Inferno.

Decay ist da. Der Pilot des Helis sieht sich zu ihm um, aber er hat schon aufgemerkt. Angestrengt erhebt er sich aus seinem Sitz. Ist diese verdammte Fledermaus denn wahnsinnig geworden? "Ich bin da. Ich bin da. Gremlin? Hören Sie mich?" beginnt er, dann schreit er auch schon fast: "Hören Sie. Ich werde da nicht hineingehen, neinnein, nicht jetzt! Da unten, da brennt doch alles. Ich habe gehört, wie Sie die Anweisung gegeben haben! Da ist alles voller Feuer, da werde ich nicht hineingehen. Das Feuer vernichtet sie, verstehen Sie das, es tötet meine Kinder! Sie werden warten müssen, warten."

Gremlin konnte es nicht glauben. Was zierte sich dieser Typ eigentlich so? "Sie müssen nicht im Erdgeschoss arbeiten sondern oben! Jetzt kommen sie her. Ohne ihre Hilfe ist alles umsonst. Die Feuer sind unter Kontrolle, sie werden sich nicht ausbreiten." Das letzte war so nicht ganz richtig, denn es gab keine Kontrollmaßnahmen für das Feuer, aber so lange die Scorcher nicht ihren letzten Befehl ausführten, würden die Flammen sich nicht ausbreiten. Zumindest nicht so schnell. Er saß hier oben allerdings unter Zeitdruck. Und wenn dieser Kerl nicht bald hier auftauchte, konnte er das mit der Zimmerdurchsuchung gleich vergessen. Aber das war ja ohnehin nur von nebensächlicher Priorität

Tatsächlich fraßen sich die Feuer nur langsam durch die Räume. Nur in der Bibliothek brannte es unaufhaltsam, da hier genug Material zur Verfügung stand. Allerdings war der Weg durch die Eingangshalle über die Haupttreppe garantiert feuerfrei. "Scorch Team, wir ziehen das zweite Ziel vor, kümmert euch darum." Kam die Anweisung und die Soldaten gingen geschlossen zur Garage hinüber. Dort entzündeten sie je einen Molotow Cocktail und warfen ihn mit Schwung durch die Fenster ins Innere.

Chui erhebt sich schließlich doch wieder und geht zu der Wand mit dem Geheimgang um zu lauschen... der Keller scheint tatsächlich frei zu sein. Was oben vor sich geht, kann sie nicht richtig einordnen... auch der Rauch zieht nach oben und nicht nach unten, so dass ihre Spürnase nichts davon bemerkt. Trotzdem... sie sollte vielleicht wirklich... jetzt... solange sie noch kann... solange dort oben noch Leute sind, was ein Indiz dafür ist, dass es noch einen Ausweg gibt. Sie will ihnen nicht in die Hände fallen, aber sie will auch nicht in einem Feuer umkommen wenn alles was sie tun müsste eine Flucht zur richtigen Zeit ist. "Komm Angelique." flüstert sie und tastet nach der Stelle, wo sie die verborgene Öffnung betätigen kann...

Decay ist ein wenig... schwierig, vielleicht haben das die Leute, die ihm Gremlin für diese Mission mitgegeben haben, nicht ganz so deutlich gemacht wie sie es hätten tun sollen. Er ist eben zu sehr Zivilist... und ein verschrobener noch dazu. Er blinzelt trübe und lauscht der Stimme des anderen Mutanten, ehe er unsicher zu dem Gebäude sieht, dessen manche Fenster noch flammend hell erleuchtet sind. Dann springt er schwerfällig aus dem Helikopter, kommt mit bloßen Füssen im Gras auf. Sie mögen ihm aus der Biofaser ein Hemd und eine Hose machen können, die so feucht und klamm sind, dass es ihn jedes Mal schüttelt, wenn er sie anziehen muss, aber Schuhe bekommen sie einfach nicht hin. Sie arbeiten daran, sagen sie. "Hand is flame..." murmelt er. "Hand is flame." Er schlurft mehr als er auf das Institut zugeht, aber die Mitglieder des Scorcher- und Flag-Teams machen ihm respektvoll Platz, als er die Eingangshalle betritt und von dort die Treppe hinauf weitergeht, vorsichtig wie ein alter Mann. Dabei ist er noch keine 40.

Dass die Garage in Flammen aufgeht dürfte Decay maximal durch die Explosionen der darin stehenden Fahrzeuge mitbekommen. Das Feuer breitet sich iinnerhalb des Nebengebäudes aus, es frisst sich langsam aber stetig vom Parkbereich über die Werkbank hin zum Lagerbereich. Dort wird es aber von der Feuertür aufgehalten, hinter der sich die entzündlichen Materialien in den entsprechenden Behältern befinden, fein säuberlich in Regale sortiert. Im Hauptgebäude hingegen qualmt es zwar leicht aus Richtung der Bibliothek, doch Flammen sind keine zu sehen. Die Treppe gegenüber der Eingangspforte ist nass, kleinere Eisbrocken schmelzen auf dem Boden langsam vor sich hin. Der Weg in den zweiten Stock ist frei.

Gremlin wartete am oberen Ende der Treppe auf ihn, nur um sicher zu gehen, dass der andere den Weg auch fand und es sich nicht noch einmal anders überlegte. 'Zivilisten' dachte er verächtich, aber gleichzeitig wurde ihn auch klar, wieso das so war. Jemand wie Decay würde sich nicht in eine Uniform stecken lassen oder einfach so Befehle hinnehmen. Dennoch war seine Anwesenheit hier unabdingbar. Was man ihm wohl versprochen hatte, dass er hier mitmachte?

Chui lauscht lange... viel länger als sie es sonst tun würde, aber sie kann ihrem Gehör nicht vertrauen... nicht mehr, noch nicht. Das Donnern weiterer Explosionen kommt immerhin woandersher als die vorigen. Da fliegt etwas Größeres in die Luft. Die Autos vielleicht? Würde passen. Sie muss jetzt hier raus, bevor alles zu spät ist. Auch den Angreifern in die Hände zu fallen wäre besser als in einer Flammenhölle umzukommen. Sie nimmt Angelique auf den Arm und kriecht wieder durch die geheime Öffnung in den eigentlichen Keller. Die weiße Katze ist selbst aufgeregt. Ihr Schwanz peitscht, Chui spürt ihre Krallen durch den Pullover, und ihre Ohren sind aufgerichtet. Chui kann es nachfühlen, ihr geht es ähnlich. Schnell aber leise huscht sie zur Treppe und späht hinauf. Kein hell flackerndes Inferno... gut! Aber da sind noch Leute...

Decay behält das Wissen um seinen Preis für sich. Jeder und alles hat seinen Preis. Er weiß nicht, was die Bewohner dieses Hauses Genethics angetan haben, dass ihnen ein solcher Preis abverlangt wird, und es ist ihm auch egal. Etwas vorsichtig schielt er in Richtung der Bibliothek, und als die Explosionen donnern, verzerrt sich sein Gesicht zu einer angestrengten Grimasse... als müsste er sich (oder jemand oder etwas anderes) mit aller Gewalt auf Kurs halten. Er geht hastiger die Treppe hinauf, stolpert sogar einmal, aber schließlich steht er bei Gremlin. "Was ist es... wobei Sie mich brauchen?" quetscht er hervor und schaut sich angewidert um... primitive Zerstörung, schmelzendes Eis. "Haben Sie... überhaupt eine Ahnung, was ich tue? Es ist nicht klug, im ersten Stockwerk zu stehen wenn ich sie loslasse..."

Gremlin sah den Mann an, und nickte dann. "Kommen sie mit." Er führte ihn die halbe Treppe höher, bis zu dem Punkt, an dem die Mine den letzten Treppenaufgang weggerissen hat. Er deutete nach oben. "Alles, was oben ist, soll weg. Danach, alles was hier im ersten Stock ist. Der Rest des Gebäudes erledigt sich von selbst." Dann deutete er in Richtung der anderen Treppe. "Am Missionspunkt Fünf haben wir eine weitere Treppe, sie ist nicht länger begehbar. Das hier wird ihr einziger Weg nach unten sein." Er zögerte einen Augenblick, dann sprach er weiter. "Wir wussten bereits von irgendwelchen Fluchtwegen, konnten aber bisher keine ausmachen. Sollten Sie bei Ihrer Arbeit etwas Entsprechendes finden, rufen sie mich. Vergessen Sie nicht, ihre Arbeit dann zu unterbrechen; ich muss es mir erst ansehen. Also lassen Sie diese Treppe ganz. Ich werde unten an der Eingangstür warten, in Hörweite."

Nein, man hatte Gremlin nicht gesagt, was der andere Mutant genau machte, und man hatte ihm nahe gelegt, keine Fragen diesbezüglich zu stellen. Alles was er wusste, war dass dieser Mann effizient war, verschwiegen, und dass man besser nicht anwesend war, wenn er seine Kräfte einsetzte. Und genau daran würde Gremlin sich halten. Also verließ er den anderen und ging die Treppe hinunter, zur Eingangstür. Draußen lag ja noch sein Fallschirm mit Rucksack. Den konnte er nicht einfach da liegen lassen, schließlich ging es ja darum Spuren zu beseitigen, keine zu legen.

Chui verharrt weiterhin... für sie hört es sich so an, als wären da nur noch zwei oder drei Leute. Haben sie ihr Zerstörungswerk schon vollendet? Aber warum tun sie das überhaupt? Sie haben nichts wirklich Wichtiges zerstört... oh sicher, einiges das für Chui und die Schüler wichtig war, persönliche Dinge, aber sie kann sich nicht vorstellen was dort oben für die Angreifer wichtig sein könnte.... die Autos, die Bücher? Wohl kaum. Sie zwingt sich zu ruhigem Atmen, als sie noch vom ersten Stock her Stimmen hört. Und dann Schritte... sie hören sich merkwürdig an, so klingen keine Schuhe, und sind gut hörbar, da er in Wasser tritt. Die Eismauer muss geschmolzen sein. Sie hat ja schon erwogen, einfach durch die zweite Treppe in Richtung Küche zu flüchten, weg vom Haupteingang, aber jetzt will sie wenigstens noch einen Blick auf denjenigen werfen, der da kommt...

Decay keucht wieder und windet sich fast wie unter Schmerzen. Zielgerichtet. "Ziel...gerichtet?" Seine Stimme klingt wie geraspelt. Weiß denn diese zu groß geratene Fledermaus überhaupt, was sie ihm damit antut? Nein, das weiß er nicht. Decay ächzt und betritt die baufällige, halb zerstörte Treppe. "Gehen Sie jetzt." knurrt er fast. Er schaut nach oben. Erst nach oben, nicht unten... alles kehrt ins Nichts zurück, aber er muss das Nichts jetzt lenken... was für ein grausamer Auftrag. Er schließt die Augen. Gremlin entfernt sich, aber das hört er schon gar nicht mehr richtig. Etwas in ihm öffnet sich... tief seufzend atmet er durch, und muss sich doch rüde zurückreißen, um nur einen Teil, einen genau definierten Teil herauszulassen, in eine bestimmte Richtung. Neben und über ihm raschelt es schon als Holz zu Staub zerfällt, knistert es als tausend Jahre alter Stein zu zerbröckeln beginnt, modernes Porzellan zerspringt. Der Stoff von Teppichen und Betten stirbt lautlos. Metallfedern entspannen sich schlagartig mit blechernem Laut. Metall kämpft immer am längsten, länger noch als Stein.
Aber alles kehrt ins Nichts zurück.

Gremlin beeilte sich, die Treppe hinunter zu laufen. Die nackten Füße erzeugten auf dem durchweichten Teppich der Eingangshalle ein irgendwie matschiges Geräusch. Von oben hörte Gremlin nichts... doch, da war etwas. Knarren, Quietschen, Brechen, als würde das gesamte Gebäude in sich an Halt verlieren. 'Nur nicht umdrehen' ermahnte er sich in Gedanken, während er eilig auf die Öffnung zustrebte, die einmal der Vordereingang gewesen war. Sein Schwanz pitschte dabei dicht über dem Boden hin und her, traf dabei ein Eisstück, das einige Meter über den nassen Teppich kullerte. Draußen sah er im Licht des Halbmonds den letzten Helikopter, und seinen Rucksack. Schnell hob er ihn auf, um ihn zu verladen. Er warf einen Blick hinüber zum Nebengebäude, in dem es rauchte, qualmte und Flammen hinter den zerstörten Fenstern hochschlugen. Zufrieden nickte er und gab dem Scorch Team die Anweisung für den letzten Befehl auf Position zu gehen. Das Flag Team wurde zurück in den Heli beordert, während Gremlin sich nun wieder zum Eingang bewegte. Nun galt es zu warten, ob der andere das fand, was er nicht hatte finden können.

Chui duckt sich im Schatten der Treppe, als sie nicht mehr nur hört sondern auch sieht, wer da durch die Eingangshalle geht. Auch Angelique ist zwar hoch alarmiert und starrt hinauf, gibt aber keinen Mucks von sich. Ihre Nase sagt ihr, was ihre große Freundin jetzt braucht: Still. Nicht bewegen. Verstecken. 'Ein Mutant!' schießt es Chui derweil durch den Kopf. Es sind nicht einfach nur normale Leute, die diese Schule angegriffen haben. Der einzige Feind, den Chui kennt und der auch Mutanten in seinen Reihen haben könnte, wäre Genethics... könnte das wirklich sein? Ist dieser Krieg denn immer noch nicht vorbei? Sie verharrt, bis der Mutant oben das Gebäude verlassen hat... dann wendet sie sich um und läuft. Sie läuft zur Seitentreppe und hastet sie nach oben.

Decay vergisst die Zeit. Er schwelgt in dem Gefühl, seine Kinder freizulassen, wenn auch mit zusammengebissenen Zähnen, weil viel zu wenige, viel zu eng. Es ist wie ein zu dünnes Überdruckventil an einem voll beheizten Dampfkessel... es pfeift zwar heraus, aber der Druck steigt dennoch weiter. Auch von außen ist die Wirkung inzwischen gut zu sehen... Fenster klirren, Scherben zerfallen in immer kleinere Teile, manche davon lösen sich auf bevor sie überhaupt den Boden berühren. Das Dach sinkt ein, die Zimmer scheinen langsam zu implodieren, sich selbst zu verschlucken. Und Decay sieht, dass es gut ist. Er lächelt verzerrt, als er sich abwendet und die zerstörte Treppe hinuntersieht, ins Erdgeschoss. Noch nicht, noch nicht... nur ein wenig, eine kleine Wolke, einen Vorausgruß... er muss sich ohnehin beeilen, wenn der Dachstuhl zusammenbricht, wer weiß ob das geschwächte obere Stockwerk standhält. Also geht er mit schnellen Schritten den gesamten Gang entlang, vorbei an den Jungenzimmern, mit vorsichtigem, qualvollem Drosseln des zerstörerischen Teils von ihm bei der Treppe nach unten, dann die Mädchenzimmer. Die Gänge sind voller Staub von den vernichteten Türen, der Zimmereinrichtung... Steinmehl rieselt langsam herab. Und dann sieht er das Metall, wo zuvor noch eine Säule war. Verstört hält er inne und betrachtet es... sieht sich um... da sind noch mehr. Hastiger noch als zuvor geht er zurück, sieht immer mehr dieser Metallsäulen, die seine Kinder kalt und leblos abweisen. "Da! Daaaa! Daaaaa ist etwaaaas!" schreit er. Er kann es nicht glauben.

Gremlin hörte den Schrei, und er zögerte nicht. Natürlich fielen ihm die Veränderungen des Gebäudes auf, Licht oder kein Licht. Die gesamte Struktur des Objekts änderte sich sekündlich, das erkannte er an den Magnetwellen, die seine Augen stetig wahrnahmen. Und er verstand nun, warum man lieber nicht in Decay Nähe blieb, wenn dieser seiner Arbeit nachging. Was hatte er vorhin im Funk gesagt, das Feuer würde seine Kinder verbrennen? Was auch immer seine Kinder waren, sie leisteten ganze Arbeit. Als er den zweiten Teil der Treppe zum ersten Stock hinaufhastete, erkannte er, wie effizient diese Kinder zu Werke gingen. Direkt vor seinen Augen fraß sich der obere Treppenabsatz, der auf dem er vor nicht ganz drei Minuten noch gestanden hatte, selbst auf. Was blieb waren Staubwolken aus Holz und Stein, die ihm direkt vor die Füße rieselten und in sein dichtes Körperfell hinein. Es war fast, als wäre dieser Staub allgegenwärtig. Hustend suchte er nach der Quelle der Schreie und fand sie schließlich neben einer glänzenden metallenen Oberfläche stehen. Missionspunkt Fünf, hier hatten sie die betäubten Ziele auf dem Boden gefunden. Deswegen hatten sie hier gestanden, sie wollten irgendwie hinter diese Metallwände! Und offensichtlich hatten es einige von ihnen geschafft. Wenn es also Geheimnisse gab, dann lagen sie hinter diesen Wänden. "Können wir da durch?" fragte er den anderen ganz direkt, während um sie beide herum Türen und Tapeten Löcher bekamen.

Chui hält den Kopf gesenkt und Angelique an ihre Brust, als sie in die Staubwolke eintaucht, die von oben herabkommt. Es ist nicht schwer zu erraten, dass das die eigentliche Gefahr ist... schlimmer als die Angreifer, gefährlicher als eine Feuersbrunst. Oder? Ein intensiver Geruch nach Moder schlägt sie schon allein fast in die Flucht. Das Knacken und Krachen des sich auflösenden Dachstuhls hört sogar sie hier unten. Die ersten Teile des Daches brechen ein, es ist nur ein Glück, dass die Schindeln inzwischen genauso morsch und zerfressen sind wie alles andere, außer dem Stein. Der Stein, aus dem dieses ehemalige Kloster erbaut wurde, wird dünner und dünner, aber er hält länger durch als Holz und Plastik. Chui hustet unterdrückt und läuft weiter in den Wintergarten... es kribbelt auf ihrem ganzen Körper. Ihr Pullover rutscht. Sie schaut an sich herab und erschrickt. Er rutscht nicht, er löst sich auf! Genauso ihre Jeans. Sie greift nach dem Stoff, der noch am Reißverschluss hängt... und reißt ihn ohne es zu wollen ab. Sie starrt das Stück an, wie es sich immer weiter auflöst, ein feines weißes Gespinst zurücklässt das ein paar Sekunden später verschrumpelt und schwarz wird. Kleine schwarze Punkte die im Staub heran fliegen werden zu hauchzarten Spinnennetzen, sterben ab und nehmen ihre Sachen mit sich. Ein furchtbarer, erschreckender Gedanke - und verwunderte Erleichterung, als Angeliques Fell unversehrt bleibt, genauso wie Chuis Haut. Allerdings sollte sie jetzt wirklich machen, dass sie wegkommt... sie rennt weiter, durch den Wintergarten und hinaus. Sie schaut sich nicht um, nicht mal ob die Angreifer sie zu sehen bekommen (unwahrscheinlich, in der Staubwolke) und rennt einfach nur auf den Wald zu. Sie spürt wie sich die letzten Fetzen ihres Shirts verflüchtigen und die Unterwäsche abreißt... sie hält sie nicht fest, es wäre ohnehin sinnlos. In den Wald, nichts wie in den Wald! Nicht mehr lange und es gibt kein Institut mehr.

Decay lässt vor Schreck seinen Kindern freien Lauf... erst als er mit einem Fuß einbricht, erkennt er seinen Fehler und muss alle seine Willenskraft aufbringen, um sie wieder zu bändigen. "N-nein... nein, nochnichtnochnichtnochnicht... da-das Metall..." stammelt er und blinzelt Gremlin an. Es ist fast schon grotesk, wie er und seine einfach gewebte Kleidung eine Insel der Ruhe in dem allgegenwärtigen Verfall im Turbomodus bilden. Die Biofaser bewährt sich. "Es ist anders... ganz anders..." antwortet er Gremlin und wendet sich wieder der Fluchtröhre zu. Alle Kunststoffteile sind schon dahin, die Polymere aufgelöst und zerlegt. Nur das Metall, Produkt einer außerirdischen Technologie, zeigt kein Anzeichen eines Einflusses. Das macht ihn wütend. Nichts und niemand kann dem Ende entgehen. "Nichts... nichts, niemand!" zischt er und fasst mit beiden Händen an die Röhre, als wolle er sie schütteln... alle seine Kinder werden jetzt auf dieses Ding fokussiert. Schweißtropfen bilden sich auf seiner Stirn. Und als sich die ersten Flecken an Unregelmäßigkeit auf dem glatten, spiegelnden Metall zeigen, lacht er schrill. Auch wenn es länger dauert als bei Stahl, er bekommt es klein... er bekommt alles klein!

Gremlin merkte zu spät, dass die Kinder von Decay auch vor seinem letzten Kleidungsstück nicht halt machten. Mit einem dumpfen Knall rutschte sein Gürtel zu Boden, riss ihm dabei den Transmitter aus dem Ohr und Gremlin konnte nur noch hilflos zusehen, wie seine Ausrüstung sich selbst auffraß und nur Staub zurückließ, der sich mit dem anderen Staub des langsam zerfallenden Gebäudes mischte. Vor seinen Augen verwandelte sich der eher stille und zurückgezogene Decay in einen wahnsinnigen Irren, der nun alles daransetzte, diese Metallbarriere vor ihm zu zersetzen. Und er hatte Erfolg damit. Gremlins Blöße war vergessen; er hatte ohnehin genug Körperfell, um nicht zu frieren. Mit wachsendem Interesse und einem nagenden Gefühl der Ungeduld beobachtete er, wie das Metall sich unter den Fingerspitzen Decays auflöste, Schicht um Schicht, Lage um Lage. Es sah fast so aus, als würde der andere Mutant seine Finger in das Metall hineindrücken, wie in eine steife Knetmasse, langsam, aber gleichmäßig. Und nur das Zucken von Gremlins Schwanzspitze verriet seine Gefühle: er wollte, er musste einfach wissen, was sich dahinter befand. Er wandte die Augen nicht mehr ab, den Augenblick herbeisehnend, wenn der Mutant über das Metall siegen würde.

Chui hätte es ja fast nicht mehr für möglich gehalten, aber sie schafft es. Im Osten beginnt bald der Morgen zu grauen... die Vögel begrüßen ihn bereits jetzt, unberührt von dem, was gar nicht so weit weg bei einem Gebäude passiert (jene die es interessiert hätte, sind längst davongeflogen). Erleichtert, und doch keuchend von dem Lauf, entschwindet Chui zwischen den Sträuchern und Bäumen den potentiellen Blicken der Feinde... und bald darauf muss sie auch stehen bleiben, sich an einen Baum lehnen und verschnaufen. Sie lässt Angelique zu Boden, welche ein paar Schritte weitergeht und sich dann hinsetzt, um sich zu putzen. Chui schaut zum Institut zurück... die geheimnisvolle Zerstörung hat sich verlangsamt, aber weitere Teile des Daches stürzen dennoch ein. Jetzt hat sie buchstäblich nichts mehr... kein Heim, keine Kameraden und Freunde, nicht einmal noch die Kleidung, die sie vor ein paar Minuten noch am Leibe trug. Alles ist weg. Sie starrt das Institut an und fühlt sich, als hätte jemand ihr Gehirn in Watte gepackt. Alles ist zu Ende.

Decay wird allem ein Ende machen. Soviel steht fest, auch dieses Metall ist nicht unbesiegbar. "Ah!" macht er triumphierend, als seine Hände durchgebrochen sind. Er klammert sich an die Ränder, zieht an ihnen... biegt das innerlich schon zerfressene Metall nach außen. "Können wir durch... natürlich können wir durch!" ruft er und strahlt, als hätte er den Marathonlauf gewonnen. So sieht er auch aus, mit rotem Gesicht und schweißüberströmt. Er schaut hinunter, aber im Dunkeln sieht er natürlich nicht viel von der Röhre oder dem, was jenseits davon liegt. "Was.. was ist das eigentlich? Ist da unten noch mehr? Das führt bestimmt irgendwohin..." Seine Stimme hat etwas Lauerndes... da unten ist etwas, das sie mit diesem zähen Metall beschützen wollten. Jetzt kann er es auch zerstören.

Gremlin nickte nur knapp. "Genau das finden wir jetzt raus." Damit kniete sich er am Zugang dieser Röhre hin und sah nach unten. Es dauerte einen Augenblick, bis er die magnetischen Fluktuationen richtig interpretiert hatte, dann griff er nach dem Rahmen des Zugangs und stieg mit den Beinen zuerst in die Röhre hinein. Hinter ihm drückte sein Schwanz gegen die gegenüberliegende Wand, als Stütze vielleicht, oder als Tastorgan. Dann fanden seine Zehen das, was er gesehen hatte, eine Auswölbung in der Röhre. Sie verlief an allen Seiten entlang, ein mehrfach durchbrochener Ring. Er suchte Halt mit den Zehen, fand ihn, stützte sich und tastete sich tiefer. "Es geht. Hier sind Ausbuchtungen, man kann daran herunterklettern. Seien sie vorsichtig!" Damit tastete er weiter, stützte sich mit Händen und Rücken ab, und ließ sich zum nächsten Segment herunter. Die Abstände waren unbequem, und der Halt unsicher, aber es war die beste Methode, wenn man sich in Decays Gegenwart nicht einmal auf ein ganz normales Seil verlassen konnte. Sekunden später verschwand Gremlins Kopf in der Schwärze der Röhre.

Chui kann sich schließlich von dem Anblick des Instituts in seinem Staubnebel lösen. Sie sieht den Hubschrauber aufsteigen und einen größeren Abstand zu dem Gebäude einnehmen... der durch die Rotoren verursachte Wind lässt eine Wand im Dachgeschoss einstürzen. Sie hat hier nichts mehr verloren. Zwar weiß sie noch nicht, wo sie letztendlich hin soll, nur ihre nächste Richtung ist klar... tiefer in den schützenden Wald, die vertraute Umgebung, in der sie sich vor allen Feinden und Unbilden der Welt verstecken kann. "Komm, Angelique." flüstert sie und schleicht tiefer zwischen die Bäume, jetzt wie ein wahres Naturkind, begleitet von ihrer vierbeinigen Freundin.

Decay schaut Gremlin bei seinem Abstieg zu, mit steigender Beunruhigung... er will da auch runter... aber er ist keineswegs so sportlich wie Fledermausmann mit seinem Schwanz und all dem. Dennoch nähert er sich und späht wieder hinunter, als Gremlin die Ausbuchtungen erwähnt. "Vorsichtig... alles hat ein Ende..." murmelt er unbehaglich. Auch Decay wird irgendwann mal enden, aber am besten nicht jetzt und hier, durch einen Sturz in die Tiefe und ein gebrochenes Genick. Er wartet, bis Gremlin etwa eine Körperlänge unter ihm ist, dann versucht er, sehr langsam und vorsichtig, ihm zu folgen. Dennoch sieht er unbeholfen aus, während die Metallwände um ihn herum viele punktförmige Kerben bekommen. Besser wird es, als er sich lange genug festhält, dass sich seine Finger ihren perfekten Halt selbst schaffen. Und so ist Decay auf dem Weg in die Subs...

Gremlin kam recht gut voran; je länger er das machte, desto mehr Übung hatte er darin. Er sah trotz der Finsternis die Magnetwellen der Erde, wo sie sich veränderten und wo die fremde Struktur ihrerseits Anomalien aufwies. Segment für Segment arbeitete er sich voran, bis er unter seinen Füßen eine Veränderung sah. Etwas versperrte den Weg. Zweifellos die Fahrkabine, denn das hier war ja offensichtlich ein Aufzugsschacht. "Wir sind gleich angekommen" gab er nach oben weiter und brachte die letzten Meter hinter sich. Das Metall unter seinen nackten Füßen fühlte sich seltsam an, es war noch warm. Vergeblich versuchte er eine Luke zu finden oder einen Durchlass, so sehr er auch zog und zerrte. Was auch immer damit war, er konnte nichts ausrichten. Decay würde ihnen den Weg bahnen müssen.

Decay kommt doch erst längere Zeit nach Gremlin bei diesem an und fällt dabei noch auf den Hosenboden. Kurz sieht er fast ehrfürchtig auf, denn die Wände flüstern. Metall singt ja oft, wenn es von anderem Metall getroffen wird. Decays Sporen bringen es zum Flüstern. Tod und Verderben. wispert es ihm zu. Und doch bleibt es fast unbeeindruckt. "Wir müssen uns... beeilen." bringt er heraus, denn er hat die oberen Stockwerke nicht vergessen, und schaut sich den 'Boden' an, auf dem sie stehen. Er wendet sich um und legt dem Metall wieder seine Hand auf. Inzwischen weiß er, wie er es zu nehmen hat... es ist anstrengend, Schweiß fällt in Tropfen auf das Metall, an dem seine Kinder nagen. Und doch wird es immer dünner, wird zu einem kleinen Loch, aus dem kleinen ein größeres, bis sich eine Öffnung gebildet hat, durch die sie in die Kabine gehen können. "Da... da rein." sagt Decay mit verklärtem, vielleicht auch erschöpftem Ausdruck und starrt nach unten.

Gremlin zögerte nicht, er ließ sich durch die Öffnung gleiten, wobei seine Finger direkt mit dem frisch weg gefressenen Metall in Berührung kamen. Die Maserung, die feinen Riefen unter seinen Fingerspitzen zu fühlen, das war ein seltsam lebendiges aber auch befremdliches Gefühl. In der Kabine selbst blieb er nicht, denn die Tür derselben war nach Außen gedrückt worden udn somit leicht zu erkennen. Nachdem er sie unter Aufbietung all seiner Kräfte vollends aufgestoßen hatte, fand er sich in einem langen Tunnel wieder. Hier brannten kleine Lichter, die das Sehen wieder ermöglichten. Nun sollte auch Decay von oben den Ausgang erkennen können. Neugierig sah sich Gremlin um. Der Tunnel führte weiter weg, offensichtlich ein Fluchtweg. Viel interessanter hingegen war jedoch die kreisrunde Luke genau gegenüber des Fahrstuhlschachts. Dahinter musste das letzte Missionsziel liegen. Gremlin sah ein, dass er es ohne Decay und seine Kinder nicht hier hinunter geschafft hätte. Der Mann mochte verrückt sein, aber er war sein Geld wert. Solange er es rechtzeitig schaffte, auch diese Pforte zu öffnen. Gremlins innere Uhr sagte ihm, dass ihnen nicht mehr viel Zeit blieb.

Decay geht ein Licht auf, und nicht nur eines. "Ah.." macht er wieder und schiebt sich mit den Beinen voran durch die Öffnung, um den letzten Rest zu springen. Immer noch irgendwie linkisch tappst er Gremlin hinterher und sieht sich genauso in dem Gang um... die Metallwände sprenkeln sich nach einer Weile ebenfalls wie mit Pockennarben. Und kurz darauf erlischt das erste Licht. Er schüttelt verzweifelt den Kopf, als er das Ausmaß dieser Anlage erkennt. "Zuviel... viel zuviel... wir müssen weg, können nicht tagelang hier bleiben... alles, das alles können wir nicht... es ist zuviel..."

Gremlin sah ihn eindringlich an. "Wir müssen durch diese Tür. Es gibt einen bestimmten Raum, in den wir hineinmüssen, und sobald wir diesen zerstört haben, können wir verschwinden." Er verschwieg, dass er weder wusste, wo dieser Raum genau war, noch wie groß die Anlage wirklich war. Alles, was bisher bekannt gewesen war, war die Tatsache, dass es diesen unterirdischen Bereich gab. Sie mussten jetzt und hier handeln, es blieb keine Zeit für Diskussionen. Diese Chance war einmalig. Wenn sie jetzt alles richtig machten, würden sie kein zweites Mal kommen müssen. "Öffnen Sie die Tür" wiederholte Gremlin nachdrücklich.

Decay kann dem Blick nicht lange standhalten. Er blinzelt, wendet sich ab und tut so, als hätte er etwas im Auge... was ja eigentlich auch recht glaubhaft ist. Nur noch einen Raum, das klingt gut, auch wenn er sich düster schwört, dass er eines Tages alles was aus diesem Metall besteht vernichten wird. Aber sie haben keine Zeit. Nicht jetzt. "Gut... gut." murmelt er und geht, etwas geistesabwesend, auf die bezeichnete Tür zu... wieder tastet er mit seinen Händen nach Schwachstellen, die es nicht gibt... das Metall ist überall gleich stark. Er beißt die Zähne zusammen. Sein Kopf läuft wieder rot an, und langsam aber sicher verfärbt sich das Metall, gibt nach, verfault geradezu... als er es geschafft hat, eine ausreichende Öffnung zu schaffen, zittern ihm die Knie... er sinkt zu Boden.

Gremlin ließ Decay wo er war. Er musste sich beeilen, um den Raum zu finden. Also kletterte er durch das Loch und fand sich in einem langen metallenen Korridor wieder, von dem in gleichmäßigen Abständen andere Gänge und Türen abzweigten. Natürlich war keiner der Räume von außen mit einer Beschriftung versehen. "Das wäre ja auch zu einfach gewesen" knurrte er missmutig, musste aber eingestehen, dass die Maßnahme ihren Zweck erfüllte: ein Eindringling, der sich nicht auskannte, kostete das Zeit, so wie ihn in diesem Augenblick. Er versuchte die nächstbeste Tür mit der Hand zu öffnen, doch sie war natürlich verschlossen. Selbst Tritte und halfen da nichts. Gremlin beschloss, keine weitere Zeit zu verschwenden, sondern nahm sich die nächste Tür vor. Er fand tatsächlich eine unverschlossene Tür, doch die führte lediglich in einen kleinen Lagerraum mit leeren Regalen. Also suchte er weiter. Auf seinem Weg zurück zum Eingang spürt er es dann: die Anomalien nehmen zu, die Magnetwellen vor seinen Augen werden unregelmäßiger. Er war im richtigen Bereich. Welche der Türen dort vor ihm war jetzt die gesuchte?

Decay atmet tief durch... dieses Metall kostet ihn viel Kraft. Seine Kinder wollen schlafen... und er auch. Aber schlafen darf er noch nicht, sonst verliert er die Kontrolle, und das wäre im Hubschrauber fatal. Er wird, wenn sie dort sind, noch eines dieser Aufputschmittel nehmen müssen. Nach einer Weile schaut er wieder auf und sieht Gremlin herumirren, in noch einem Gang mit Türen. "Wir müssen... gehen." sagt er erschöpft. "Hier ist doch niemand..."

Gremlin durchzuckte es, als er diese Worte hörte. Verdammt so kurz vor dem Ziel würde er nicht aufgeben, keinesfalls. Er streckte die Hände aus, legte sie gegen jeder der Türen die in Frage kamen, konnte aber nur eine ausschließen. Einer der anderen beiden musst es sein. Er wirbelte herum, lief zurück zu Decay und zerrte ihn auf die Beine. "Sie werden hier bleiben und tun, was ich sage, sonst werde ich dafür sorgen, dass Sie von ihrer Bezahlung nichts bekommen. Ich bin sicher, man belohnt sie für ihre Kooperation, aber im Moment verhalten Sie sich nicht besonders kooperativ. Ich denke, ich werde das in meinem Bericht erwähnen müssen." Während dieser Ansprache bugsierte er den Mann zu den beiden Türen. Bei seiner Entscheidung half im das zwar nicht weiter, aber zumindest konnte er sich nun abreagieren. "Also, in ihrem eigenen Interesse hoffe ich, dass sie weiterhin daran interessiert sind, mir zu helfen." Er deutete auf eine der beiden Türen, ohne lange nachzudenken. "Aufmachen, na los!"

Decay ist zuerst viel zu erstaunt, um Widerstand zu leisten, er stolpert nur mit. Was Gremlin ihm sagt, geht in ein Ohr hinein und zum anderen wieder hinaus. Bezahlung... als ob er mit Geld bezahlt würde. Das wird doch viel zu schnell aufgefressen - aber nicht von den Kosten! Bericht, Kooperation, Tür aufmachen... er blinzelt die besagte Tür an und stöhnt auf. Schon wieder dieses Metall! "Es ist so stark..." jammert er, aber dann legt er seine Hände auf das Metall. Er spürt die Wut in sich aufsteigen. Wartet nur, wartet... er übt fast jeden Tag, und er ist sich fast sicher, dass es ihm bereits gelungen ist... dass Ameisen sich zusammengekrümmt haben und gestorben sind, als er seine Kinder losgeschickt hat. Das war noch härter als das Metall, aber auf andere Art. Irgendwann, wenn ihn wieder jemand herumschubst, wird er ihn einfach auflösen. Warte nur, Gremlin. So können sie mit ihm nicht umspringen, dem Ende von allem. Sein Gesicht ist wutverzerrt, und schließlich bricht er genau deswegen durch die Tür, mit ganzem Körper. Er hat keinen Blick für den dahinter liegenden Raum, dreht sich nur um und sieht Gremlin kalt an.

Gremlin ignorierte den Blick, er ignorierte den ganzen Mann. Zu groß war die Erwartung und als er dann endlich in den Raum hineinspähte... "Jackpot!" flüsterte er leise, als er im Raum mehrere Konsolen und Monitore erkannte. Er grinste breit, als er sich zu Decay umdrehte. "Wir haben es. Die Geräte darin müssen zerstört werden, um jeden Preis. Tun sie es, und ich sorge dafür, dass sie einen Bonus erhalten. Sobald ihre ... Kinder ... diesen Raum vernichtet haben, gehen wir." Und es war auch allerhöchste Zeit, falls die Anzeige an der Konsole dort wirklich eine Uhr darstellte. Was war denn, warum zögerte Decay? "Hören Sie, es ist auch in ihrem Interesse. Sehen Sie die Monitore? Was glauben Sie, was die hier aufzeichnen? Ganz recht, uns beide, unsere Gesichter. Also sollten sie besser dafür sorgen, dass nie jemand diese Bilder zu sehen bekommt, nicht wahr?"

Decay sieht sich spätestens bei Gremlins Äußerung ebenfalls etwas im Raum um... und seine Wut ist gemildert. Das alles besteht nicht aus dem Metall... Glas ist auch schwierig, und herkömmliche Metalle, aber damit kann er umgehen. Silizium ist sogar gar nicht so schwer. Immer noch macht er ein missmutiges Gesicht, als Gremlin ihn wieder anspricht, doch dann wirft er ihm einen Blick zu. Dann den Monitoren. Gleich darauf wird sein Gesicht zu einer Maske des Erschreckens. "Nein.. neinnein, sie dürfen mich nicht sehen." Beschwörend streckt er die Arme aus, als wolle er die Monitore anflehen... während schon die ersten Tastflächen und Keyboards auseinander brechen, die Verkleidung der Instrumente und Computer sich auflöst und der erste Monitor aufblitzt und erlischt. So geht es ihnen allen, bis auch der letzte auf dem Boden zerschellt oder im sich zersetzenden Drahtgewirr niedersinkt. Im ganzen Raum bleibt nichts, was sich irgendwann einmal wieder verwenden lassen würde. Danach ist Decay bleich, wankt und stützt sich an einer Wand ab.

Gremlin nahm den anderen Mann und stützte ihn. Die Staubwolke hinter ihm schien dichter zu sein als die oben es war. Aber das kümmerte ihn gerade nicht. "Kommen Sie, wir gehen." Mit Decay's Arm über der Schulter machte er sich auf den Rückweg zum Schacht. Sie mussten wieder da hinauf, irgendwie. Der andere war nicht besonders schwer, ob er ihn wohl tragen konnte? "Kommen Sie" sagte er und streckte eine Hand vom Dach der Kabine aus nach unten, "nehmen Sie meine Hand. Wir müssen hier raus."

Decay torkelt mehr mit als irgendetwas anderes... der Ausstoß seiner Sporen entzieht sich der nicht mehr vorhandenen Kontrolle und erfolgt jetzt langsam, aber stetig, wie es eigentlich immer ist, wenn er sich nicht darauf konzentriert, etwas anderes zu machen. Zurück in der Kabine blinzelt er hoch und nimmt Gremlins Hand... die Worte scheinen ihm vergangen zu sein. Er ist tatsächlich nicht schwer... und auch wenn der Anführer dieses Überfalls ihn beim Klettern tragen muss, kommt er in einer annehmbaren Zeit aus dem Schacht wieder heraus... Zeit wird es... die oberen Stockwerke sind nun allesamt instabil, ihr Zusammenbruch nur eine Frage der Zeit...

Gremlin trug Decay über der Schulter nach draußen zur Landezone. Dort legte er den Mann aufs Kiesbett vor dem Gebäude und lief zu einem der Soldaten des Scorch Teams. Den irritierten Blick ob seiner Erscheinung ignorierend nahm er dem Mann den Transmitter ab und trat in Kontakt mit dem Helikopter.

Decay schließt die Augen und verschnauft... während der Kies um ihn herum zu brodeln beginnt und langsam aber sicher zu Staub wird. Richtig... er muss sich beherrschen... seine Kinder wieder zu sich rufen. Er holt tief Luft. Hält die Luft an. Dann stößt er sie wieder aus, aber der Strom der Sporen versiegt. Langsam und angestrengt stemmt er sich wieder hoch und geht auf den Hubschrauber zu. Hoffentlich haben sie noch irgendwo Aufputschmittel. Wenn er im Helikopter einschläft, stürzen sie ab...

Keine zehn Minuten später war Decay zurück im Helikopter. Er hatte eine Injektion bekommen, bevor man ihn einsteigen ließ, nun hockte er apathisch in seinem Sitz und hatte die Augen geschlossen. Das war auch besser so, denn das Scorch Team hatte die letzte Anweisung ausgeführt und das Gebäude von allen Seiten mit Molotowcocktails beworfen. Die Zerstörung würde minimal sein, aber so wurden auch die letzten Sporen des seltsamen Mutanten vernichtet, und die Spuren würden zusammen mit den Graffity den Anschein eines Anschlags erwecken, so wie der Plan es vorsah. Gremlin hatte sich hinter den Piloten gesetzt und den Rückzugsbefehl gegeben. Als der letzte Scorcher eingestiegen war, hob der Helikopter vom Boden ab und entfernte sich eilig vom Ort des Geschehens. Zurück blieben lediglich die brennenden Ruinen dessen, was noch vor Einbruch der Nacht das Inverness Institute for Gifted Youngsters gewesen war.

_________________
Von Katzen versteht niemand etwas, der nicht selbst eine Katze ist. - Natsume Sôseki (japanischer Dichter)


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Dieses Thema ist gesperrt. Du kannst keine Beiträge editieren oder weitere Antworten erstellen.  [ 4 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Gehe zu:  
cron
© phpBB® Forum Software | phpBB3 Forum von phpBB8.de
» Kontakt & Rechtliches Support / Hilfe Forum Gooof Webdesign Kostenloses Forum Dein Forumo Forum web tracker